UNTERZETTLITZ

Warum das Federvieh ab 1969 von der Straße musste

Warum das Federvieh ab 1969 von der Straße musste
Der Autor Dr. Hubert Kolling, Vorsitzende Sabine Wolfram und Dieter Lorenz von den Geschichtsfreunden (v. li.) präsentieren Band Nummer 6: Ein Dorf blüht auf. Foto: Monika Schütz

Rechnungen, Belege, Bekanntmachungen, Zeitungsberichte und viele viele Fotos - dazu unzählige Gespräche und Recherchen: Dr. Hubert Kolling hat sich erneut als Buchautor bewiesen und mit dem sechsten Band seiner Reihe „Quellen und Forschungen zur Geschichte und Kultur von Unterzettlitz“ einen großartigen Beitrag zum Erhalt der Ortsgeschichte geleistet.

Anlässlich des bevorstehenden 50. Gründungsjubiläums des Gartenbauvereins am 19. Mai stellte der Unterzettlitzer sein neuestes Buch vor. Der Titel: „Ein Dorf blüht auf“. Es ist keine chronologische Abhandlung einzelner Daten und Ereignisse - nein, das war auch nicht im Sinne des Verfassers. Vielmehr nimmt er den Leser mit, auf eine unterhaltsame Reise zu Begebenheiten, die sich zwischen 1969 und 2019 in Unterzettlitz, in seiner Wahlheimat, ereignet haben. Er berichtet von einer Bekanntmachung des April 1969, in der die Halter von Federvieh aufgefordert werden, dieses nicht frei auf öffentlichen Straßen und Plätzen umher laufen zu lassen, da sich die Einwohner samt Mitglieder des Gartenbauvereins bereit erklärt haben, die Dorfverschönerung voranzutreiben.

50 Kapitel, 500 Seiten

Man erfährt in 50 Kapiteln, dass Unterzettlitz Bezirkssieger im Bundeswettbewerb geworden ist (1972, genau in dem Jahr als Bärbel Köcheler Ortssprecherin wurde) und den zweiten Preis bei der Blumenolympiade holte (ebenfalls 1972). Das knapp 500 Seiten starke Buch beschreibt und erinnert an den neu bepflanzten Dorfteich (2007), an Schnauz - und Schafkopfturniere und an das Weihnachtssingen, an die Gründungsmitglieder des Vereins vor 50 Jahren und an den Kreisgartentag, an dem erstmals Kreisfachberater Michael Stromer mit von der Partie war.

Die Entwicklung des Dorfes im Verlauf der vergangenen 50 Jahre einerseits und das Jubiläum des Vereins am 19. Mai andrerseits, findet der Leser im Titel wieder. Sabine Wolfram, Vorsitzende der Gartenfreunde, und Dieter Lorenz gratulierten zu dem gelungenen Werk, das in Zusammenarbeit mit den Geschichtsfreunden Unterzettlitz entstand.

Die Privatarchive geöffnet

Dr. Kollings Dank galt den vielen Bürgern, die ihre Privatsammlungen öffneten und Fotos oder andere Dokumente zur Verfügung stellten, genau wie den Gönnern des Gartenbauvereins, die den Druck der 200 Bücher möglich machten. „Ihr könnt stolz sein auf euer Dorf sein“, lobte auch der Zweite Bürgermeister Hans-Josef Stich das Engagement in dem kleinen Ort. Auch Michael Stromer, Kreisgartenfachberater, und Stadträtin Bärbel Köcheler dankten Hubert Kolling für seine tüchtige Arbeit. Schön, dass zur Buchvorstellung außerdem auch Georg Würstlein, Gründungsmitglied des Jubelvereins gekommen ist, um sich wie die anderen knapp 50 Gäste - von den Berichten und Fotos im Buch auf eine kleine Reise in die jüngste Vergangenheit zu machen. „Ohne den Gartenbauverein würde das Dorf heute anders aussehen, nehmen Sie das Buch zur Hand und gehen Sie auf Entdeckungsreise“, lud Dr. Kolling nach seiner sehr kurzweilige Buchvorstellung im Schulungsraum der Feuerwehr zum Verweilen ein.

Das Festprogramm

Am Sonntag, 19. Mai, ist ab 9 Uhr Gottesdienst mit Viels@itig,anschließend Weißwurstfrühschoppen, ab 11.30 Uhr Mittagstisch. Festkommers mit Ehrungen ab 13.30 Uhr, ab 15 Uhr unterhält die Klampfengruppe. Für kleine Gäste steht das Spielmobil des Landkreises bereit. Die Jungendgruppe „Flotte Bienen“ veranstaltet ein Pflanzentombola.

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