PRÄCHTING/KLEUKHEIM

Bürgerversammlung: Heuer Baugebietssuche im Kelbachgrund

Bürgerversammlung: Heuer Baugebietssuche im Kelbachgrund
Die Dorferneuerung in Kleukheim war auch ein Thema bei der Bürgerversammlung. Foto: Mario Deller

Im vergangenen Jahr wuchs das Dörfchen Prächting um acht auf 353 Einwohner an, das benachbarte Kleukheim um zwölf auf 620. Zumindest wenn dies zum Maßstab genommen wird, scheinen sich die Menschen im Kellbachgrund ganz wohl zu fühlen. Das ist aber freilich eine sehr oberflächliche Sichtweise. Es gibt immer etwas zu verbessern. Bei der jüngsten Bürgerversammlung im Kulturraum in Prächtinger hatte die Bevölkerung die Möglichkeit, mit Bürgermeister und Gemeindevertretern in Kontakt zu treten und Anliegen anzusprechen.

Wie gewohnt blickte Bürgermeister Bernhard Storath, der in Prächting rund 30 interessierte Bürger begrüßte, in Rück- und Vorausschau auf getätigte oder begonnene Projekte sowie heuer anstehende Maßnahmen.

Entscheidung in diesem Jahr

Neben Ebensfelder Schule oder dem Haus der Bäuerin wurden auch Themen beleuchtet, die die Bewohner des Kelbachgrundes in besonderem Maße betreffen. Bekanntermaßen ist der Rechtsstreit bezüglich der Kelbachgrundanbindung nun abgeschlossen, der Vergleich rechtskräftig. Im Herbst begannen die Baumfällarbeiten als Vorbereitung zur Umsetzung. „Ich bin gespannt, wie es wird“, meinte der Bürgermeister nur kurz.

Aufgrund der gestiegenen Einwohnerzahl in Kleukheim und Prächting würden nun Überlegungen angestellt, wo im Kellbachgrund eine Baugebietsausweisung noch möglich ist, sagte Storath. Die Eignung von Standorten hängt freilich von etlichen Determinanten ab. „Es wird in diesem Jahr eine Entscheidung hierzu fallen“, kündigte der Bürgermeister an.

Hinsichtlich der im Rahmen der Dorferneuerung in Kleukheim angedachten Querungshilfe für Radfahrer sei man auf einem guten Weg, eine passende Lösung am Ortsausgang Richtung Scheßlitz zu finden. Freude herrschte beim Bürgermeister darüber, dass jetzt im Frühjahr endlich die mit einem Investitionsvolumen von 172 000 Euro und Zuschüssen von 102 600 Euro angeschafften neuen Tragkraftspritzenfahrzeuge für die Wehren Eggenbach, Unterneuses und eben auch Prächting ausgeliefert werden.

Zu den in 2018 erfolgreich umgesetzten Maßnahmen zählt unter anderem auch der getätigte Ausbau des Waldwirtschaftswegs „Seerangen“ bei Pferdsfeld, der sich vormals in einem sehr schlechten Zustand befunden hatte. Die Sanierung verursachte Kosten von 62 900 Euro und wurde mit 42 300 Euro bezuschusst. „Der erneuerte Weg wird nun zwar auch von Autofahrern benutzt, aber das ist halt jetzt so“, akzeptiert der Bürgermeister diese eigentliche „Zweckentfremdung“ mit pragmatischer Gelassenheit.

Weiter ging der Rathauschef auf das Ziel des Erhalts denkmalgeschützter Gebäude in Kutzenberg ein. „Das ist auch in unserem Sinne, das wollen wir uns nicht vorwerfen lassen“, betonte er. Das Sanierungsprogramm sieht einen staatlichen Zuschuss zu den Kosten in Höhe von 80 Prozent vor, der Bezirk als Träger steuert 15 Prozent bei, die gefundene Regelung „belastet“ die Gemeinde mit lediglich fünf Prozent Kostenanteil. Die strukturellen Entwicklungen in Kutzenberg mit Teilverlagerungen waren 2018 ein heißes Thema – und beschleunigen den Herzschlag des Bürgermeisters offenbar auch jetzt noch. Deshalb ging er nur sehr kurz darauf ein, berichtete, wie er Ministerin Huml vergangenes Jahr „die Meinung gegeigt“ habe und schloss mit dem Satz: „Nun gut, das Thema wird uns auf jeden Fall noch eine Weile beschäftigten“.

Bisher gewährte die Marktgemeinde auf Antrag der Erziehungsberechtigten einen Zuschuss zu den Kindergarten- beziehungsweise Kinderkrippenbeiträgen in Höhe von 25 Euro für das erste und 30 Euro für jedes weitere Kind. Nun hat aber das bayerische Kabinett im Dezember 2018 die Entlastung für Familie auf den Weg gebracht. Demnach soll der Kindergartenbesuch ab April 2019 mit monatlich 100 Euro bezuschusst werden. Das Gesetz ist laut Bürgermeister Storath noch nicht endgültig rechtskräftig. Mit dessen zu erwartenden Inkrafttreten ab April würde genannter gemeindliche Zuschuss dann aus einleuchtenden Gründen wegfallen.

Schnelles Internet lässt auf sich warten

Die Bürger nutzten im Anschluss die Gelegenheit zur Vorbringung von Anliegen und Fragen. Auch das Thema „schnelles Internet“ blieb nicht außen vor. Von leidvollen Erfahrungen berichteten der Prächtinger Erich Stark und dessen Tochter, die einen Kabelanschluss haben. Sie beklagen, dass alle paar Wochen Festnetztelefon und Internet ausfallen. Wenn sie dann per Handy beim Anbieter nachfragen, bekommen sie manchmal gar als Antwort zu hören „es kann bis zu 24 Stunden dauern, bis der Ausfall behoben ist“. Und Erich Stark legte verbal nach: „Wenn man es am Freitag meldet, kann's sogar passieren, dass sie sagen, vor Montag kommt da keiner vorbei“.

Ein anderes Problem bereitet einem Bewohner aus Dittersbrunn nahe des dortigen Spielplatzes Ärger: „Wenn es länger regnet, schwimmt die ganze Straße, das Wasser steht dann noch eine Stunde danach“, machte er seinem Unmut Luft und schlug eine Kamerabefahrung des Kanals vor. Eine solche sei bereits getätigt worden, antwortete Bürgermeister Storath und sicherte zu, das Anliegen aufzugreifen.

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