BAD STAFFELSTEIN

Hier gibt es alles im Doppelpack

Noch bleibt für dieses Paar genügend Zeit für die Anschaffung der Erstausstattung. Foto: Gerda Völk

Von dem Gedränge hält sich der junge Vater lieber fern. Zumal für seinen Zwillingswagen in den engen Gängen zwischen den Verkaufsständen in der Peter J.-Moll-Halle in Bad Staffelstein ohnehin kaum Platz ist. Während seine Frau sich durch Berge von Kleidung, Schuhe und Zubehör wühlt, steht bei ihm ein Ausflug in die Innenstadt von Bad Staffelstein auf dem Programm.

Die Zwillingseltern aus Höchstadt im Landkreis Erlangen-Höchstadt besuchen den Zwillingsbasar in Bad Staffelstein bereits zum dritten Mal. Aktuell besteht keine konkrete Kaufabsicht. „Finden wir nichts, dann war es eben ein schöner Ausflug“.

Seit vergangenen Herbst organisiert Silke Bewald aus Schönbrunn die Veranstaltung, die schon über zehn Jahre existiert. Der Zwillingsbasar in der Kurstadt zählt mittlerweile zu den größten in Bayern. 2007 startete der Basar mit rund 20 Tischen, mittlerweile hat sich die Anzahl mehr als verdoppelt. Auf rund 44 Tischen wird all das angeboten, was Zwillinge so brauchen.

Mit viel Organisation verbunden

Die beiden Veranstaltungen im Herbst und Frühjahr sind mit viel Organisation und großen Aufwand verbunden. „Am ersten Tag glüht der Anrufbeantworter“, lacht Silke Bewald. Bei der Organisation wird sie von ihrer Familie und Freunden unterstützt. Der Andrang ist groß. Die Besucher und Verkäufer kommen nicht nur aus der Region, sondern auch den angrenzenden Landkreisen und darüber hinaus und aus dem benachbarten Thüringen.

Was einen Zwillingsbasar von einem normalen Basar unterscheidet? Hier gibt es alles im Doppelpack. Auf den Tischen sind Berge von Strampelanzügen, Kleidchen, Hosen, T-Shirts, Socken und Unterbekleidung zu finden. Um den Eltern den Einkauf zu erleichtern, werden im großen Saal der Peter-J.-Moll-Halle die Kleidungsstücke für Mädchen angeboten, die Sachen für die Jungs gibt es einen Stock höher. Alle sperrigen Teile, wie Kinderwägen, Buggys, Badewannen, Einrichtungsgegenstände oder Roller und Fahrräder sind auf der Bühne zu finden. Was die Teile kosten, ist Verhandlungssache und liegt im Ermessen des Verkäufers.

Die Eingangs erwähnten Zwillingseltern hatten keine konkreten Kaufabsichten. „Mal schauen was meine Frau findet“: Am Ende zeigt die 38-Jährige stolz ihren Einkauf. In ihren beiden prallgefüllten Taschen befindet sich Bettwäsche und Kleidungsstücke, für ihre beiden Mädchen. Alles in doppelter Ausführung. So um die 20 Teile, schätzt die 38-Jährige. Für ihren Einkauf hat sie 50 Euro ausgegeben.

„Super“ aber auch anstrengend

„Zwillinge zu haben ist super, aber auch anstrengend“, sagt ein Vater. „Die haben immer einen Spielkameraden“, ergänzt eine Mutter. Kostet eine Erstausstattung für ein Baby schon viel Geld, verdoppeln sich die Kosten für Zwillinge. „Außerdem wachsen die Kinder so schnell raus aus ihren Sachen“, berichtet eine Mutter. Gut wenn man sie gebraucht kaufen kann. Dann gibt es da noch einen weiteren Grund, einen Ressourcenschonenden. Es wäre schade, wenn man kaum getragene Kleidung wegwerfen würde. Dies wäre so, als ob man Lebensmittel wegwirft, gibt eine weitere Mutter zu bedenken.

Der nächste Zwillingsbasar findet am Samstag, 22. September, 13 bis 15 Uhr, statt. Der Erlös kommt einem gemeinnützigen Zweck zugute. So geht der Erlös der Frühjahrsveranstaltung an die „Harl.e.kin-Nachsorge“ in Bamberg für früh- und risikogeborene Kinder und ihre Familien.