WEIDEN/WEISMAIN

Wofür Weiden bekannt ist

In Weiden steht eine der wenigen Wehrkirchen Frankens. Foto: Otto Arnold

Der Juraort Weiden war einst Sitz eines Adelsgeschlechtes. Der Weismainer Ortsteil liegt oberhalb des schönen Kleinziegenfelder Tales. Er ist nicht nur bekannt für eine der wenigen Wehrkirchen Frankens. Viele dürften den Ort auch wegen seines dem heiligen Andreas gewidmeten Patronatsfests kennen.

Überliefert ist, dass etwa zwei Kilometer nördlich des Ortes die Burg von Eberhardt II. von Weiden (1122) stand. Heute sind von ihr allerdings keine Überreste mehr erhalten. Mit dem Erlöschen des Weidener Adelsgeschlechtes um 1216 fiel das Dorf in die Bedeutungslosigkeit zurück.

Wohl ein älteres Glaubenszentrum als Modschiedel

Dabei müsste Weiden als Glaubenszentrum älter sein als das jetzige benachbarte Pfarrzentrum Modschiedel. Zumindest ist die Sankt-Andreas-Kirche in Weiden älter als die in Modschiedel. Entsprechend hätte genauso gut Weiden das Pfarrrecht des damaligen wie heutigen Sprengels übernehmen können.

Allerdings fehlen die Dokumente aus der Anfangszeit der Weidner Kirche hierzu. So ist den Chroniken zufolge das Kirchenschiff der Zeit zwischen 1100 und 1300 zuzuordnen. Der Chorturm hingegen müsste in die romanische Zeit fallen. Der Bauentwicklung nach dürfte der erste Gottesdienstraum in der Sankt-Andreas-Kirche zur selben Zeit entstanden sein wie der der Modschiedler Kirche. Sicher kam erst später das Langhaus hinzu.

Kriegerische Auseinandersetzungen im Mittelalter

Die im nördlichen Weiden gelegene Kapelle war wohl zu ihrer Ursprungszeit nicht befestigt. Die Dörfer des Juras und des Obermain-Gebietes hatten im Mittelalter aber wiederholt unter kriegerischen Auseinandersetzungen zu leiden. Deshalb rüstete man sich in Weiden durch eine Wehrmauer um seine kirchlichen Anlagen. Damit entstand die alles umschließende, mächtige Friedhofsmauer, die noch gut erhalten ist und auch nicht dem Blick des Besuchers entgehen kann.

Der Ort Weiden erwarb sich seinen guten Ruf dadurch, dass sich seine Bewohner bis in die heutige Zeit sehr für das kirchliche Baudenkmal einsetzen. Hervorzuheben ist in diesem Zusammenhang das Engagement des 2014 verstorbenen Pfarrers Christian Meisner. Die bisher letzte Restaurierung fand 2011 statt. Es gibt nur wenige Kirchenanlagen, die als Wehrkirchen bekannt und in einem solch guten Zustand erhalten sind.

Auffallend ist auf dem umfriedeten Kirchplatz das starke, eisenbeschlagene Tor im Eingangstorbogen. In seinem mittleren unteren Teil befindet sich eine kleinere Tür, über die auch Einzelpersonen Einlass finden, ohne das große Tor öffnen zu müssen.

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