BAD STAFFELSTEIN

Segenswünsche: Extra Gewänder für die jüngsten Sternsinger geschneidert

Am Dreikönigstag sendete Pfarrer Georg Birkel einen Teil der Sternsinger aus, um den Segen Gottes in die Häuser zu tragen. Foto: Thomas Hümmer

Am vergangenen Wochenende zogen sie wieder von Haus zu Haus etwa 100 Sternsinger der Pfarrei St. Kilian waren in 24 Gruppen in Bad Staffelstein und den Dörfern unterwegs. Die Bürger zeigten sich großzügig und spendeten den Sternsinger 17 700 Euro für Kinder in Not.

Der Leiter der Sternsinger, Stefan Sniehotta, hatte vor und während der Aktion viel zu organisieren. In einer Aussendungsfeier am Samstag und einem Gottesdienst am Dreikönigstag wurden die Sternsinger in zwei Gruppen aufgeteilt auf ihren Weg geschickt und „ausgesendet“. Die Gottesdienstbesucher erfuhren von Gemeindereferentin, Schwester Katharina Horn, das Aktionsmotto „Wir gehören zusammen“. Die Spenden gehen in diesem Jahr an behinderte Kinder in Peru.

„Mit eurem Strahlen werden auch die Kinder in Peru zum Strahlen gebracht“
Georg Birkel, Pfarrer

Schwester Katharina ging auf das südamerikanische Land Peru ein: „Es ist ein Land der Gegensätze und es gibt neben einigen sehr reichen Menschen auch sehr viele arme Menschen“. In Peru gibt es kein Gesundheitssystem, wie in Deutschland. Deshalb seien die Menschen, und vor allem diejenigen mit einem Handicap, auf kirchliche Hilfe und Spenden angewiesen.

Pfarrer Georg Birkel erzählte von dem peruanischen Mädchen Ángeles, die auch auf dem Plakat der Sternsinger-Aktion zu sehen ist. Die Achtjährige kann nicht laufen und muss von ihrer Mutter mühselig über die steilen Steinstufen an den Hängen Limas nach unten und wieder hinauf zu ihrer Hütte getragen werden. „Heute wird mit euch die Herrlichkeit Gottes sichtbar und mit eurem Strahlen werden auch die Kinder in Peru zum Strahlen gebracht“, gab Pfarrer Georg Birkel den kleinen Königen mit auf den Weg.

Die Sternsinger zeigten Symbole wie eine Krücke, die an die behinderten Menschen erinnern soll, einen Stern, der für Jesus Christus steht, sowie Freundschaftsbändchen aus Peru und Kreide.

Generell dürfen Kinder erst nach der ersten Heiligen Kommunion als Sternsinger unterwegs sein. Ida, Toni und Maximilian aus Bad Staffelstein wollten jedoch nicht so lange warten und unbedingt bei der Aktion dabei sein. Da nicht so kleine Gewänder vorrätig waren, fertigte Gertrud Faulstich extra für sie passende an. Glücklich, jedoch erschöpft von der vielen Lauferei, fielen die drei Kinder am Abend in ihre Betten.

Alte Garde zum zehnten Mal dabei

Von den jüngsten zu den ältesten Teilnehmern: Barbara Vetter, Franziska Stich und Johannes Gründel beteiligen sich schon zum zehnten Mal an der Sternsinger-Aktion. Aus einer Laune heraus meldeten sie sich 2008 im Pfarrbüro als Gruppe an. Beim ersten Mal wurde ihr Anliegen noch abgewiesen, jedoch im folgenden Jahr bekamen sie von der Pfarrei „grünes Licht“, erzählt Johannes Gründel. Seitdem besuchen sie die Wohnhäuser rund um den Frankenring. Anfangs waren die Staffelsteiner vom Anblick der „alten Garde“ überrascht, aber mittlerweile haben sich die Bewohner daran gewöhnt. Ob sie als Erwachsene denn auch Süßigkeiten annehmen würden, wurde von den Hausbewohnern oft gefragt. „Natürlich nehmen wir auch Süßes an und verteilen es dann untereinander“, berichtete Barbara Vetter. Die Drei sehen sich als Notnagel und falls es wieder einmal genügend Kinder gäbe, die als Sternsinger unterwegs wären, sind sie bereit ihren „Job“ wieder aufzugeben.

Stefan Sniehotta freute sich, dass es gelungen war, auch für Horsdorf eine Sternsingergruppe zu finden. Kinder und Jugendliche aus dem Lautergrund zeigten sich dabei bereit, den Segen auch in die Horsdorfer Häuser zu tragen. Am Sonntagabend fand noch für alle Beteiligten und Gläubigen unter dem Motto „Der etwas andere Gottesdienst“ eine Dankandacht mit peruanischen Elementen statt.

Die „alte Garde“ mit Johannes Gründel, Franziska Stich und Barbara Vetter besuchten die Bürger rund um den Frankenring. Foto: Thomas Hümmer