EBENSFELD

Ebensfelder Feuerwehr zieht in ihr neues Domizil

Ebensfelder Feuerwehr zieht in ihr neues Domizil
Großübung bei der Firma IBC-Solar in Unterzettlitz. Foto: Andreas Welz

Der vergangene Samstag wird in die Geschichte des Marktes Ebensfeld eingehen: Der Umzug vom alten in das neue Feuerwehrhaus und die Überstellung der landkreiseigenen 30-Meter-Drehleiter. Etwas wehmütig blickten die Brandschützer auf ihr Domizil in der Ortsmitte zurück, dass sie 33 Jahre lieb gewonnen hatten. Dort machte die Jugend ihre ersten Schritte zum Dienst am Nächsten, von dort rückten die Aktiven zu Bränden, Unfällen, Überschwemmungen aus, retteten Menschen, Tiere und Sachwerte. Dort wurden die großen Feste in der Marktgemeinde vorbereitet. Die räumliche Enge, die schwierige Ausfahrt in der Unteren Straße 28, machte ein neues Gebäude notwendig. Jetzt sind die rund 90 Feuerwehrleute in ein modernes und geräumiges Gerätehaus umgezogen.

„Heute ist ein historischer Tag“, jubelte Bürgermeister Bernhard Storath. „Wir haben es gut über die Runden gebracht“, blickte er auf eine fast vierjährige Planung und Bauzeit zurück. Einstimmig habe seinerzeit der Gemeinderat das rund 2,5-Millionen-Projekt befürwortet, zum Schutz und der Sicherheit der Bevölkerung und der umliegenden Gemeinden. Am Freitag, 9. November, finde die offizielle Einweihung statt, bei der Landrat Christian Meißner die Drehleiter der Ebensfelder Wehr anvertrauen wird.

Wie das Glockenläuten

Bereits am Freitag begann der Umzug von Geräten und Ausrüstungsgegenständen, die für einen schnellen Einsatz nicht unbedingt erforderlich sind. Ab neun Uhr am Samstag packten die Feuerwehrmänner und -frauen ihre Schutzanzüge in die Autos. Pünktlich um zehn Uhr rollten die Fahrzeuge aus den Toren. Unsere Zeitung erkundigte sich bei den Nachbarn, ob sie jetzt erleichtert seien, wenn sie nachts nicht mehr vom Tatütata geweckt werden. Lydia Wendler machte deutlich: „Ich fühlte mich nicht gestört, die Feuerwehr gehört dazu“. Simon Endres: „Wir unterstützen die Feuerwehr“. Hans Wolfgang Bauman: „Der Alarm war wie das Glockenläuten, es hat beruhigt, denn wir wussten die Feuerwehr ist für uns da“. Einer fand den alten Standort sogar gut. Lukas Braun ist selbst Feuerwehrmann: „Ich hat‘s halt nicht so weit“, lächelte er.

Startschuss um 11

Um 11 Uhr fand im neuen Feuerwehrhaus ein Gesamtappell statt. Kommandant Georg Gäbelein informierte über die Abgasanlage, die automatischen Tore, die Schlauchpflegeanlage und die Ausrückordnung. Den Einsatz der Drehleiter bei überörtlichem Alarm behandelte er ausführlich. Bei Bränden müsse stets das Tanklöschfahrzeug dabei sein, bei Einsätzen auf der Autobahn das Mehrzweckfahrzeug. Er begrüßte vier neue Kameraden und kündigte den Besuch der Kinderkrippe und des Kindergartens am 12. und 13. November an.

Um 12 Uhr wurde es spannend am Feuerwehrdepot. Mit einem großen Aufgebot an Fahrzeugen rollte die Lichtenfelser Feuerwehr mit der Drehleiter an. Die ohrenbetäubenden Martinshörner begleiteten den Einzug der PS-starken Kolonne. Dann übergab Maschinist Rainer Dinkel dem Kommandanten und Bürgermeister Storath in einer feierlichen Zeremonie die Fahrzeugschlüssel. Bratwürste brutzelten auf dem Rost und das Ereignis wurde schon einmal inoffiziell gefeiert.

Insgesamt 13 Drehleitermaschinisten können die Drehleiter DLK mit Korb bedienen. Sie wurden im Feuerwehrhaus Burgkunstadt, wo eins der drei Fahrzeuge steht, intensiv geschult. Unter ihnen die einzige Drehleitermaschinistin im Landkreis Kerstin Raab aus Ebensfeld. „Wir hatten im September von Freitag bis Sonntag eine realistische Übung“, sagte sie. Den Führerschein 2. Klasse hätte sie schon bei der Feuerwehr gemacht. „Am Anfang hatte ich großen Respekt, jetzt bin ich stolz über die mir übertragene Aufgabe“. Drei Maschinisten seien für die Bedienung des Hubrettungsfahrzeug erforderlich. Egal ob enge Straßen, parkende Autos, üppiges Stadtgrün – die Einsatzorte seien so unterschiedlich wie die Anforderungen an Nutzlast und Funktionalität.

Um 15 Uhr ertönten die Alarmsirenen am Tor des Gottesgartens. Eine Übung war in Unterneuses bei der Firma IBC-Solar angesetzt. Es galt einen Brand im Gebäude zu löschen und verletzte Personen zu retten. „Den Job erledigten die Frauen und Männer perfekt“, lobte Einsatzleiter Sebastian Dorsch, Kommandant der Feuerwehr Unterneuses. Mit der Wärmebildkamera wurden die Dächer auf Erhitzung untersucht. Aus den Fenstern der Bürogebäude quoll weißer Rauch. Ein „verletztes“ Kind wurde noch gesucht. Wo, wussten die Atemschutzträger nicht. Aber auch diese Aufgabe wurde binnen kurzer Zeit gelöst. Eine Besonderheit der Übung war die zusätzliche Löschwasserversorgung aus dem Main. Von dort wurde eine kilometerlange Schlauchleitung verlegt. „Bei der extremen Trockenheit ist unser Feuerlöschteich fast leer“, erläuterte Gerlinde Witzgall. „Einmal im Jahr findet bei uns eine Übung statt“, sagte die Managerin bei der Firma IBC-Solar. Wenn sich die Feuerwehr auskenne, diene das der Sicherheit der Mitarbeiter.

Ebensfelder Feuerwehr zieht in ihr neues Domizil
Gemeinderat und Feuerwehrmann Anton Schatz räumt seinen Spind ein.
Ebensfelder Feuerwehr zieht in ihr neues Domizil
Schlüsselübergabe mit (v. li.): Bürgermeister Bernhard Storath, Kommandant Georg Gäbelein und Rainer Dinkel von der Lichtenfelser Wehr.