BAD STAFFELSTEIN

Fotoschau: Zwischen Sichtfeld und Sichtweise

ADAC-Klassik fotografiert von Siegfried Mischke in Bad Staffelstein. Foto: Siegfried Mischke

Ein fulminanter Schlussakkord 2018 war am vergangenen Freitag die Show des AV-Treffs Obermain in der Adam-Riese-Halle. Die audiovisuelle Präsentation von Fotos und Videos zu einem bestimmten Thema wurde von passender Rahmenmusik begleitet.

Veranstalter war die Fotoabteilung der Kunstinitiative unter der Leitung von Rosi Jörig. Für die über 150 Zuschauer, in die Lobby passte kein Stuhl mehr, war die zweistündige Show eine willkommene und entschleunigende Abwechslung.

Mit der Kraft der Farben und Formen gingen gleich 20 Regisseure an den Start. Organisator Eugen Schneiderbanger hatte Ton und Bilder perfekt abgestimmt, seine Tochter Sonja führte kurzweilig durch das Programm. Die Weltreise führte nach Norwegen, Frankreich, Holland, Sambia, China oder Nordamerika.

Die Zuschauer entdeckten fremde Länder und faszinierende Kontinente. Aus Videosequenzen wurde die einmalige AV-Schau gemacht. Die visuellen Elemente erschlossen eine unbekannte Mikro- oder Makrowelt, die jeden Besucher fesselte.

Ein Bild und viele Metamorphosen

Die digitale Fotografie erweiterte Klaus Gagel vom Fotoclub Michelau mit kreativen Möglichkeiten. Im analogen Zeitalter konzentrierte er sich auf den eigentlichen Schöpfungsakt, auf die Zeit bis zum Drücken des Kameraauslösers. Er war dank der modernen Bildbearbeitung in der Lage, in einem zweiten Schritt, aus einem fertigen Bild viele verblüffend neue Bilder zu erschaffen. Seine DVD wurde im polarisierenden Sonnenlicht aufgenommen und mit Hilfe der mächtigen Filterfunktionen von Photoshop mehrfach verändert: Ein Bild und viele Metamorphosen.

Mit „Warten auf...“ gab Sven Appler sein Debüt. Mit einem technisch aufwendigen, zum Teil abstrakten aber dennoch humorvollen und zugleich emotionalen Beitrag zeigte die Entstehung des Lebens, das Wunder der Geburt und die ersten Jahre des Kindes. Georg Lang, Mitglied im SFC, hat sich vor einigen Jahren für seine erste AV-Show ein nicht ganz einfaches Thema ausgesucht: „Horizont“. Es wurde zum Roten Faden zwischen Sichtfeld und Sichtweise. Dass die Oberfläche eines Gewässers wie ein Spiegel wirken kann, hat Peter Walther zu seinem Beitrag inspiriert.

Birgit Kirsten vom Michelauer Fotoclub hat beim Ragnarök Festival und beim Deutsch-Russischen Motorradtreff in Lichtenfels so wie beim Wave Gotik-Treffen in Leipzig ihre Aufnahmen für „Born to be wild“ gefertigt. Mit furchterregenden Outfits und fantasievollen Tattoos drehten die Krieger Pirouetten mit ihren rauchenden Feuerstühlen. Monokulturen, Pestizide und andere Giftstoffe, Versiegelung der Böden und fehlende Blumenwiesen – all das macht den Insekten den Garaus. Wie sähe die Welt ohne sie aus? Hans Hager von der Fotogruppe Thurnau hatte ihre Schönheit im Bild festgehalten.

Symbiose aus Natur und Architektur

André Teyck verschmilzt wie kein anderer Natur und Architektur zu einer unvergleichlichen Symbiose. Unter über 80 Einsendungen zum internationalen Wettbewerb Challenge 321 konnte er die Goldmedaille erringen. „Lost Places“ ist unter Fotografen schon sehr lange ein Highlight. Eugen Schneiderbanger hat diesen Virus erst nach einer Exkursion mit der Thurnauer Fotogruppe zu den Heilstätten nach Beelitz erwischt.

Was lag näher, als diese Bilder von den maroden Schönheiten mit dem dunkelsten Album der Musikgeschichte „You want it darker” von Leonhard Cohen zu verbinden? Werner Fichtel vom Fotoclub Weidhausen zeigte seine Impressionen von Usedom. Die Fotos wurden im August 2018 auf der Insel am Strand von Ahlbeck aufgenommen. Sie sollen die Ruhe und Einsamkeit in den frühen Morgenstunden zeigen. Die Aufnahmezeit war zwischen 3 Uhr in der Früh und 10 Uhr. Mit der ADAC Deutschland Klassik bietet der ADAC das bewährte Erfolgsrezept „Oldtimer-Wandern“ seit 2010 auch für die wunderschönen Landschaften Deutschlands auf höchstem Niveau an. Die diesjährige Ausgabe fand vom 27. Juni bis 1. Juli 2018 im Herzen Frankens statt. Siegfried Mischke fotografierte die Durchfahrt in Bad Staffelstein.

Im Automobilmuseum fotografierte André Hartensfeld aus den Niederlanden nicht nur die klassischen Autos, sondern in erster Linie dort auch Details aus vergangenen Zeiten. Durch die Überblendung entstanden schöne Bilder und kreative Kompositionen.

Die Fotos von den Reisterrassen in Longsheng in China wurden während des Aufstieges auf 300 Höhenmeter und am darauffolgenden Tag während des Abstieges gemacht. Das Ganze geschah im Rahmen einer Rundreise im Mai 2018. Während des Abstieges fotografierte er die dort ansässigen Yao. Sie haben die längsten Haare der Welt und zeigten wie man diese zusammenbindet.

Matthias Gößmann bereist seit vielen Jahren das südliche Afrika mit einem Geländewagen und zeigte mit „Augenblick Sambia“ ein von Reisenden noch vernachlässigtes Land. Nördlich des Sambesi sind neben den majestätischen Viktoria Fällen viele großartige und kaum bekannte Wasserfälle zu entdecken.

Der heilige Gral der Fotografen

„The Wave“, die Welle, ist so etwas wie der heilige Gral für die Landschaftsfotografen. Das Problem dabei: Nur 20 Personen dürfen pro Tag diese spektakuläre Felsformation im amerikanischen Bundesstaat Utah besuchen. Die Erlaubnisscheine werden im Internet oder vor Ort verlost.

Brigitte und Frank Gorille aus Altenkunstadt hatten Glück. Jedoch beschritten sie nicht den von der Parkverwaltung vorgegebenen, vergleichsweise langweiligen Weg zur „Wave“, sondern engagierten mit vier anderen Glücklichen einen Guide, der sie dorthin durch die fantastische Landschaft der Vermillion Cliffs führte.

Alles rund zeigte zum Schluss Norbert Ott. Mit einer Spezial-360-Grad Linse setzte er den Alltag fotografisch um.

Fotoschau: Zwischen Sichtfeld und Sichtweise
„Alles rund“ zeigt Norbert Ott auf einem Wochenmarkt. Foto: Norbert Ott
Fotoschau: Zwischen Sichtfeld und Sichtweise
Der Schwalbenschwanz beim Frühstück, fotografiert von Hans Hager. Foto: Hans Hager
Fotoschau: Zwischen Sichtfeld und Sichtweise
Die Lofoten in Norwegen beeindrucken durch bizarre Schönheit. Foto: red

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