ALTENBANZ/BANZ

Ins Stift Heiligenkreuz

Die Ministranten- und Jugendchorfahrt der Pfarreien Altenbanz und Banz hatte das berühmte Kloster Heiligenkreuz im Wienerwald zum Ziel.

Am Dienstag nach Pfingsten in aller Herrgottsfrühe war Aufbruch. Die Fahrt ging über Passau, Linz, in den Wienerwald, 20 Kilometer vor Wien.

Das Zisterzienserstift liegt in einem weiten Talkessel mitten im Wienerwald. Gastpater Thaddeus hieß die junge Schar willkommen. Im zweiten Klosterhof, dem Ehrenhof vor der Stiftsbasilika, unter barocken Arkaden, waren die Zimmer. Speisesäle, Stiftskirche, Abtei, alles „nebenan“. Nach dem Bezug der Zimmer war der erste Gang zur Vesper in die Stiftskirche.

Romanisch und gotisch die Kirchenhalle, in der Mitte das prachtvolle barocke Chorgestühl. Als die Mönche ins Chorgestühl einzogen, staunten die Banzer nicht wenig: 60 junge Zisterzienser im weißen Habit, welch‘ ein Anblick!

Der wunderbare Choral durchströmte das Kirchenschiff und ergriff sichtlich die Zuhörer.

Nach dem Abendessen war noch Zeit bis zum Nachtgebet, Zeit für erste Eindrücke. Zur Komplet (Nachtgebet) waren wieder alle in der Basilika versammelt. Die Mönche kamen aus dem Kreuzgang von der Kapitellesung. Am Ende des nächtlichen Gebets empfing jeder Mönch einzeln den Nachtsegen des Abtes. Im Jugendsaal gab es eine große Konferenz über das Zisterziensertum und die Mönche.

Am nächsten Morgen waren die Ersten schon um 5.15 Uhr zu den Vigilien in der Basilika. Nach der Laudes waren alle zur Chormesse versammelt. Ein feierlicher Gottesdienst, von den Mönchen gesungen und zelebriert: So war es einmal in Banz!

Nach ausführlichem Frühstück kam Gastpater Philemon in den Jugendsaal. Er erzählte sein Leben, seine Berufung, alles hochinteressant. Und dann gab es viele Fragen der Jungen und Mädchen an den jungen Pater. Es war eine wunderbare Begegnung. Weiter ging es mit Pater Thaddeus im Klosterhof mit einer ausführlichen Stiftsführung. Auch Pater Thaddeus faszinierte die Jungen und gab bereitwillig Auskunft auf alle Fragen.

Die Zeit eilt im Kloster und so ging es vom gotischen Kreuzgang zur Mittagshore direkt in die Basilika. Danach war Aufbruch in die Umgebung. Vorbei am Kloster Mayerling (Kronprinz Rudolfs Tod) ging es nach Klein Maria Zell, einem ehemaligen Benediktinerkloster. Heute bewohnt von einer jungen Kongregation bietet sich dieser Marienwallfahrtsort, prachtvoll renoviert, außen streng romanisch, innen heiteres Rokoko.

Vor allem die wunderbaren Fresken von Barockmaler Bergl an den Wänden und in den Kuppeln begeisterte die junge Schar. Nach einem Gebet vor dem Gnadenbild ging es hinunter in die Krypta, in die Urzelle des Klosters.

Durch den Kreuzgang mit meditativem Kreuzgarten ging es weiter in die Reliquienkapelle. Hier wars hochinteressant: Hunderte von kostbaren Reliquien hatten den ganzen Heiligenhimmel von 2000 Jahren Kirchengeschichte versammelt.

Nächste Station war auf dem Haffner Berg, die barocke Marienwallfahrtskirche. Ein ovaler dynamischer, reich ausgestatteter Kirchenraum umfing uns. Pfarrer Alt erklärte die vielen Heiligenfiguren und das Riesendeckengemälde. Nach einer Andacht war es Zeit für die Vesper in Heiligenkreuz. Außerdem erwartete uns der junge Mönch, Frater Konrad, im Kloster, um uns liebenswürdigerweise die neue Hochschule „Papst Benedikt“ zu zeigen, in der zur Zeit 270 junge Theologen ausgebildet werden. Frater Konrad öffnete uns viele Türen, und die neue Studienbibliothek aus Benediktbeuern, die neuen Hörsäle und Computerräume. Übrigens stammt Frater Konrad aus unserem Kronach.

Nach Vesper und Abendessen gab es noch eine interessante Begegnung und Fragestunde mit dem Novizen Frater Isaak. Er erklärte uns ausführlich das Leben eines Zisterziensermönchs, seine Tagesordnung, seine Kleidung, sodass wir eine Vorstellung bekamen, wie die Mönche von Langheim und Vierzehnheiligen einst lebten und wirkten. Außerdem wurde uns an diesen begeisternden jungen Mönchen klar, wie vielfältig und unterschiedlich Menschen sind, die der Herr in seine Nachfolge beruft.

Am nächsten Tag fanden sich wieder viele in Vigil und Laudes. Zur Messe um 7.30 Uhr, die diesmal für die Gruppe im gotischen Karner war, waren wieder alle vollzählig.

Beim Frühstück machte jeder seine Brotzeit für den Ausflug nach Wien. Der junge Pater Coelestin, ein Wiener, führte uns sachkundig durch die Stadt. Strahlende Sonne umgab uns als wir in der Hofburg in die geistliche und weltliche Schatzkammer stiegen. Unter all den Kostbarkeiten, die in den Vitrinen funkelten waren die kaiserlichen Gewänder und die Habsburger- und die Deutsche Kaiserkrone das Highlight.

Weils so interessant war, verging der Vormittag wie im Flug. Nebenan im sonnigen Volksgarten war das Picknick, und dann eroberten die Banzer den Stefansdom. Zu allererst führte Pater Coelestin Hunderte von Stufen hinauf in die Turmkammer mit Panoramablick, da lag uns ganz Wien zu Füßen und dann hinunter in den Dom.

Dort zeigte uns der Pater die Herzmitte Österreichs, eingelassen in den Fußboden. Dann ging es von Altar zu Altar. Bilder und Heilige wurden wieder lebendig. Vor dem gotischen Tabernakelaltar mit dem Grabtuch Christi, ließen wir uns zum Gebet nieder. Draußen strahlte die Sonne, die sichtlichen Ermüdungserscheinungen waren wie weggewischt als es hieß, jetzt geht?s zu Zanoni, in die italienische Eisdiele. Glücklich und zufrieden fielen am späten Abend alle ins Bett.

Der letzte Tag nahte. Auffällig viele waren schon in der Morgenhore. Um 5.15 Uhr zur Konventsmesse waren alle vollzählig.

Das Frühstück war ausführlich, jeder machte seine Brotzeit für die Heimfahrt. Dann hieß es Koffer packen. Abt Maximilian kam spät von Rom zurück, die Gastpatres Ägidius, Philemon und Thaddeus kamen zum Abschied. Wir bedankten uns für diese kostbaren geistlichen Tage im Stift. Um 9.30 Uhr war der Bus beladen. Über die Autobahn ging es nach Stift Melk. Weil schon 20 Gruppen im Klosterhof warteten zogen wir das Mittagessen vor und gingen um 12 Uhr zur großen Stiftsführung. Zuerst in den klösterlichen Park mit einem herrlichen Tempietto, wo gerade ein Staatsempfang stattfand und dann in die Kaisergemächer. Hier gingen wir durch alle Jahrhunderte der Babenberger Gründung. Durch den Marmorsaal ging es auf die Altane, die Donaulandschaft zu Füßen, schweifte der Blick weit in die Ferne.

Durch die Bibliothek ging es dann in die Stiftsbasilika, die in Rot und Gold einen festlichen Rahmen für die Gottesdienste bildet. Pfarrer Alt erklärte die Bilder und die Heiligen. Es war noch einmal ein grandioser Paukenschlag unter strahlender Sonne, bevor wir schließlich zur Heimfahrt aufbrachen.

Das Banzer Kloster gewinnt für die Jugendlichen durch die hochinteressante Begegnung mit lebendigen Klöstern in Österreich an Leben und Vorstellung. Die Begegnung mit jungen Mönchen in Heiligenkreuz ist dazu noch einmal ein extra Impuls für junge Menschen, über ihr eigenes Leben nachzudenken. Insofern sind die Banzer Jugendlichen reich beschenkt worden.

Bei den Zisterziensern im Wienerwald: Die Reisegruppe der Pfarrei Altenbanz/Banz erfuhr viel über das klösterliche Leben. Foto: RED