KLOSTER BANZ

Der Zauber der Klosterwiese

A capella: Die Jungs von „Viva Voce“ werden auch im kommenden Jahr die Lieder auf Banz moderieren. FOTOS: Birgit Kunig Foto: Birgit Kunig

Die gut gelaunten Burschen von „Viva Voce“ haben sich als Moderatoren bei der Premiere der „Lieder auf Banz“ in die Herzen des Publikums gesungen und gewitzelt. Keine Frage, dass sie bei der zweiten Auflage wieder mit dabei sein werden. Mit klangvoller charmanter Untermalung eröffneten sie auch das Pressegespräch zur Vorstellung des Programms für das Liedermacherfestival am 6. und 7. Juli 2018.

„Wohlauf, die Luft geht frisch und rein“ und den neuen-alten „Fraeggie“ in aufgepeppter Version schmetterte das Ensemble frisch-fröhlich-frei. Der Refrain„Lieber Gott, wir wollen Dir danken, dass wir zuhause sind in Franken“ war eine gute Überleitung zum eigentlichen Thema, den Wohlfühlcharakter des Events „Lieder auf Banz“ zu bewahren.

„Wir wurden ins kalte Wasser geschmissen, innerhalb von vier Wochen hatten wir letztes Jahr das neue Konzept – neuer Name, Grafiken, Werbung, Programm – aus dem Boden gestampft.“
Gaby Heyder, Veranstaltungsservice Bamberg

Klangvolle Namen und Entdeckungen wird das Programm im Juli bieten, wie Gaby Heider vom Veranstaltungsservice Bamberg ankündigte.

Als Zugpferd dürfe man sich auf Reinhard Fendrich freuen, der 2018 zum ersten Mal in Banz auftreten wird. Die Austropop-Ikone wolle auf der Klosterwiese live und intim auf das Publikum eingehen. Konstantin Wecker, der Musikpoet, solle das Open-Air wie all die Jahre weltverbessernd prägen. Auch seine Mitstreiter Jo Barnickel und Fanny Kammerlander seien wieder dabei.

Pippo Pollina und Bodo Wartke

Zur Freude vieler werde Bodo Wartke wieder „aufwarten“. Der Gentleman-Entertainer, Chansonnier und Schauspieler ist ebenfalls Wiederholungstäter in Banz und werde mit schmissigen, scharfzüngigen Texten und Reimen begeistern. Viele kennen ihn noch als Moderator und Conférencier auf der Klosterwiese.

Pippo Pollina – diesmal mit neuem Programm - ist mit seinen sensiblen Balladen den Banzianern ebenso bekannt wie Anna Deppenbusch. Ihre Geschichten geformt aus Wahrheiten, Phantasie und Ironie sind voller Brüche, die sie mit einem Augenzwinkern wiedergibt. Ihr neues Programm heißt „Schwarz-weiß“ und mittlerweile gehöre sie zu den begabtesten Liedermacherinnen Deutschlands.

Wenn Andreas Kümmert kommt, werde sich auch das jugendlichere Publikum angesprochen fühlen. Mit grandioser Blues-, Rock und Soul-Stimme möchte der einstige Voice of Germany Gewinner zeigen, dass er wohl seine Schüchternheit besiegt hat und sich zum Ausnahme-Live-Künstler etabliert hat.

Er ist zwar ein alter Hase in der Liedermacherszene, aber auf Banz war er noch nie. Als „sympathischer Bayer“ lässt sich Michael Fitz mit seinen Gitarren keinem Genre einordnen. Er werde aus dem Mittendrin im Leben erzählen, wo es um Erlebtes und Gefühltes geht.

Mit launigen Worten lobte Michael Möslein, Leiter der Hanns-Seidl-Stifung, die professionelle und kollegiale Zusammenarbeit mit dem neuen Veranstalterduo, Gaby und Wolfgang Heyder vom Bamberger Veranstaltungsservice. Ebenso den künstlerischen Leiter Thomas Schimm, ein ehemaliges „Viva Voce“-Mitglied, der es sichtlich genoss, seine Jungs singen zu hören. Dass es sich um einen Glücksgriff handele, mit dem man weiterhin Erfolgsgeschichte schreiben will, konnte Möslein nicht oft genug betonen. Obwohl für die politische Stiftung die Organisation eines Open Airs eigentlich eine Zusatzaufgabe sei („Wir sind schließlich keine Künstleragentur“) halte er die Nachwuchs- und Kulturförderung für so wichtig, dass weiterhin der Nachwuchsförderpreis für junge Liedermacher verliehen werde. „Die Hans-Seidl-Stiftung ist gerne bereit, sich bei den „Liedern auf Banz“ ebenso aktiv zu beteiligen, wie das bei den Songs 30 Jahre lang der Fall war – nur eben mit viel mehr Freude.“

Mit 5000 Euro Preisgeld pro Gewinner werde am Modell 2017 festgehalten – auch daran, dass es nur noch drei, anstelle von früher vier Preisträgern geben solle. Die Bewerbungsfrist laufe noch bis Januar 2018, auch wenn sich schon viele Musiker angemeldet haben. „Es dürfen nur deutschsprachige Liedermacher sein“, erklärte er die Auswahlkriterien. Leider habe die Stiftung voriges Jahr einer brillant singenden 16-Jährigen absagen müssen, weil sie nur englische Texte singt. Als harmonisch habe sich der Plan erwiesen, dass sich die Neuen – also die Gewinner – im gleichen Programm wie die alten Hasen präsentieren.

„Bretter, die die Welt bedeuten“, laute die Tradition, nach der der Bayrische Rundfunk das Liedermacherfestival aufgezeichnet und in einer zweistündigen Sendung ausgestrahlt habe. Man gehe davon aus, dass das auch 2018 wieder so sein wird. „Der Weg für einen Liedermacher ist steinig genug“, betonte Möslein. Eine Berichterstattung in dieser Form könne einen Künstler extrem fördern.

„Ich war heuer extrem angespannt, ob Lieder auf Banz genauso erfolgreich werden wie die Songs“, gestand Bad Staffelsteins Bürgermeister Jürgen Kohmann. Zum Glück sei er eines Besseren belehrt worden. „Die fröhliche, friedliche, freundliche Stimmung“ dank der neuen Organisation sei beeindruckend gewesen. Und ihm sei ein Stein von Herzen gefallen, ob des „wunderbaren Miteinanders“ der Gäste und der Veranstalter mit der Stadt Bad Staffelstein

„Wir wurden ins kalte Wasser geschmissen, innerhalb von vier Wochen hatten wir letztes Jahr das neue Konzept – neuer Name, Grafiken, Werbung, Programm – aus dem Boden gestampft“, berichtete Veranstalterin Gaby Heyder. Übernommen hätten die Heyders die Philosophie des Open Airs auf der Klosterwiese und gemäß dem Motto „dieses Festival darf nicht sterben“ versucht, die Konzeption positiv weiterzuentwickeln. Das wäre nicht möglich gewesen ohne die offene herzliche Atmosphäre mit der Stadt sowie den Behörden – sei es Feuerwehr, Ordnungsamt oder Polizei. Auch von der Kommunikation mit dem Publikum, den Künstlern und deren Miteinander und Kollegialität zeigte sie sich begeistert. Beeindruckend sei zum einen die Dankbarkeit der Künstler gewesen, aber auch wie viele sich für heuer bereits wieder beworben hätten. Auch Wiederholungstäter, die gerne immer wieder kommen. Dies zeige den enormen Stellenwert von „Liedern auf Banz“ in der Musikszene.

Was kommt? Für das Publikum solle es noch komfortabler bei Einlass und Sitzplätzen werden. Der Zugang beim Klettergarten habe sich bewährt, „um lange Schlangen wie in der hohlen Gasse zu vermeiden“. Auch Rollstuhlfahrern und Schwerbehinderten solle der Eingang erleichtert werden und das Platzangebot der Klosterwiese erweitert werden. Und auch für Zuschauer mit körperlichen Einschränkungen ohne Behindertenausweis solle es Erleichterungen geben.

Am schwierigsten sei die Dramaturgie der Auftritte und die passende zeitliche Abfolge, so der künstlerische Leiter Thomas Schimm. Dass er zum zweiten Mal engagiert wurde, beweist, dass sein Programm ankam. Das gleiche gilt für „Viva Voce“ als Moderatoren.

Vorverkauf und Bewerbung

Karten für die Lieder auf Banz am 6. und 7. Juli 2018 gibt es an allen Vorverkaufsstellen sowie unter www.kartenkiosk-bamberg.de, www.eventim.de, www.adticket.de. Außerdem in Bad Staffelstein beim Kur- und Tourismusservice sowie unter Tel. (0951) 23837.

Bewerbungen für den Nachwuchsförderpreis sind an die Hanns-Seidel-Stiftung, Institut für Begabtenförderung, zu Händen von Professor Hans-Peter Niedermeier, Postfach 190846, 80608 München zu richten; Tel.(089) 1258-272, E-Mail: weiss-r@hss.de.

Die Premiere von „Lieder auf Banz“ war ein Publikumsmagnet. Foto: Georg Hochwart

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