NEUSES/ZAPFENDORF

Unnachgiebig verhandelt, viel erreicht

Als die Deutsche Bahn mit den Arbeiten an der Ausbaustrecke von Kemmern bis Zapfendorf als Teil der ICE-Strecke Nürnberg-Erfurt begann, stand das Telefon bei Stefan Kabitz, dem Vorsitzenden der Bürgerinitiative „Das bessere Bahnkonzept“ nicht mehr still. Bei der Jahresversammlung in Neuses bei Forchheim berichtete er von der großen Betroffenheit der Bewohner entlang der Baumaßnahme. Außerdem gab sich die BI nach 24 Jahren es Bestehens neue Strukturen.

Über den Tisch gezogen?

Schwerpunkte in den vergangenen beiden Jahren waren die Planfeststellungsverfahren im Abschnitt zwischen Hallstadt Nord bis Zapfendorf und Forchheim bis Eggolsheim. Mit großer Energie, so Kabitz, seien die beiden Planfestellungsbeschlüsse durchgearbeitet und auf Schlussfolgerungen und Konsequenzen für die Mitglieder durchforstet worden. Selbst Mitarbeiter von Kommunen vermittelten Kontakte zu Kabitz weiter. „Unser Vorstandsmitglied Rechtsanwalt Hans Bramann aus Wiesen konnte viele kritische Verhandlungen mit der Bahn zu einem positivem Ende bringen“, lobte der Vorsitzende. Bei den Grundstücksverhandlungen zwischen DB Netze in Erfurt und den betroffenen Grundstückseigentümern Bramann überwiegend die gesteckten Ziele erreichen.

Nach Meinung von Stefan Kabitz wurden im Maintal viele Grundstücksbesitzer über den Tisch gezogen, weil ihre Bodenschätze, Kies und Sand weitergegeben wurden, obwohl dies im Vertrag untersagt wurde. Hier werde auf juristischer Ebene noch verhandelt, obwohl die beklagte Seite sich kaum bewege „und unsere Bundes- und Landespolitiker daran kein Interesse zeigen, sich für die Bürger einzusetzen“.

„Unser Vorstandsmitglied Rechtsanwalt Hans Bramann aus Wiesen konnte viele kritische Verhandlungen mit der Bahn zu einem positivem Ende bringen.“
Stefan Kabitz, Vorsitzender der BI

Als richtungsweisendes Signal für Baumaßnahmen der Bahn in Deutschland sieht die Bürgerinitiative Vorgehen des Marktes Zapfendorf. Diese hat durh Verhandlungen erreicht, dass eine mit Veränderungssperre belegte Straße gebaut werden darf. Dies bestätigte auch das Landratsamt Bamberg. „Dies ist einmalig bei Vorhaben der Bahn und gilt hiermit in der ganzen Bundesrepublik Gleichheitsgrundsatz“, so Kabitz.Zudem fanden viele Gespräche mit den Bürgermeistern entlang der Ausbaustrecke statt. „Wir haben schon Vorbereitungen getroffen, um in den kommenden Planfeststellungsverfahren Eggolsheim bis Strullendorf – im Frühjahr 2017 – und Bamberg gut gerüstet zu sein“. Rechtsanwalt Bramann habe aus diesem Bereich schon Mandanten, die guter Dinge seien, was die Zukunft betrifft.

„Außerdem hat unser Ebensfelder Mitglied Ludwig Wendler den Kontakt zu einem überörtlichen Archiv hergestellt, so dass unser Einsatz für die Bevölkerung entlang der Trasse über fast ein Vierteljahrhundert für die Nachwelt dokumentiert wird.“

Wahlen

1. Vorsitzender Stefan Kabitz (Zapfendorf),

2. Vorsitzender Harry Göckel (Herreth), Kassierer Erwin Richter (Bad Staffelstein), Schriftführer Rolf Weizenkorn (Eggolsheim), Beisitzer Heinz Schielein (Altendorf), Erika Schwedes (Forchheim), Ewald Truckenbroth (Untersiemau), Hans Bramann (Wiesen), Ludwig Endres (Eggolsheim), Rolf Bonengel (Forchheim).