
Das Rosenkranzfest, zu dem auch heuer wieder Besucher aus dem gesamten Maintal erwartet werden, ist eine der wichtigsten Feierlichkeiten in Banz. Es hat eine lange Geschichte, die bis ins 16. Jahrhundert zurückreicht, als die Pest das Obermaingebiet heimsuchte und auch im Banzgau die Christen ihre Zuflucht zur Rosenkranzkönigin nahmen. Im Erzbistum Bamberg ist Banz die einzige Pfarrei, die dieses Fest begeht. Am Sonntag, 4. Oktober, feiert die Pfarrgemeinde Banz das diesjährige Rosenkranzfest. Der Pontifikalgottesdienst des hochwürdigsten Bischof Prof. Dr. Rudolf Voderholzer aus Regensburg beginnt um 10 Uhr. Der nachmittägliche Rosenkranz, den der Pfarrjugendchor musikalisch gestaltet, beginnt um 14 Uhr. Das Rosenkranzfest entstand in einer für Europa sehr kritischen Zeit der Bedrängung. Einen gewaltigen Zulauf erhielt das Banzer Rosenkranzfest im 18. Jahrhundert. Bereits 1714 wurde die Rosenkranzbruderschaft in Banz begründet, eine Gebetsbruderschaft der Benediktiner mit den Dominikanern. Der Zustrom zur Rosenkranzbruderschaft nimmt ungeahnte Ausmaße an. Es scheint, dass das ganze Maintal nach Banz gewallt ist. Die Mitglieder ließen sich in ein eigenes Buch eintragen, das 1757 bis 1787 etwa 14 000 Namen verzeichnet. In der Verehrung der Rosenkranzkönigin zeigt sich die Dankbarkeit des fränkischen Volkes. Das Kloster versorgt die ganze Gegend mit religiöser Bildung und lädt zu festlich gestalteten Gottesdiensten. In Prozessionen wird das kostbare Gnadenbild der Rosenkranzkönigin, das bis heute die Stiftskirche ziert, mitgetragen.
So ist es verständlich, dass die Pfarrei Banz in diesen Tagen die große Tradition dieses Festes weiterführt und das ganze Maintal herzlich einlädt. Das Rosenkranzfest wird in der Gesamtkirche erstmals genau in der Zeit gefeiert, in der die Banzer Mönche ihre neue Klosterkirche bauten (1710 bis 1719). Die Banzer Mönche widmeten einen der schönsten Altäre ihrer neuen Kirche der Rosenkranzkönigin. Am 15. Oktober 1719 wird der Altar der Rosenkranzkapelle vom Würzburger Weihbischof Johannes Bernhard feierlich geweiht. 1721 folgt dann die festliche Ausstattung der Rosenkranzkapelle durch den Bildhauer Balthasar Esterbauer und den Maler Christoph Meuser.
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