ALTENBANZ

Altenbanz: Hoher Wellengang in Sachen 5G

Altenbanz: Hoher Wellengang in Sachen 5G
Die Bürgerversammlung für den Banzgau war sehr gut besucht. Foto: Monika Schütz

Heiß her ging es am Dienstag Abend in der Pfarrscheune in der Laurentiusstraße 15: Das lag aber nicht nur an den tropischen Temperaturen, sondern auch an den Gesprächsthemen. Bürgermeister Mario Schönwald hatte die Einwohner von Altenbanz, Zilgendorf, Stadel und Püchitz zur Bürgerversammlung eingeladen.

„Es ist Punkt Sieben Uhr und die Scheune ist voll, das freut mich“, begrüßte der Bürgermeister die Versammlung. Seit sehr vielen Jahren übrigens wieder die erste, wie Herr Kreppel aus Altenbanz lobend feststellte.

Bald keine „weißen Flecken“ mehr

Wichtigster Tagesordnungspunkt war der geplante Mobilfunkmast bei Altenbanz. Er soll die nördlich von Bad Staffelstein gelegenen Orte ausreichend mit Mobilfunk versorgen und die dortigen weißen Flecken endlich der Vergangenheit angehören lassen. Die Stadtverwaltung hatte dazu Referenten Christian Raupach vom Bundesamt für Strahlenschutz „BfS“ für eine detaillierte und umfassende Information zum Thema „5 G“ hinzugezogen: Werden wir stärkeren Mobilfunkfeldern ausgesetzt? Werden neue Frequenzbereiche genutzt? Wir hoch und gefährlich ist die elektromagnetische Strahlung? Und vor allem: gibt es gesundheitsschädigende Wirkungen auch bei Einhaltung der Grenzwerte?

Diese Fragen beantwortete Raupach nach seinen Aussagen neuesten wissenschaftlichen Erkenntnissen. Zuvor stellte der BfS-Wissenschaftler ganz deutlich klar, dass sein Institut nur beratende und aufklärende Funktion habe: „Wie sich sich letztlich entscheiden, ist Ihnen überlassen“.

Die Stadt Bad Staffelstein möchte im Banzgau an zentraler Stelle einen Mobilfunkmasten errichten. Die Antennenhöhe würde 18 Meter, die Masthöhe insgesamt zwischen 20 und 25 Metern Höhe betragen. Die Ortschaften Altenbanz, Stadel und Püchitz könnten gleichwertig versorgt werden, der geplante Standort würde alle drei Sektoren gut abdecken, zeigte Raupach an der großen Karte auf.

Altenbanz: Hoher Wellengang in Sachen 5G
In der Alten Schule (Altenbanz) stehen umfangreiche Renovierungen im Obergeschoss und Dachbereich an. Foto: Monika Schütz

Weitere Referenten waren Thomas Lichtenberger von der „Telefonica Germany“ und Robert Pietsch von der Dialoginitiative „Deutschland spricht über 5G“. Lichtenberger informierte zusätzlich zu den Förderprogrammen der Bayerischen Regierung. „Da, wo die Netzbetreiber sagen: Das lohnt sich nicht“, würden die Förderprogramme greifen“. Voraussetzung sei, dass es beim Telefonieren die sogenannten „weißen Flecken“ gebe. Die vier Anbieter seien in Deutschand: Telekom, Vodafon, O2 und 1+1. Vor allem in Altenbanz und Stadel sei die Mobilfunkqualität beim Telefonieren nicht ausreichend.

Klaus Stürmer wollte wissen, wieso es in anderen Ländern andere Grenzwerte gebe. Silvia Stürmer hielt ein seitenlanges Plädoyer gegen Mobilfunk im allgemeinen und 5G im Speziellen. Sie befürchtet gar eine Überwachung durch die neue Technik.

Haftung trägt Betreiber der Anlage

Auch die Frage nach einer Haftung konnte geklärt werden: „Die Haftung einer Anlage hat immer der, der die Anlage betreibt“, so Thomas Lichtenberger. Für weitere Fragen stand das komplette Team der Experten auch noch nach der Versammlung zur Verfügung.

Altenbanz: Hoher Wellengang in Sachen 5G
Beim Renovieren des Erdgeschosses der Alten Schule haben die Altenbanzer viel Zeit und Arbeitsstunden investiert. Foto: Monika Schütz

Der zweite Punkt der Bürgerversammlung war der Zustand der Alten Schule in Altenbanz. Das in Dorfmitte stehende Gebäude wurde im vergangenen Jahr von der Stadt Bad Staffelstein erworben. Aktuell dient es den Vereinen als Versammlungsort, auch Kindergartenkinder hielten sich bei schlechtem Wetter dort auf. In viel Eigenleistung, der Bürgermeister sprach von mehreren hundert Stunden, haben die Altenbanzer das Erdgeschoss des Gebäudes wieder top in Schuss gebracht. Nun wären dringende Arbeiten im Obergeschoss und Dach nötig. Mario Schönwald zeigte den Zustand der vom Holzwurm zerstörten Balken: die müssten als erstes erneuert werden. Dazu bräuchte es eine Fachfirma, stimmte er einer Frage aus dem Publikum zu.

Gleichzeitig könnte das Dachgeschoss gedämmt werden. „Überlegt Euch, welche Heizung ihr wollt,“ warf der Bürgermeister den Altenbanzern den Ball zu.

Gehwege sind sanierungsbedürftig

Weitere Anliegen der Bürger waren der schlechte Zustand der Gehwege, das Fehlen von Radwegen und die Frage nach Einsparmöglichkeiten bei der nächtlichen Straßenbeleuchtung. Auch fehlten innerorts in Altenbanz einige Laternen. An den Ortseingängen würde oftmals viel zu schnell in die Orte hineingefahren. Der Bürgermeister machte sich Notizen.

Auch von dem Vorfall, der einige Bürger sehr erzürnte: Eine Firma habe illegal große Mengen Erd-Aushub „entsorgt“. „Das ist ein Fall für die Staatsanwaltschaft - das hat mit Land- und Forstwirtschaft nichts mehr zu tun“, schimpfte ein Altenbanzer. Auch das Thema Photovoltaik auf Ackerflächen wurde angesprochen. Ob es da keine bessere Lösung gebe, fragte Silvia Stürmer, etwa die Nutzung von Parkplätzen. Bürgermeister Schönwald verwies auf die neu ausgearbeitete Matrix. Sie bewertet die in Frage kommenden Standorte möglicher PV-Anlagen.

 

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