EBENSFELD

Hoch auf dem Ebensfelder Feuerwehrwagen

Hoch auf dem Ebensfelder Feuerwehrwagen
„Jetzt brauch' ich nur noch den Führerschein, dann kann's von mir aus losgehen“, scheint die Miene des kleinen Sebastian am Steuer des Feuerwehrfahrzeugs zu sagen. Foto: Mario Deller

Vom Fünfjährigen, der vergnügt oder verbissen-ehrgeizig einen „Brand“ löschte, bis zum erwachsenen Technikbegeisterten kamen alle auf ihre Kosten beim Tag der offenen Tür, zu dem die Freiwillige Feuerwehr Ebensfeld am Samstag die Bevölkerung eingeladen hatte.

„Ich finde es toll, dass die Ebensfelder Feuerwehr diesen Tag ausrichtet und somit den Bürgern ihre so ungemein wichtige Arbeit näher bringt“, meinte eingangs Ebensfelds Zweiter Bürgermeister Hauke Petersen bei der Begrüßung zusammen mit Kreisbrandrat Timm Vogler, Kreisbrandinspektor Siegfried Hammrich und den Vertretern der Wehr.

Dass trotz des sehr regnerischen Wetters der Veranstaltung eine doch relativ gute Resonanz vergönnt war, lag wohl begründet darin, dass diesem „Tag der offenen Tür“ Premierecharakter inne wohnte. Nachdem das neue Domizil der Ebensfelder Feuerwehr im Herbst des Vorjahres mit kirchlicher Segnung seiner Bestimmung übergeben wurde, hatte die Besucher nun die Möglichkeit, Gebäude und Technikausstattung desselben ausgiebig unter die Lupe zu nehmen.

Aktive gaben Auskunft

„Wie funktioniert das eigentlich?“ Diese Frage stellte sich mancher, als er sich in den Räumlichkeiten des Gebäudes umsah, in dem die Stützpunktwehr im „Tor zum Gottesgarten“ beheimatet ist. Die Aktiven gaben gerne Auskunft.

Viele Vorführungen

Anschaulich und für jung und alt gestalteten sich die Vorführungen. So zeigten sich die Besucher angetan von der modernen, allen Wehren im Gemeindegebiet dienlichen Schlauchpflegeanlage hinter der Fahrzeughalle, die – fachkundige Bedienung freilich vorausgesetzt – eingelegte Schläuche in kurzer Zeit reinigt, trocknet und auch auf Schadstellen überprüft. Eine ebenso wichtige Funktion nimmt die Atemschutzwerkstatt ein, die die Einsatzbereitschaft der oftmals unumgänglichen Atemschutzmasken gewährleistet.

Hoch auf dem Ebensfelder Feuerwehrwagen
Früh übt sich: Der Nachwuchs zeigte hohe Einsatzbereitschaft beim „Löschen“.

Auch wenn wir längst Mai haben, konnte man an diesem Nachmittag von „Aprilwetter“ sprechen. Wenngleich die Feuerwehr geübt ist im Umgang mit dem nassen Element, zeigte man sich doch erleichtert, dass das Wetter doch einigermaßen hielt. So konnten auch die Vorführungen im Gelände rings um das Feuerwehrhaus stattfinden. Hier durfte das einst an die Ebensfelder Wehr übergebene Drehleiterfahrzeug DLK 23/12 natürlich nicht fehlen. Unter den Augen zahlreicher Interessierter wurde die Leiter bis zu ihrer maximalen Höhe von 30 Metern hochgefahren.

Hoch auf dem Ebensfelder Feuerwehrwagen
Kommt hoffentlich selten zum Einsatz: Die Drehleiter der Ebensfelder Wehr wurde zur Demonstration bis zur maximalen Höhe von 30 Metern ausgefahren.

Am besten ist es natürlich, dem gefährlichen Element Feuer erst gar nicht so viel Macht einzuräumen, dass die Feuerwehr gerufen werden muss. In diese Richtung zielte auch die Demonstration eines Fettbrandes durch 2. Kommandanten Alexander Zahner. „Gute Dienste bei einem solchen Unglück in der Küche leisten beispielsweise Löschdecke oder -spray“, erfuhren die Zuschauer. Und diese staunten nicht schlecht, als Zahner unter Einhaltung eines genügenden Sicherheitsabstandes die verheerenden Folge veranschaulichte, die diejenigen erwartet, welche meinen, einen Fettbrand mit Wasser löschen zu können. Das entstehende Gemisch konnte gar nicht anders, als explosionsartig zur meterhohen Stichflamme zu mutieren.

Vielseitiges Rahmenprogramm

Ausgesprochen vielseitig gestaltete sich das Rahmenprogramm für die kleinen Besucher von der Hüpfburg in Form eines Feuerwehrautos bis zum Bobbycar-Parcours, wobei auch hier seitens der Brandschutzerziehung des Landkreises zur Verfügung gestellte Mini-Flitzer im Feuerwehr-Design zum Einsatz kamen. Es verwunderte auch nicht, dass der Nachwuchs mit großer Begeisterung mittels Handpumpe oder Schlauch den Wasserstrahl auf die ein „Brände“ simulierenden Pappwände richtete und sich ausgelassen freute, wie die „Flammen“ per Klappenkonstruktion immer weniger wurden.

Im Anschluss ließen viele den, trotz weitgehend fehlenden Sonnenscheins, schönen Tag ausklingen mit Klängen der „Stadelhofner“, die in der nahen Pater-Lunkenbein-Sporthalle aufspielten. Wie schon im Vorjahr beim „150-Jährigen“ der Ebensfelder Wehr zeigten die Musiker Leidenschaft pur.