OBERLEITERBACH

Workshop Biodiversität: „Müssen unsere Bauern ins Boot nehmen“

Beim Workshop wurde in mehreren Arbeitskreisen diskutiert und erarbeitet, wie die Artenvielfalt geschützt werden kann. Deutlich wurde, dass dieses Unterfangen nur gelingen kann, wenn alle Beteiligten an einem Strang ziehen. Foto: Drossel

„Unser Dorf ist wunderschön und liegt in traumhafter Natur eingebettet. Wir müssen dafür sorgen, dass das auch so bleibt!“ Bei dieser Aussage waren sich alle Anwesenden im Gemeinschaftshaus absolut einig. „Doch wie kann es uns gelingen, dass wir mit kleinen Schritten ein lebenswertes Dorf und ein attraktives Umfeld für Menschen und Tiere gleichermaßen erhalte?“ Genau dieser Fragestellung gingen die Teilnehmer beim Tages-Workshop Artenvielfalt und Biodiversität nach. Er soll der Auftakt zu einer ganzen Reihe von Treffen und Veranstaltungen sein.

Etwas Überzeugungsarbeit leisten

Eingeladen zu diesem Arbeitstreffen hatte der Gartenbauverein um die Vorsitzenden Harald Hümmer und Angela Hennemann. Die Devise: nicht auf dem ausruhen, was im Bioenergiedorf in den vergangenen Jahren erreicht wurde, sondern weitere Mosaiksteinchen ergänzen. So gibt es im direkten Umfeld des Ortes schon eine Vogelschutzhecke und breite „Rangen“, die Rückzugsgebiete für Kleintiere aller Art sind. Auch wurden schon im vergangenen Jahr Blühstreifen angelegt, die allerdings aufgrund der langen Trockenheit eher schlecht als recht wuchsen. Die Teilnehmer aber waren sich einig, dass da noch mehr möglich ist. Aber nur, wenn alle an einem Strang ziehen.

Hierzu ist jedoch bei den Ortsbewohnern noch etwas Überzeugungsarbeit zu leisten. Gartenbauverein, die weiteren Dorfbewohner und die Landwirte der Region gleichermaßen. „Wenn wir einem flächendeckenden Maisanbau entgegenwirken wollen, müssen wir müssen unsere Bauern mit ins Boot nehmen und motivieren“, lautete daher eine Forderung im Workshop.

Auch wenn es rund um „Lätterboch“ schon etliche Streuobstwiesen gibt: Die Vernetzung der ökologisch wichtigen Grünflächen, Hecken und Streuobstwiesen wäre ein wichtiger Schritt. Zudem könnte der ein oder andere weitere Baum könne nicht schaden, zeigten sich die Mitwirkenden überzeugt. Ausreichend natürlichen Lebensraum für die Pflanzen und Tierwelt zur Verfügung zu stellen wir hierbei eine der Herausforderungen sein.

So werden die gemeindlichen Grundstücke zwar von „Beetpaten“ gehegt. Einige dieser Bereiche aufzuwerten und mit Blumen- und Kräuterbereichen, um für Bienen, Käfer oder Schmetterlinge Nutzwert zu schaffen, ist eine der geplanten Aktionen des Gartenbauvereins in diesem Jahr. Das sieht nicht nur hübsch aus, sondern bietet Kleintieren ein überlebenswichtiges Nahrungsangebot. Die Vertreter der Dorfjugend fassten ins Auge, Insektenhotels zu bauen oder Schauvogelkästen zu installieren, um den Kindern im Ort die heimischen Vögel besser näherbringen zu können.

Als Gallionsfigur

Zapfendorfs Bürgermeister, der selbst am Workshop teilnahm, zeigte sich begeistert vom Elan der Einwohner in seinem Gemeindeteil: Er informierte, dass die Gemeinde plane, am Wettbewerb „Klimaaktive Kommune 2019„ teilzunehmen. Und dann werde Oberleiterbach die Gallionsfigur sein.

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