BAD STAFFELSTEIN

Umgestaltung Bahnhofstraße Bad Staffelstein: Ganz viel Platz zum Flanieren

Kleine Wasserfälle an der Lauter, ein straßenüberspannendes Kurportal mit Beleuchtungseffekten, einladende Sitzgelegenheiten, Lichtakzente und vor allem ganz viel Platz zum Flanieren: Dass die Bahnhofstraße ab Einmündung Goethestraße bis zum Bahnhof umgestaltet werden soll, ist seit vielen Jahren klar. Erstmals stellte Planer Rainer Hochreiter am Dienstagabend im Stadtrat eine Diskussionsvorlage mit ersten groben Skizzen vor, die bei den Räten durchaus auf Zuspruch stieß. Im November soll es eine Bürgerversammlung geben.

„Wir wollen die Eleganz der Bauabschnitte eins bis drei fortführen.“
Rainer Hochreiter, Städteplaner

„Wir wollen die Eleganz der Bauabschnitte eins bis drei fortführen“, versprach der Stadtplaner des Büros Hochreiter-Lechner aus Weißenburg–Gunzenhausen. Bislang besticht die Bahnhofstraße im unteren Bereich eher durch Funktionalität als durch Charme. Geht es nach dem Planer, so soll sich das deutlich ändern. Das Straßenband soll auf 5,50 Meter verengt werden (in Parkplatzbereichen 4,50 Meter), wodurch die Prominierzone, also der Fußgängerbereich, deutlich breiter wird und bis zu 3,50 Meter beträgt. „Das passt zu einer Kurstadt“, so Hochreiter.

Nach seinen Vorstellungen könnte an der Lauter vis-a-vis des Cafés Rimsinger und direkt am Café Schäfer ein schöner Platz entstehen, der durch kleine Wasserfälle – Kaskaden – aufgewertet werden könnte. „Ich will die Lauter aus ihrem Kessel holen“, lautete die Vision des Planers. Die Brücke zwischen Badumstraße und Cafébereich würde er gerne mit Glasgeländer gestalten, das man nachts dann mit LED-Lichtern in Szene setzt. Im Bereich der schmucken Gründerzeithäuser seien ein Baumportal in Höhe der Einmündungen der Unteren Gartenstraße und der Heinrich-Hofmann-Straße sowie Sitzgelegenheiten denkbar, vielleicht sogar ein Kunstobjekt, „und wenn die Anwohner mitspielen, würde ich gerne mit Streiflichtern an den Fassaden Akzente setzen.“

Am Bahnhofsplatz könnte sich Planer Hochreiter eine Markthalle vorstellen, dazu filigrane Beleuchtung und elegante Bestuhlung oder ein „Überraschungsbrunnen“ mit Fontänen. Diesbezüglich bremste ihn Bürgermeister Jürgen Kohmann jedoch ein: Hier sei weder etwas konkret noch spruchreif. Ob eine Markthalle komme und wo die entstehen solle, stehe noch nicht fest. Die Planungen zum Bahnhofsplatz kämen erst nach der Umgestaltung der Bahnhofstraße. Die beiden Bauabschnitte haben insgesamt eine Länge von rund 450 Metern. Der zeitliche Wunsch der Stadt ist, den Bauabschnitt IV im Jahr 2019 und Abschnitt V in 2020 umzusetzen.

Parkplätze werden weniger

Dadurch, dass den Fußgängern entlang der Bahnhofstraße künftig viel mehr Platz eingeräumt werden soll als bisher, werden aber etliche der Parkplätze verschwinden, die es bislang längs der Fahrbahn gibt. Winfried Ernst (Freie Wähler) hatte gezählt: „Es werden nur noch 22 öffentliche Parkplätze sein.“ Zusätzlich zu den Stellflächen der Geschäfte. Das halte er für „sehr mutig“. Man müsse also auf Ausweichmöglichkeiten hinweisen. Aber die gibt es bereits: Die Adam-Riese-Halle mit ihrer Vielzahl an Stellflächen ist nur wenige Gehminuten entfernt.

Insgesamt schienen die Stadträte sehr angetan von der Grobskizzierung zu sein. „Nun ist es wichtig, die Vorschläge der Bürger zu hören“, stellte Walter Mackert (CSU) heraus. Bürgermeister Kohmann erläuterte, dass man die Anwohner und alle Interessenten zeitnah zu einer Bürgerversammlung einlade. Der Termin werde im November sein.

„Spannende Objekte“

Visionen stellte auch Quartiersmanager Michael Böhm im Rahmen der Stadtratssitzung vor. Nach knapp drei Monaten im Amt habe er sich einen groben Überblick über Immobilien und Leerstände verschaffen können, betonte er, und habe dabei etliche „spannende Objekte“ entdeckt. Böhm will eine Broschüre zu Förder- und Modernisierungsmöglichkeiten auflegen, eventuell einen Kunsthandwerkermarkt ins Leben rufen, Themenstelen und temporäre Beleuchtungsinstallationen ausprobieren – und vor allem die Beschilderung im Bereich zwischen Altstadt und „points of interest“ (POI) verbessern, beispielsweise Bahnhof, „Aqua Riese“ und Therme.

Im Stadtrat kurz notiert

• Gut 30 Bauplätze entstehen in absehbarer Zukunft mit dem Baugebiet „Am Stadtweg“ am Ortsrand von Unterzettlitz. Dazu gibt es einen rechtskräftigen Bebauungsplan. Christian Dremel vom Ingenieurbüro Höhnen & Partner Bamberg stellte im Stadtrat die geplante Straßenführung sowie die Lage der Ver- und Entsorgungsleitungen vor.

• Einstimmig haben die Stadträte die Änderung der Satzung über die förmliche Festlegung der Sanierungsgebiete „Altstadt“ und „Bahnhofstraße/Gründerzeitviertel“ beschlossen. Die Sanierungsgebiete sind Grundlage für städtebauliche Förderprogramme, von denen auch Privatleute profitieren können.

• Das Stadtgebiet wächst um 443 Quadratmeter. Grund dafür sind Vermessungsarbeiten im Zuge des Flurbereinigungsverfahren Rothmannsthal (Stadt Lichtenfels).

• Die defekte Tragkraftspritze der Freiwilligen Feuerwehr Unnersdorf soll nicht mehr repariert werden. Stattdessen ist eine Ersatzbeschaffung einer PFPN 10-1000 geplant. Für die rund 15 000 Euro sind sind rund 6200 Euro an Zuschüssen zu erwarten. Die Kosten werden im Haushaltsjahr 2019 veranschlagt.

• Thomas Schüpferling wurde einstimmig zum Gewässerschutzbeauftragten der Stadt Bad Staffelstein bestimmt.

• Im Stadtteil End darf ein Grundstückseigentümer den Bebauungsplan „An der Hahnleite“ aufstellen, er muss allerdings die Kosten tragen. Auf den rund 4600 Quadratmetern an Staatsstraße 2204 und Reuthweg könnten bis zu fünf Bauplätze entstehen.