BAD STAFFELSTEIN

Ein Kinderparadies mit viel Platz

Mit Begeisterung bei der Sache waren die Kinder, als sie eine witzige Version der „Vogelhochzeit“ aufführten. Foto: Mario Deller

„Gott baut ein Haus, das lebt“, sangen die zahlreichen Gäste am Sonntag, der seinem Namen alle Ehre machte. Architekt, Handwerker, Bürgermeister und Stadtrat, Kita-Personal und so fort – viele hatten in den vergangenen Monaten, ja: Jahren, auf unterschiedliche Art und Weise mitgebaut an der Sanierung und Erweiterung der Katholischen Kindertagesstätte Sankt Anna.

Zahlreiche Ideen flossen ein, bürokratische Hürden wurden überwunden, rund zwei Dutzend Unternehmen wirkten mit. Die Hauptprotagonisten bei der feierlichen und von einer fröhlichen Atmosphäre getragenen „Neueinweihung“ waren allerdings die Jungen und Mädchen selbst.

„Vergelt‘s Gott“

Mit strahlender Miene, passend zum herrlichen Sonnenscheinwetter, schüttelte Sven Radziej unzählige Hände, sagte in seinen einleitenden Worten am Vormittag allen Firmen, Helfern und sonstigen Mitwirkenden ein herzliches „Vergelt‘s Gott“. Nur durch das gemeinsame Bestreben und Anpacken sei eine Maßnahme wie diese umsetzbar gewesen, betonte der Leiter der Einrichtung. Radziej lobte die Geduld der Kinder während der Übergangsphase und zog auch verbal den Hut vor seinen Mitarbeitern der Kindertagesstätte: „Man merkt einfach, mit wieviel Freude und Herzblut ihr euren Beruf ausübt“, lautete sein Kompliment.

Nun 600 Quadratmeter

Die verschiedenen Beweggründe, warum man sich letztlich statt eines Neubaus für eine Generalsanierung mit Erweiterung von 520 auf 650 Quadratmeter Fläche entschieden habe, erläuterte Herbert Müller, der Geschäftsführer des beauftragten gleichnamigen Architekturbüros aus Kronach. So wäre der Bau eines als Stauraum wichtigen Kellers finanziell nicht gefördert worden. Müller ging ferner auf die verschiedenen Teilaspekte der Maßnahme mit energetischer Sanierung, Umsetzung der Barrierefreiheit und neuem räumlichen Konzept ein. Das Gebäude weise nun einen Neubau-Standard auf.

Sehr angetan von der rundum erneuerten Kindertagesstätte zeigte sich Kirchenpfleger Peter Würker, der an Leiter Sven Radziej einen symbolischen Schlüssel übergab. Dem konnte sich Bürgermeister Jürgen Kohmann nur anschließen. „Er ist eine Freude, durch die Räume zu gehen“, meinte der Rathauschef, gefolgt vom augenzwinkernden Zusatz: „Da wäre ich gerne noch einmal Kindergartenkind.“

Die Stadt Bad Staffelstein beteiligt sich an der Maßnahme in Höhe der zuwendungsfähigen Kosten von 1,35 Millionen Euro. Mittels eines staatlichen Zuschusses von 70 Prozent beläuft sich der von der Kommune hieran zu tragende Anteil also auf rund 400 000 Euro.

70 Prozent Zuschüsse

Die beteiligten 21 Firmen spendeten 6050 Euro. Die Raiffeisen-Volksbank Bad Staffelstein übergab durch Christoph Bäumel, der sich an seine eigene Zeit als Bub im Sankt-Anna-Kindergarten erinnert fühlte, eine Spende von 1000 Euro. Monsignore Gerhard Hellgeth erhielt einen Sonderapplaus für seine tolle Geste anlässlich seines „Achtzigsten“: Der frühere Stadtpfarrer hatte an seinem runden Geburtstag auf Geschenke verzichtet und dafür um Spenden für den guten Zweck gebeten. Auf diese Weise wurde die Anschaffung eines Klettergerüsts für die Einrichtung ermöglicht. Das Spielgerät wurde am Sonntag von etlichen Kindern – erfolgreich – einer Belastungsprobe unterzogen.

Wir-Gefühl

Das Wir-Gefühl, das bei Generalsanierung und Erweiterung zum Tragen kam, thematisierte Pfarrer Georg Birkel im feierlichen Festgottesdienst im Garten der Kindertagesstätte. Als der Geistliche die Buben und Mädchen einlud, aus den bereit gestellten gelben, blauen und grünen Schaumstoff-„Steinen“ ein Haus zu bauen, ließen diese es sich nicht zweimal sagen. Die zahlreichen Besucher nutzten anschließend die Gelegenheit zu einem Rundgang in den von Pfarrer Birkel zuvor gesegneten Räumlichkeiten.

Kirchenpfleger Würker, der betreffend der Erneuerung der Kita viel Engagement an den Tag gelegt hatte, durfte sich über ein Bildpräsent des Pfarrers freuen. Für Schmunzeln sorgte der humorvolle Gottesmann, als er Kita-Leiter Radziej ein Messing-Sprachrohr schenkte. Für die Elternbeirats-Vorsitzende Martina Zillig hatte er ebenfalls schöne Geschenke dabei: ein fahrbares Feuerwehrauto für die Kinder, zwei Holzpferde zum Spielen sowie eine selbst gebackene Torte mit dem Schriftzug „Sankt Anna“.

Zahlreiche witzige Elemente enthielt auch die von den Kindergartenkindern aufgeführte Version der „Vogelhochzeit“ nach Rolf Zuckowski als Singspiel. Selbst die Krippenkinder brachten sich mit einem Tanz an der Darbietung ein, die verdienten Beifall erfuhr – nicht zuletzt angesichts der Tatsache, dass die Jungen und Mädchen bedingt durch die Baumaßnahmen nur eine Woche Zeit zum Üben blieb.

„Vogelhochzeit“ aufgeführt

Kinderschminken, Tattoo-Kleben, Hüpfburg, Zauberer, Tombola sowie eine Musikgeschichte mit dem Titel „Kennt Ihr Blauland“ sorgten am Nachmittag für Kurzweil und gute Laune. Ihren Spaß hatten die Kinder auch mit einem Mann aus Reihen des THW, der bei den schweißtreibenden Temperaturen zeitweise in ein Löwenkostüm schlüpfte.

Kita-Leiter Sven Radziej (li.) und Kirchenpfleger Peter Würker (Mi.) freuten sich über durch Christoph Bäumer überreicht... Foto: Mario Deller
In den feierlichen Gottesdienst wurden auch die Kinder eingebunden, die sich als „Häuslebauer“ betätigen durften. Foto: Mario Deller

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