SCHWABTHAL

„Wasserpanschen“ trifft Wildkräuter beim „Genuss-Malen“

„Wasserpanschen“ trifft Wildkräuter beim „Genuss-Malen“
Kursleiterin Elfriede Dauer (2. v. li.) leitete die Teilnehmerinnen fachkundig an. Foto: Gerda Völk

Die Tücke liegt bekanntlich im Detail. „Dieser blöde Stängel war mir eine Lehre“, erklärt Margit Knorr aus Wallersberg lachend, in Erinnerung an einen früheren Malkurs. Dabei hatte ihrer Nachbarin die Hibiskusblüte doch so gut gefallen, aber der anschließend aufgebrachte Stängel hat das Gemälde damals ruiniert. Dies sollte Margit Knorr diesmal nicht wieder passieren.

„Genuss-Malen im Frühling“ lautete das Motto eines außergewöhnlichen Abends mit der Weismainer Malerin Elfriede Dauer im Landhotel Augustin. Fast alle Teilnehmerinnen waren „Wiederholungstäter“ in Sachen Genuss-Malen. Die Veranstaltung war relativ neu im Bad Staffelsteiner Raum. Die Motivation der Teilnehmerinnen reichte von „Entspannung pur“ über eine künstlerische Neigung bis hin zur Geselligkeit.

Florale Motive

Auf den Tischen standen Tulpen, Freesien, Palmkätzchen-Zweige und Töpfe mit Frühlingsblühern. Drei Teilnehmerinnen hatten sich für Freesien entschieden, je eine malte eine Tulpe, Palmkätzchen und einen Topf mit Bellis, besser als Gänseblümchen bekannt.

Eine weitere Teilnehmerin verzichtete ganz auf eine Vorlage, sie brachte eine Traubenhyazinthe zu Papier. Als gelernte Goldschmiedin verfügte sie über ein räumliches Vorstellungsvermögen.

Die Küche des Landhotels hatte ein Drei-Gänge-Menü gezaubert. Vorab gab es einen Aperitif zum Lockern der Handgelenke und Seele, wie es Elfriede Dauer mit einem Augenzwinkern ausdrückte. Dann wurden die Konturen der Zeichnung mit einem Bleistift zu Papier gebracht. Im Folgenden gab es die Vorspeise, die aus einem Frühlingssalat mit karamellisierte Birnenspalten bestand.

„Wasserpanschen“ trifft Wildkräuter beim „Genuss-Malen“
Sind stolz auf das Ergebnis ihrer Bemühungen: (v. li.), Annika Schardt, Erver Schardt und Sarah Gehring. Foto: Gerda Völk

Danach wurde der Zeichenstift gegen einen aquarellvermalenden Farbstift getauscht. Die Stimmung am Zeichentisch war gut. Erfahrungen wurden ausgetauscht. Oft schmückten die beim Genussmalen hergestellten Kunstwerke die Wohnungen der Teilnehmerinnen. Annika Schardt aus Redwitz hat bestimmt schon 30 Bilder gemalt, die in den Ferienwohnungen des Gutshofes hängen. Nicht ganz so viel hat Sarah Gehring aus Johannisthal bei Küps gefertigt. Ein besonders farbenprächtiges Bild hängt im Kinderzimmer, zwei weitere im Wohnzimmer.

Aus der Zeichnung wird ein Aquarell

Nach der Hauptspeise, es gibt „Schweinelende unter der Wildkräuter-Birnen-Kruste“, hieß es „Wasserpanschen“. Was sich so lustig anhört, war eine höchst anspruchsvolle Angelegenheit, bei der auch viel schiefgehen und eine bis dato gelungene Zeichnung noch ruinieren konnte. Aus der Zeichnung wurde mit Hilfe von Pinsel und Wasser erst ein Aquarell.

Durch das Wasser bekamen die aquarellvermalenden Farbstifte ihre Leucht- und Farbkraft. Eintunken, abstreifen und nochmals abstreifen lautete die Anweisung der Künstlerin. Hierbei war Feingefühl gefragt, wobei auch hier weniger mehr sein konnte. „Erst die Konturen“, riet Elfriede Dauer einer Teilnehmerin. Ganz vorsichtig hob Christine Eschenbacher mit einem feinen Pinsel die zarten Konturen der Palmkätzchen plastisch hervor.

Eine nicht leichte Entscheidung

Mit der gleichen Sorgfalt, mit der zuvor gemalt worden war, wurde der Rahmen ausgesucht. Die Entscheidung machte sich mach eine Teilnehmerin nicht leicht. Schließlich macht ein passender Rahmen das Kunstwerk erst perfekt. Einzig Annika Schardt entschloss sich schnell für eine Leiste. „Bei ihr geht es schneller, weil sie schon über 30 Bilder hat rahmen lassen. Annika kennt schon meine Leisten“, erklärte Elfriede Dauer. Diesmal ist Margit Knorr mit ihrem Ergebnis rundum zufrieden, wie die anderen Teilnehmerinnen auch.

Weitere Termine zum Thema Genuss-Malen sind am 10. April, 10. Juli und 9. Oktober im Landhotel Augustin in Schwabthal statt. Beginn ist jeweils 18 Uhr.

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