BAD STAFFELSTEIN

Traumhaftes und Unglaubliches bei Multivisionsshow gezeigt

Eugen Schneiderbanger beeindruckte mit seiner AV-Serie von Island. Foto: Eugen Schneiderbanger

Im analogen Zeitalter der Fotografie waren es Dia-Shows, mit denen Fotografen Interessenten an ihrem Hobby teilhaben lassen konnten. Dies geschah oft im heimischen Wohnzimmer und beschränkte sich meistens auf Urlaubsreisen. digitalen Zeitalter und unter Zuhilfenahme moderner Technik, haben sich für Fotografen deutlich mehr Möglichkeiten eröffnet, ihre fotografischen Ergebnisse einer breiten Öffentlichkeit zu präsentieren.

Island. Foto: Eugen Schneiderbanger

Rund 110 Zuschauer erlebten am Freitagabend im Foyer der Adam-Riese-Halle eine Multivisionsshow, die kaum einen Wunsch offenließ. Veranstalter war der Arbeitskreis Fotografie der Kulturinitiative Bad Staffelstein (KIS) unter der Leitung von Rosi Jörig und der „AV-Treff Obermain“ unter Eugen Schneiderbanger und Siegfried Mischke. Der „AV-Treff Obermain“ versteht sich als Plattform für die Präsentation von AV-Shows ohne das Korsett einer Vereinsstruktur.

Die Fotografen zeigten Bilder aus Cornvall, China und aus der Region

Seit etwa 2014 finden zweimal im Jahr, im Frühjahr und im Herbst, die AV-Abende unter dem Motto „Gute Bilder zu guter Musik“ statt. Diesmal präsentierten 26 Amateurfotografen einen spannenden Querschnitt an Themen, die von der Begeisterung zur Fotografie kündeten.

Organisator Eugen Schneiderbanger hatte wieder Ton und Bilder perfekt abgestimmt, seine Tochter Sonja führte kompetent und kurzweilig durch das Programm. Die Reise führte nach Island, Afrika, Cornvall, China und Nordamerika. Aber auch die Region bietet lohnende Motive für Fotografen, wie Kloster Banz, den Wildpark Tambach oder den Judenfriedhof bei Burgkunstadt. Selbst die Vögel im heimischen Garten sind ein spannendes Motiv, wie Werner Fichtel vom Amateur-Fotoclub Weidhausen bewies.

Egid Orth fotografiere die Schönheit wilder Tiere. Foto: Egid Orth

Eine andere, nicht ganz so ernst gemeinte Geschichte erzählte Renke Bienert vom AV-Dialog Hamburg, der mit einem Augenzwinkern die Sehenswürdigkeiten und Besonderheiten seiner Stadt auf die Schippe nimmt. Der Hamburger stehe bei Großprojekten zu Preis- und Terminabsprachen, sagte er. Gemeint ist hier die Elbphilharmonie, deren Kosten explodierten und deren Bau sich um Jahre verzögerte. Ob man allerdings dem typischen Wetter über der Hansestadt mit ihren niedrigen Temperaturen und häufigen Dauergrau etwas abgewinnen kann, muss jeder selbst entscheiden.

Auf den Spuren verlassener und verfallener Gebäude

Peter Müller blieb im Lande und zeigte, dass sich auch vor der Haustüre lohnende Motive finden lassen. Foto: Peter Müller

Renke Bienert hatte jedenfalls mit seinem Vortrag einige Lacher auf seiner Seite. Christiane Nützel von der Fotogruppe Thurnau begab sich in der Heilstätte Beelitz auf die Spur verlassener und verfallener Gebäude und nahm den Betrachter mit durch Hallen, endlos lange Gänge und Flure. Dabei fand sie reizvolle Details, die erst durch das Spiel mit Licht, Schatten und Formen ihren Zauber entfalten.

„Dem Chinesen und seinem Handy“ verschrieb sich Raimund Göhlich aus Bad Staffelstein. Es waren hauptsächlich junge, schick gekleidete Leute, die sich ihrem Handy und damit auch selbstverliebt der eigenen Persönlichkeit widmen. Am Ende der Präsentation war zu erfahren, dass es auch für dieses Verhalten eine App. gibt und die nennt sich Respekt. Sprich: sein Handy einfach einmal weglegen und dem Menschen mit dem man sich gerade unterhält seine volle Aufmerksamkeit schenken.

Island. Foto: Eugen Schneiderbanger

Pure Energie auf vier Beinen

Mit der Bilderserie „Mit hängender Zunge“ brachte Hans Hager von der Fotogruppe Thurnau bei der Weltmeisterschaft im Hundeschlittenrennen pure Energie auf die Leinwand. Siggi Mischke vom Lichtenfelser Fotoclub überließ es dem Betrachter, ob er sich bei seiner Präsentation mit dem Titel „Unfug“ 168 Sekunden lang „langweilige“ Fotos oder lieber 168 Sekunden aufs Klo begeben will. Was natürlich niemand wollte, denn Mischke ist als sehr guter Fotograf bekannt, der anfangs schon mit seinem Beitrag „Dampflok“ überzeugte.

Grandiose Landschaften aus Island zeigte Eugen Schneiderbanger, Egid Orth wiederum lud auf eine Reise durch Afrika ein. Mit zwei Beiträgen waren Brigitte und Frank Gorille aus Altenkunstadt vertreten. Bei einem Aufenthalt in den USA entstand die Serie „Die Farben des Yellowstone Nationalparkes“, und bei ihrem Urlaub in Madagaskar fotografierten sie das Nationaltier des Landes, die Lemuren.

Die digitale Fotografie erweiterte Klaus Gagel vom Fotoclub Michelau mit der kreativen Möglichkeit der Bildbearbeitung am Computer. Die rote Scheibe des Blutmondes ergänzte er durch grafische Elemente in vielfältigen Variationen.

Zauberhafte Ausnahmen aus Italien und den Niederlanden

Wildes Afrika. Foto: Egid Orth

Auch die Beiträge aus dem Ausland konnten sich sehen lassen. Aus Italien steuerte Andrea Candolini zauberhafte Aufnahmen von Wassertropfen bei und aus den Niederlanden begeisterte ein City Trip.

Von Heiner Lieberum aus Dortmund war eine schier unglaubliche Geschichte zu erfahren. Nämlich, wie es ihm gelang, den stattlichsten Hirsch der Welt zu erlegen, obwohl er kein Blei mehr in der Flinte hatte. Kurzerhand lud er sein Gewehr mit Kirschkernen, mit dem er das Tier genau auf die Stirn traf. Das Tier taumelte, machte sich aber aus dem Staub. Zwei Jahre später, traf der Waidmann das Tier wieder, zwischen dessen Geweih ein prächtiger Kirschbaum wuchs. Mit einem gezielten Schuss streckte er den Hirsch nieder, und hatte neben einen prächtigen Braten auch ein leckeres Kirschkompott.

 

Schlagworte