BAD STAFFELSTEIN

Bauausschuss Bad Staffelstein: Ja zu Pflegeeinrichtung bei Nedensdorf

Sehr komplex mit 60 Wohnappartements, einer 56 Plätzen beinhaltende Pflegeheim-Wohnanlage sowie 24 Palliativpflegeplätzen gestaltet sich die seitens eines Investors geplante „Residenz am Hirtenberg“. Das nahe Nedensdorf vorgesehene Projekt erfuhr nun mittels erfolgtem mehrheitli... Foto: Stadt Bad Staffelstein

Seit Mai 2016 beschäftigte das Vorhaben eines Investors die Stadtvertreter, es wurde kräftig diskutiert, unterschiedliche Meinungen kamen zu Wort. Nun dürfte die geplante „Residenz am Hirtenberg“ nahe Nedensdorf beschlossene Sache sein. In seiner Februarsitzung fasste der Bauausschuss nach der öffentlichen Beteiligung mit einer Gegenstimme den Satzungsbeschluss.

Auf einem Areal in rund 200 Metern Entfernung vom Nedensdorfer Ortsrand Richtung Wiesen will ein Unternehmen einen dreiflügeligen Baukörper errichten. Auf einer Fläche von 1,63 Hektar sollen zum einen 30 Residenzwohnungen und ein Hotel mit 60 Appartementzimmern entstehen. Ein regelmäßig verkehrender Shuttle-Bus soll die Einbindung der rüstigeren Bewohner in das öffentliche Leben der Innenstadt gewährleisten.

Die zudem angedachte betreute Wohnanlage mit Pflegeheim soll Platz für 56 Bewohner bieten. Außerdem sind 24 Palliativpflegeplätze vorgesehen.

Exponierte Lage

Vor dem finalen Satzungsbeschluss hatten die Mitglieder des Bauausschusses zunächst die im Zuge der öffentlichen Beteiligung eingegangenen Stellungnahmen zu behandeln. Die Verantwortlichen des Landratsamts thematisierte in ihrem Schrieb unter anderem die zu erwartende Sichtbeziehung des Baukörpers zum Main. Deshalb wird auf Basis der Höhenlage des Areals ein Höhenprofil in die Planungen eingearbeitet. Zudem gilt es, eine Pflanzliste auszuarbeiten, um das Areal zu begrünen. Um Ausgleichsflächen zu schaffen, wie vom Landratsamt angemahnt, erwirbt die Stadt ein Grundstück.

Das Wasserwirtschaftsamt betonte, dass ein Teich für die Löschwasserversorgung nötig sei, was natürlich berücksichtig wird. Der Bund Naturschutz kritisierte den gewählten Standort, prangerte den Flächenverbrauch an und hätte lieber eine Umsetzung im städtischen Bereich gesehen. Bedenken hatte der Zweckverband Banzer Gruppe in Sachen Frischwasserversorgung in den Sommermonaten. Deshalb wurden die Planer verpflichtet, einen Frischwasser-Vorratsbehälters zu installieren.

Angst vor Baulärm

Ein Nedensdorfer Ehepaar äußerte schriftlich Bedenken hinsichtlich des zu befürchtenden Baulärms und brachte erneut eine bereits bekannte Erschließungsvariante ins Spiel. Diese bewerteten die Stadtvertreter aber als zu steil, außerdem würde ein Biotop durchschnitten. Um den Lärm zu beschränken, wird aber eine Geschwindigkeitsbegrenzung von 20 Stundenkilometern während der Bauphase festgeschrieben, die aber auch dauerhaft bestehen bleiben könnte.

Klaus Schnapp: „Der falsche Ort“

Klaus Schnapp von den Staffelsteiner Bürgern für Umwelt und Naturschutz (SBUN) hielt mit seiner Meinung nicht hinter dem Berg. „Eine gute Einrichtung, aber der falsche Ort“, meinte er. Deshalb stimmte er dagegen.

Walter Mackert (CSU) dagegen wies auf die in den Planungen enthaltenen Intensivpflegeplätze hinwies und fand hingegen positive Worte: „Wir brauchen so etwas in der Region“.

Betreiber übernimmt Erschließung

Nach mehrheitlich erfolgtem Satzungsbeschluss ist nun, wie Bürgermeister Jürgen Kohmann anmerkte, noch ein Ausführungsvertrag mit den Planern zu schließen. In diesem wird sich der Betreiber dann unter anderem dazu bereit erklären, die Erschließungskosten zu übernehmen. Das hat er bereits signalisiert. Anschließend wird der vorhabenbezogene Bebauungsplan dann rechtskräftig.

Infolge der notwendigen Umsetzung des Brandschutzkonzeptes erhält die Adam-Riese-Halle eine metallene Fluchttreppe. Foto: Mario Deller

Schlagworte