BAD STAFFELSTEIN

Quartiersmanager: Mit Michael Böhm unterwegs in Bad Staffelstein

Für Quartiersmanager Michael Böhm ist der Platz an der Lauter eine dieser besonders schönen, aber wenig genutzten Ecken der Thermenstadt. Foto: Markus Drossel

Vier Monate haben gereicht, um Michael Böhm restlos zu begeistern. „Es ist faszinierend, was ich hier vorfinde, was es schon gibt – und wie viele verborgene Möglichkeiten es noch gibt“, sagt der Quartiersmanager. Bad Staffelstein habe viele besondere Schätze, viele Vorzüge und viele Chancen. Und Böhm möchte liebend gerne Initiator und Impulsgeber sein.

„Wir haben viele Punkte in der Stadt, die auch tagsüber enorm viele Menschen in die Stadt ziehen“, sagt Michael Böhm mit gewissem Stolz. Kein Wunder, ist Bad Staffelstein doch nicht nur touristischer Mittelpunkt des Landkreises, sondern auch Heimat vieler Ärzte und Gesundheitseinrichtungen, allen voran die Therme. Die Kunst ist es, diese Gäste und auch die Einheimischen zum Schlendern, Einkaufen und Verweilen einzuladen.

Die Mischung macht‘s

„Toll ist, dass wir viele inhabergeführte Läden in der Altstadt ebenso haben wie große Handelsketten“, so Böhm. Das alles zusammengerechnet, ergebe für Bad Staffelstein ein riesiges wirtschaftliches Potenzial. „Deswegen wäre es auch so wichtig, dass noch mehr Handeltreibende und Dienstleister in die Werbegemeinschaft gehen. Nur so können wir gemeinsam unsere Stärken ausspielen.“

Leer stehende Gebäude gibt es in Bad Staffelstein nur wenige. Und die, die auf dem Markt angeboten werden, finden schnell Interessenten. Zwei Leerstände hat die Stadt selbst gekauft und arbeitet derzeit intensiv an Konzepten: das „Bären-Areal“ und das Gebäude, das einst die Hypobank beherbergte. „Wir sind in enger Abstimmung mit der Regierung von Oberfranken.“ Mehr möchte Böhm nicht verraten.

Dass „der Bär“ als Kulturstätte im Gespräch ist und „die Hypo“ sich als Bürgerhaus oder Verwaltungstrakt anbietet, sind offene Geheimnisse. „Die Stadt muss auch nicht alles selbst bewirtschaften. Sie muss entwickeln.“

Ebenso kein Geheimnis ist, dass Wohnraum in Bad Staffelstein rar ist – und nicht gerade billig. Immer mehr Investoren von außerhalb sichern sich Immobilien. „Trotzdem sind wir weit von einer Immobilienblase entfernt“, meint Michael Böhm. Bad Staffelstein sei einfach, aufgrund seiner Lage zwischen Bamberg und Coburg, sehr attraktiv.

Beeindruckt vom kulturellen Leben

Sehr attraktiv ist für Böhm auch das kulturelle Leben. „Es beeindruckt mich, wie viel hier auch von privater Hand gestemmt wird“, lobt er. Mit der Kulturinitiative möchte er künftig enger zusammenarbeiten und Konzepte entwickeln. Beispielsweise analoge oder digitale Informationsstelen, auf denen, neben grundlegenden Informationen, durchaus auch Themen wie Rechenmeister Adam Riese oder das Frankenlied künstlerisch umgesetzt werden könnten. „Temporäre Probeläufe wären für kleines Geld umzusetzen.“ Wer am Marktplatz stehe, der wisse derzeit beispielsweise gar nicht, dass es in unmittelbarer Nähe hausgebackene Torten in Cafés, handgemachte Eissorten oder leckere Essensangebote in den Lokalen gibt. Einzig an einem fränkischen Mittagstisch hapert es in der Kernstadt. In den Dörfern drumherum ist das anders.

Mangelhafte Beschilderung

Sowieso ist in Bad Staffelstein alles gut fußläufig erreichbar, Parkplätze in wenigen Gehminuten Entfernung sind zahlreich, an einer einheitlichen Beschilderung jedoch mangelt es. Da will der Quartiersmanager ansetzen.

Beim Rundgang durch das Quartier Altstadt fallen ab und an Fassaden auf, die eine Renovierung vertragen könnten. Böhm würde den Eigentümern gerne beim Ausloten von Modernisierungsmöglichkeiten behilflich sein. Dazu ist eine Broschüre in Arbeit. Und weitere Ideen hat er noch viele.

Wo geht es hier zur Innenstadt? Michael Böhm wünscht sich zum einen einen neuen Anstrich für die Unterführungen, zum and... Foto: Markus Drossel
Ein spannendes Objekt“: der Komplex des ehemaligen Radladens, der sich von der Horsdorfer Straße entlang der Oberen Bade... Foto: Markus Drossel
Ein riesiges Areal mit ebenso großem Potenzial: das Grundstück der ehemaligen Brauerei-Gasthofs „Zum Bären“ von der Alte... Foto: Markus Drossel
Würde sich als Bürgerhaus oder Rathaus II anbieten: das Gebäude der ehemaligen Hypobank, das von der Stadt gekauft worde... Foto: Markus Drossel
Ungenutzt: der leer stehende Gasthof „Adam Riese“ direkt am Marktplatz. Foto: Markus Drossel
Lobenswerte Privatinitiative: Wo früher ein Briketthändler war, stellt heute ein Künstler seine Werke ins Schaufenster. Foto: Markus Drossel
Weniger ist manchmal mehr: Der Quartiersmanager möchte in Bad Staffelstein eine homogene, aussagekräftige Beschilderung ... Foto: Markus Drossel
Wenn Michael Böhm durch Bad Staffelstein läuft, entdeckt er immer wieder neue Ecken, die er bislang noch nicht kannte. Foto: Markus Drossel
Liebenswert restauriert: Am Spitalhaus findet heuer der Weihnachtsmarkt statt. Foto: Markus Drossel

Schlagworte