EBENSFELD

„Brauchen mehr Lichtenfels in Bayern“

Markus Blume ist seit 2008 CSU-Abgeordneter im Bayerischen Landtag mit Direktmandat für den Stimmkreis München-Ramersdorf und seit dem 14. März 2018 Generalsekretär der CSU. Foto: Andreas Welz

Rund 600 CSU-Anhänger feierten am Montag im Festzelt der Feuerwehr Ebensfeld den neuen CSU-Generalsekretär Markus Blume. In den Auftakt des politischen Sommers des CSU-Kreisverbandes mischten sich neben Beifallsbekundungen aber auch kritische Töne. Blume sprach von Fehlern, die gemacht wurden, und wies unter anderem auf das schlechte Ergebnis der Bundestagswahl 2017 hin.

Bezirkstagskandidat und Landrat Christian Meißner erneuerte sein Versprechen, als Bezirksrat weiterhin für Kutzenberg kämpfen zu wollen. „Die Wunde will nicht heilen“, sagte er im Hinblick auf die Entscheidung, Teile des Bezirksklinikums auszugliedern. Landtagskandidat Jürgen Baumgärtner wurde deutlicher: „Es ist die größte politische Sauerei der letzten zehn Jahre.“ Er freue sich auf die klinische Vollversorgung in Bamberg, „aber nicht auf Kosten der Landkreise Lichtenfels und Kronach“. Baumgärtner umriss sein Wahlprogramm mit der Schaffung bezahlbaren Wohnraums, die Ertüchtigung der Ortskerne und Wohnungen für junge Familien. „Die CSU macht nicht alles richtig, aber besser als alle anderen“, sagte er.

Mit Menschen plaudern

Bürgermeister Bernhard Storath wurde zum Thema Kutzenberg deutlicher: „Auch in der CSU gibt es Deppen“, richtete er an die Adresse des Bezirkstags. Ehe Entscheidungen gefällt werden, müsse man mit den Menschen plaudern. Für ihn sei das christliche Menschenbild von Bedeutung. „Dazu brauchen wir keine amtlich verordneten Kreuze in öffentlichen Gebäuden“, kritisierte er Ministerpräsident Markus Söder. Jede Entscheidung müsse von unten nach oben gehen. „Wir Politiker sollten mit erhobenem Haupt sagen: Uns geht es gut“, erteilte er den Pessimisten eine Abfuhr.

Markus Blume lobte die Ebensfelder Feuerwehrleute: „Wer so gut feiern kann, kann bestimmt auch gut löschen.“ In den Bierzelten säßen keine Dumpfbacken, sondern politisch engagierte Menschen, antwortete er auf den Bericht einer Münchner Zeitung. Landtagsabgeordneten Jürgen Baumgärtner lobte er wegen seiner unnachgiebigen Art und seinem robusten Auftreten. „Wir brauchen mehr Ebensfeld, wir brauchen mehr Lichtenfels in Bayern, denn die Steigerung von Bayern ist Franken“, sagte er.

Die FDP sei eine Braut, die sich nicht traut, erinnerte Blume an die Koalitionsverhandlungen. Für FDP-Bundesvorsitzenden Christian Lindner hatte er kein gutes Wort übrig: „Für Lindner ist sein eigenes Image wichtiger als die Politik, Leute wie ihn brauchen wir nicht im Parlament.“ Auch an der SPD ließ Blume kein gutes Haar: „Sie denke nur an Familiennachzug (von Flüchtlingen) und nicht an die eignen Familien.“ Die SPD solle lieber Politik für alle machen und nicht für die Ehe für alle, kritisierte Blume den Koalitionspartner.

Recht nicht durch Gefühl ersetzen

Dass Hartz IV heute überwiegend von Zuwanderern genutzt werde, daran sei nie gedacht worden. In Sachen Abschiebung machte der Generalsekretär deutlich, dass man Recht nicht durch Gefühl ersetzen solle. Integration sei keine Beliebigkeit, wer in dieses Land komme müsse die Spielregeln einhalten. Der CSU-Generalsekretär schwor die Besucher vor der Landtagswahl in Bayern am 14. Oktober auf einen harten Kurs gegen die AfD ein. „Die AfD ist ein Feind von allem, für das Bayern steht, die brauchen wir nicht im Landtag“, sagte er sinngemäß im Ebensfelder Festzelt.

Vorgestellt wurden die Zweitstimmenkandidaten: Klaus Löffler, Landrat in Kronach, für die Bezirkstagswahl und Christian Zorn aus Redwitz für die Landtagswahl.