UETZING/STUBLANG

250 Ster Holz für das Ahrtal

In Uetzing wurde über 50 Ster Brennholz für?s Ahrtal gesägt. Foto: red

Die Jahrhundertflut in der Nacht des 14. Juli 2021 hat das Ahrtal besonders hart getroffen und noch längst sind die Schäden nicht behoben. Die Häuser sind vielfach kalt, denn das Wasser hat Heizöl-Tanks mitgerissen, flutete Heizanlagen. Nicht erst seit die Temperaturen fallen ist das ein Problem, berichtet Stefan Bauernschmitt aus Uetzing, der schon mehrmals zum Helfen im Ahrtal war. Straßen sind unterspült und aufgerissen, unbewohnbare Häuser. Wer selbst Brennholz am Haus gestapelt hatte – die Vorräte wurden von den Wassermassen weggeschwemmt oder sind nun feucht. Die Situation der Flutopfer ist nach wie vor prekär.

Zehn Mann einen Tag im Einsatz

Eine Hilfslieferung aus der Region sorgt dafür, dass man dort zumindest wieder etwas heizen kann. Es ist Montagfrüh im Lautergrund und unter immensem Maschinen- und Personalaufwand startete eine ergreifende Aktion. Unter der Führung von Stefan Bauernschmitt trafen sich in Uetzing am Ortsausgang nach Serkendorf gegenüber dem neuen Feuerwehrgerätehaus, zehn freiwillige Helfer. Jürgen Schramm aus Uetzing und Erich Stark aus Prächting kamen mit Schlepper und Trommelsägen dazu und dann ging es los.

Nach Weihnachten wurden mit zwei Trommelsägen in Uetzing über 50 Ster Brennholz fürs Ahrtal gesägt. Foto: B 2

Den ganzen Tag wurde Brennholz für die Bürger in der Ahr-Region gesägt, bis die beiden großen Container der Firma Panzer aus Lichtenfels komplett gefüllt waren. „Etwa 52 Ster ofenfertiges Brennholz haben wir heute auf eine Länge von 25 Zentimeter zurecht gesägt und gespalten. Dank gilt den Helfern sowie den Holzspendern“, so Stefan Bauernschmitt, der den ganzen Tag über mit seinem Rückewagen Brennholz zusammenfuhr.

Zeitgleich wurde eine weitere Aktion gestartet

Zeitgleich startete in Serkendorf eine weitere Aktion unter dem Kommando von Philipp Fischer aus Stublang mit ebenfalls zehn Helfern. Der Uetzinger Stadtrat Manuel Schrüfer mit seiner Trommelsäge und Lukas Fischer mit einer Wippkreissäge „kämpften“ sich von Serkendorf über Gößmitz, Uetzing nach Stublang durch. Vor Ort wurde das Brennholz gesägt und mittels Kipphänger durch den Forstbetrieb Fischer Pülz nach Stublang ins Fahrsilo von Georg Zenk gefahren.

In den oberen Dörfern wurde nach Weihnachten fleißig Brennholz gesägt. Foto: red

„Das Fahrsilo dient als Zwischenlager. Am 5. Januar früh wird dann das Brennholz auf zwei Sattelzugmaschine verladen, bevor es dann nach Schuld geht“, erklärt Philipp Fischer. Wieder einmal zeigte sich die große Hilfsbereitschaft im Lautergrund. „Anfang Januar werden wir als Teil eines großen Konvois ins Ahrtal starten. Wir werden mit zwei Lastwagen und etwa 100 Ster Brennholz ins Katastrophengebiet fahren. Wir danken der Firma Gutgesell in Michelau und der Gastwirtschaft Juraschenke aus Oberlangheim für die Organisation des Convoys. Ein großer Dank geht auch an die Firma Popp Fahrzeugbau in Ebensfeld, für das unentgeltlich bereitstellen einer Sattelzugmaschine. Ein weiterer Dank geht an die zahlreichen Spender, die Brennholz zur Verfügung stellen“, so Markus Heublein, vom Fuhrunternehmen aus Bad Staffelstein, der auch fleißig mitsägte.

Die Landmetzgerei Schütz in Serkendorf und die Metzgerbräu Reichert in Uetzing spendeten die Verpflegung für die Helfer. Den Brennholzspendern Dominik Bischof, Stefan Bauernschmitt, Anette Nüßlein, Christian Weidner, Hans Gründel, Lukas Fischer (alle Uetzing), Johannes Dinkel (Serkendorf), Norbert Dinkel, Bernhard Grießer und Jannek Krapp (alle Gößmitz), Simon Hümmer, Anna Bechmann, Helmut Reinhardt, Stefan Ruppenstein, Karola Fischer (alle Stublang), Markus Erben (Unterküps), Karl Heinz Gack (Degendorf) Brennholzhandel Pascal Schmitt (Roth) und Sägewerk und Holzhandel Ellner (Weisbrem) gilt ein Dankeschön.

Am 4. Januar wird losgefahren

Über ein Förderband wurden die beiden Container in Uetzing mit Brennholz gefüllt. Foto: red

„Am 4. Januar früh um 3 Uhr werden wir losfahren und etwa 250 Ster, davon sind etwa 150 Ster aus dem Lautergrund, ofenfertiges Brennholz ins 420 Kilometer entfernte Hönningen-Schuld bringen. Neben dem Lautergrund haben auch noch weitere Leute von der Brennholzaktion erfahren und uns spontan ihre Unterstützung zugesagt. Ein Katastrophen-Management-Team koordiniert vor Ort dann die Holz Abholung für die Bevölkerung. Zusätzlich werden wir auch wieder Baumaterial mit hochfahren. Beim Bodo Gutgesell, Bauunternehmer aus Michelau, stehen etliche Paletten Baustoffe für den Transport bereit. Insgesamt sind wir mit fünf Sattelzügen und sechs Lastwagen unterwegs“, erzählt Jochen Hofmann aus Oberlangheim, der Bodo Gutgesell bei dieser Aktion tatkräftig Unterstützt. Hönningen liegt etwa sieben Kilometer südwestlich von Altenahr und 23 Kilometer südwestlich von Bad Neuenahr-Ahrweiler sowie zwölf Kilometer von Adenau und dem Nürburgring. (red)

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