GRUNDFELD

Grundfeld: Die Feuerwehr wollte den Backofen löschen

Grundfeld: Die Feuerwehr wollte den Backofen löschen
Rund 120 Kilogramm Fleisch haben die Männer in den Backofen geschoben und als knusprigen Braten beim Backofenfest serviert. Foto: Gerda Völk

Am frühen Sonntagmorgen, so gegen fünf Uhr, hat das Backteam der Grundfelder Gartenfreunde den Dorfbackofen angeschürt und eine dicke Rauchschwade zog in den Himmel über Grundfeld. Eine knappe dreiviertel Stunde später stand bereits die Feuerwehr vor der Türe. „Die Feuerwehr wollte unseren Backofen löschen“, erinnern sich die Männer schmunzelnd. Aber dann hätte es beim Backofenfest womöglich keinen Sonntagsbraten gegeben. Also musste die Feuerwehr wieder unverrichteter Dinge abziehen.

Rund 120 Kilogramm Fleisch haben die Männer an diesen Vormittag in den Backofen geschoben, die dann portionsweise den Festbesuchern mit Sauerkraut serviert wurden. Die eine oder andere Portion wurde auch in mitgebrachte Töpfe für den Hausgebrauch verkauft. Neben dem Schweinebraten haben die fleißigen Helfer der Gartenfreunde am Vortag auch jede Menge Blechkuchen und 25 Brote gebacken. Wer keinen Braten essen wollte, konnte sich ein Brot mit verschiedenen wie Belag wie Wurst, Griebenfett oder weißen Käs schmecken lassen.

Sorge vor der Kälte

Grundfeld: Die Feuerwehr wollte den Backofen löschen
Selbst die jüngsten Mitglieder der Gartenfreunde waren mit einem eigenen Verkaufsstand aktiv.

Angesichts der niedrigen Temperaturen im einstelligen Bereich war es eine gute Entscheidung gewesen, den Verkauf von Tomatenpflanzen auf das Grundstück der Familie Dressel zu verlegen. Am vorherigen Standort mitten im Freien, wären alle mühsam aufgezogenen Pflanzen erfroren, vermutet Helga Dressel, auch bekannt als „Tomatenfraa“. Inzwischen befinden sich über 285 Sorten aus verschiedenen Ländern in ihrem Archiv, 120 Sorten baut sie selber an und 80 verschiedene Sorten kamen im Verkauf. Helga Dressel züchtet historische Sorten, darunter auch manche Rarität. Manchmal gehen nur fünf Tomatensamen auf, die dann an Tomatenliebhaber abgegeben werden.

Lass dich überraschen

Grundfeld: Die Feuerwehr wollte den Backofen löschen
In diesem Jahr wurden die Tomatenpflanzen Paketweise zu jeweils fünf Pflanzen abgegeben.

Darin ist auch der Grund zu suchen, weshalb dieses Jahr die Pflanzen in Paketen zu fünf verschiedenen Sorten abgegeben wurden. Wer bislang später kam, hatte das Nachsehen und kam nicht in den Genuss einer Rarität. „Lassen sie sich überraschen, welche Früchte ihre Tomatenpflanzen tragen“, erklärt die Tomatenliebhaberin. Natürlich waren die Sortennamen an den Pflanzen angegeben und wem die Neugierde allzu plagte konnte sich immerhin zu Hause in Internet informieren, welche Raritäten sein Paket enthielt. Sabine Karlisch aus Weismain bezieht schon seit Jahren ihre Tomatenpflanzen aus Grundfeld. „Ich lasse mich gerne überraschen“, sagt sie. Dennoch konnten Wünsche geäußert werden.

Das grüne Zebra

Manch einer wollte wenn‘s geht nur rote Tomatensorten, wieder andere ließen sich gerne ein Paket zusammenstellen. „Alles nur keine grünen Tomatensorten“ verlangte eine Altenkunstadterin. Der Gedanke, dass grüne Tomaten unreif und damit auch giftig sind, stimmt, erklärt die Tomatenexpertin. Unreife Tomaten enthalten das giftige Alkaloid Solanin. Aber es gibt auch Tomatensorten, die im reifen Zustand immer noch grün sind, wie beispielsweise die Sorte „Green Zebra“. Bei der Ausgabe der Tomatenpflanzen-Pakete war manch wertvoller Tipp zu erhalten.

In diesem Jahr zeichnete sich das neue Vorstandsteam für die Festorganisation verantwortlich. „Die Jungen machen ihre Sache gut“, lobt Maria Will, die ehemalige Vorsitzende, die die Organisation in jüngere Hände übergeben hat. Wie ist die neue Vorsitzende Marion Trunk mit dem Verlauf des Festes zufrieden? „Sehr, angesichts der niedrigen Temperaturen“. In den Mittagsstunden waren die Bierbänke rund um das Gemeindehaus gut gefüllt. Am Nachmittag dann war auch im Garten der Familie Dressel und nebenan am Verkaufsstand der Familie Betz/Ostler einiges los.

Selbst die jüngsten Mitglieder der Gartenfreunde waren mit einem eigenen Verkaufsstand aktiv.

 

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