BURGKUNSTADT/KLOSTER BANZ

Wirtschaftsforum Obermain-Jura diskutiert über Klimaziele

Wirtschaftsforum Obermain-Jura diskutiert über Klimaziele
Der Stromverbrauch müsse gesenkt werden, forderte Erich Maurer, Geschäftsführer Energieagentur Nordbayern GmbH. Foto: Roland Dietz

Das Thema Klimaschutz betrifft die ganze Erdbevölkerung. Die Einsicht, dass es nicht mehr weitergehen kann wie bisher, ist allerdings noch nicht überall angekommen. Um die von der Bundesregierung beschlossenen C02-Ziele zu erreichen, wird es in vielen Bereichen eine Änderung des Umgangs mit Ressourcen geben müssen. Wie das gehen könnte, war Thema eines Informationsabends des Wirtschaftsforums Oberfranken Jura in Kloster Banz.

Das Thema „Der Weg zum klimaneutralen Unternehmen“ sei für alle Branchen wichtig, betonte der Vorsitzende Wirtschaftsforums, Erhard Ströhl. Nicht nur im Wahlkampf wurde es diskutiert, sondern auch in vielen Betrieben stehe Klimaschutz schon weit oben auf der Agenda. „Doch wir spüren, dass in Zukunft mehr geschehen muss, wenn wir die Erderwärmung tatsächlich stoppen und unsere Lebensgrundlagen wirksam schützen wollen“, betonte Ströhl.

„Wir spüren, dass in Zukunft mehr geschehen muss, wenn wir die Erderwärmung tatsächlich stoppen und unsere Lebensgrundlagen wirksam schützen wollen.“
Erhard Ströhl, Vorsitzender des Wirtschaftsforums

Um die ambitionierten neuen Klimaziele, die die Bundesregierung beschlossen hat, einzuhalten, werde die Wirtschaft einen wesentlichen Beitrag leisten müssen. Daher solle der Infoabend zeigen, wie der Weg zu einem klimaneutralen Unternehmen aussehen könnte.

Eines der Themen der Fachreferate war „Vermeiden, Vermindern und Kompensieren – Zukunft zu Ende gedacht.“ Hier müsse die Frage geklärt werden, wie Energie-, Ressourceneffizienz und Klima-Neutralität zusammenhängen, sagte Dr.-Ing. Oliver Oechsle von der Universität Bayreuth/Fraunhofer IPA. Um die CO2-Ziele der Bundesregierung beziehungsweise des Pariser Klimaabkommens einzuhalten, müsse der Ressourcenverbrauch auch absolut sinken. Daher gelte es, sich mit neuen Ansätzen wie Kreislaufwirtschaft oder der Ultraeffizienzfabrik zu beschäftigen.

Mittel dazu wären Energieträgerwechsel für geringere Emissionswerte oder Investitionen in bestimmten Bereichen statt hohe CO2-Preise zu bezahlen. Eine Strategie zum klimaneutralen Unternehmen laute „Vermeiden vor Vermindern vor Kompensieren.“

Kreislaufwirtschaft durch Refabrikation als Ziel

Es gehe dabei um „Refabrikation“, ein standardisierter industrieller Prozess, bei dem gebrauchte oder nicht mehr funktionsfähige Produkte oder Komponenten wieder in einen gleichen oder besseren Zustand wie ein Neuprodukt durch Sharing, Recycling und auch Reparatur gebracht werden. So entstehe eine Nachhaltigkeit durch Kreislaufwirtschaft.

Wirtschaftsforum Obermain-Jura diskutiert über Klimaziele
Energieberater Christian Stenglein bei der Informationsveranstaltung des Wirtschaftsforum Obermain-Jura. Foto: Roland Dietz

Der Spruch „Der Strom kommt aus der Steckdose“ werde zukünftig ergänzt durch „erneuerbare Energien“, sagte Erich Maurer, Geschäftsführer der Energieagentur Nordbayern GmbH. Eigene erneuerbare Energieanlagen entlasten die Stromkosten und das elektrische Netz. Der Weg und der Einsatz dazu seien in den meisten Fällen wirtschaftlich sehr sinnvoll. Dennoch müsse auch der Stromverbauch gesenkt werden.

Maurer spracht sich außerdem dafür aus, dass bei allen neuen Windkraft- und Photovoltaik-Projekten die Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger vor Ort dazu gehören sollte. Nur durch angemessene finanzielle Teilhabe könne erreicht werden, dass die Wertschöpfung aus der Energieerzeugung so weit wie möglich in der Region bleibe. Dies führe definitiv zu Kostenreduktion und Energieeffizienz. „Machen sie Photovoltaik aufs Dach, billiger wird Strom nicht mehr“, forderte er.

Der nächste angesprochen Aspekt war der Einsatz regenerativer Energien und ihre Kosten. Der Handel mit wiederverwertbaren Energien sollte aus Überzeugung geschehen, sagte Wolfgang Böhm. Abhängig sei dies auch davon, wann der Strom gebraucht wird, daher seien Speicher sehr wichtig.

Praktische Ansätze erläuterte Energieberater Christian Stenglein. Erhard Ströhl, Bereichsleiter Informationsmanagement bei der Baur-Gruppe berichtete, der Onlinehändler beschäftige sich schon seit 2006 und habe bereits die Hälfte des CO2-Ausstoßes reduziert. „Verbesserungen sind immer möglich“, betonte Stenglein.

Daher müsse der komplette betriebliche Energieverbrauch und alle Emmissionen jährlich gemessen und auf den Prüfstein gestellt werden. Eine ausführliche Diskussion der fast 40 Teilnehmer schloss sich an.

 

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