BAD STAFFELSTEIN

Bauausschuss: Kritik an Residenz am Hirtenberg

Der Bau- und Umweltausschuss beschäftigte sich unter anderem mit dem Bebauungsplan Residenz am Hirtenberg. Foto: red

Die Behandlung der Stellungnahmen zum geplanten Projekt „Residenz am Hirtenberg“ in Nedensdorf stand im Mittelpunkt der jüngsten Bauausschusssitzung.

Beim Ortteil will ein Investor in rund 200 Metern Entfernung vom Dorfrand entfernt in Richtung Wiesen ein dreiflügeliges Gebäude errichten. Auf rund 1,6 Hektar sollen 27 Appartements entstehen, außerdem Wohneinheiten für betreutes Wohnen, eine Palliativstation sowie in einem der Flügel ein kleinerer Hotelbereich für Gäste, besonders für Verwandtenbesuche.

Im Juli 2017 hatte der Bauausschuss den ersten Planentwurf gebilligt, nun befasste sich das Gremium mit etlichen Stellungnahmen. Eindeutig auf Ablehnung stößt das Vorhaben beim Bund Naturschutz. Dieser kritisiert den Standort, hätte die Umsetzung lieber im städtischen Bereich gesehen, prangert den Flächenverbrauch an und befürchtet Pro-bleme im Begegnungsverkehr angesichts der mit 4,70 Metern schmalen Zufahrtsstraße.

In der mit zwei Gegenstimmen abgesegneten Antwort der Stadt wird die Standortentscheidung begründet: Trotz intensiver Suche sei es nicht möglich gewesen, ein stadtnahes Grundstück oder einen Leerstand in benötigter Größe zu finden. Ein geplanter Shuttle-Bus soll die Einbindung der rüstigeren Bewohner in das öffentliche Leben der Innenstadt gewährleisten.

Für die landwirtschaftliche Fläche, die für das Vorhaben herangezogen werden soll, werde eine Ausgleichsfläche von mindestens 4760 Quadratmetern Intensivgrünland in eine artenreiche Extensivwiese umgewandelt. Angesichts des Portfolio des Betreibers werde keine erhebliche Zunahme des Verkehrs erwartet, so die Stadt weiter. Die Straßenbreite erachtet das Gremium mehrheitlich als ausreichend.

Drei am Hirtenberg wohnende Anlieger reichten ebenso Stellungnahmen ein. Darin wiesen sie auf den Baulärm hin und befürchteten, dass sie für Straßenschäden aufkommen müssten, die während der Bauzeit entstehen könnten. Letzteres konnte die Stadt entkräften. Wenn Schäden entstünden, sei der Verursacher hierfür verantwortlich. Die Lärmbelastung sei nur tagsüber, außerdem sei eine Herabsetzung des Tempolimits in der Bauphase vorgesehen.

Verschiedene Stellungnahmen thematisierten die Zufahrt über die vorhandene Straße „Hirtenberg“. Kreisbrandrat Timm Vogler sieht die Zufahrt im Hochwasserfall zwar als grundsätzlich gesichert an, hatte aber eine Zufahrtsstraße vorbei am Feuerwehrhaus Nedensdorf über den vorhandenen „Grünweg“ empfohlen.

Löschwasserversorgung sicher

Letztgenannte Möglichkeit sei, so die Stadtvertreter, durchaus geprüft worden, habe sich aber aufgrund der Topografie als schwer realisierbar erwiesen Im Brandfall sei über den „Grünweg“ eine sehr gute Löschwasserversorgung über eine Schlauchleitungsstrecke der Entnahmestelle „Main“ gegeben. Der Löschwasserbedarf soll ferner im Zuge der Umsetzung des Projekts durch die Errichtung eines ausreichend großen Löschteichs gesichert werden.

Auf weitere wichtige Aspekte wies das Wasserwirtschaftsamt hin. Die Stadt erläuterte, dass das zu erwartende erhöhte Schmutzwasseraufkommen von der Kläranlage aufgenommen werde, wie auch das zuständige Ingenieurbüro noch einmal bestätigt habe. Die Frischwasserversorgung sei gesichert. Zur Absicherung für eventuell in Sommermonaten auftretende Verbrauchsspitzen ist als Auflage die Installation eines Frischwasserspeichers ein Muss.

Zum Ende des Tagesordnungspunktes fasste das Gremium mit einer Gegenstimme den für den Fortgang des Verfahrens notwendigen Grundsatzbeschluss. Nun folgt als nächster Schritt im Prozedere die förmliche Beteiligung.

Freuen darf sich die Firma Moll Batterien. Der Bauausschuss stimmte ihrem Antrag zum Bau eines „Kompetenzzentrums“ zu. Gegenüber dem Trakt in der Angerstraße beabsichtigt das Unternehmen bekanntlich, auf dem früheren Gelände der Firma Markuzzi ein Verwaltungs- und Betriebsgebäude zu errichten. Die Bauweise mit Keller, Erdgeschoss, erstem und zweitem Obergeschoss gestaltet sich nicht als „Block“, sondern in abgestufter Weise. Die vielen „Rücksprünge“ lockerten den Bau auf, wie Gremiumsmitglieder lobten.

Notariat in der Bahnhofstraße

Eindeutig als größere Baumaßnahme zu betrachten ist auch der Einbau einer Notariatskanzlei im Erdgeschoss und ersten Obergeschoss eines Gebäudes in der Bahnhofstraße in Richtung Unterer Lauterdamm. Konkret geplant sind außerdem die Errichtung einer Wohneinheit im Dachgeschoss, der Anbau eines Treppenhauses mit Aufzug sowie die Errichtung von Balkonen und Autostellplätzen.

Das Gremium sieht aktuell keine Einwände gegen das Vorhaben. Harald Konietzko (SPD) sprach von einem „Zugewinn“ und einer „optischen Aufwertung“ durch die Maßnahme. Das seit Anfang Juni leer stehende Gebäude steht nicht unter Denkmalschutz, es besteht aber ein Ensembleschutz.