BURGKUNSTADT

Wie wird Burgkunstadt klimaneutral?

Wie wird Burgkunstadt klimaneutral?
Klimaschutz wird bei der Firma Baur groß geschrieben. Um 52 Prozent hat sich der Emissionsausstoß des Onlinehändlers zwischen 2006 und 2018 reduziert. Die Befürworter einer Klimaneutralität suchen den Schulterschluss mit der Firma Baur. Foto: red

Wie kann Deutschland klimaneutral werden? Mit Klimaentscheiden vor Ort, finden immer mehr Bürger. Sie schließen sich zu Initiativen zusammen, die über einen solchen Bürgerentscheid ihre Kommunen zur Klimaneutralität verpflichten wollen. In Lichtenfels werden in einem Bürgerbegehren fleißig Unterschriften für einen Klimaentscheid gesammelt. Wäre das auch der richtige Weg für Burgkunstadt? Mit dieser Frage befassten sich sieben Bürger in einer Videokonferenz. Sie gelangten zu der Erkenntnis, dass man nicht gleich die „große Keule aus der Schublade holen muss“ wie es Zweite Bürgermeisterin Susanne Bock von Wülfingen (FW) formulierte.

„Es muss nicht immer ein Entscheid sein. Der Weg hin zur Klimaneutralität kann auch über ein kommunales Gremium erreicht werden.“
Heiner Fuhrmann, Klimaschutzorganisation „German Zero“

Mit einem Antrag im Stadtrat oder einem Workshop in Zusammenarbeit mit der Klimaschutzorganisation „German Zero“ lasse sich das Ziel auch erreichen, hieß es. Johanna Neubert und Heiner Fuhrmann von „German Zero“ hatten den Burgkunstadtern zuvor aufgezeigt, welche Wege es gibt, in einer Gemeinde oder Stadt Klimaneutralität zu erreichen. Fuhrmann betonte, dass es nicht immer ein Entscheid sein müsse. Der Weg hin zur Klimaneutralität könne auch über ein kommunales Gremium erreicht werden.

Dr. Ulrike Dinglreiter, Fraktionsvorsitzende des Bürgervereins, räumte einem Entscheid gute Erfolgschancen ein, sprach sich aber ebenso wie Susanne Bock von Wülfingen dafür aus, zunächst den Weg über den Stadtrat zu gehen: „Das neue Gremium ist so konstruktiv und fortschrittlich, dass wir es sicherlich hinkriegen würden.“

Dazu, waren sich alle einig, bedürfe es noch jeder Menge Aufklärungsarbeit. Bock von Wülfingen nannte als Adressaten die Verwaltung, der man das nötige Know-How zum Thema Klimaneutralität an die Hand geben müsse. Dinglreiter legte großen Wert darauf, die Idee der Klimaneutralität in die Bürgerschaft zu tragen. Stadträtin Bernarda Callens von den Grünen sah noch Informationsbedarf bei einigen Stadtratskollegen.

Die Vertreter von „German Zero“ nahmen erfreut zur Kenntnis, dass sich der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung der Klimaneutralität widme. Laut Dinglreiter wird ein Experte einer Energieagentur referieren. Auch ein Vertreter der Firma Baur, die sich das Thema ebenfalls auf ihre Fahnen geschrieben habe, werde anwesend sein.

Die Baur-Gruppe hatte zwischen 2006 und 2020 – nachzulesen in einer Pressemitteilung auf der Internetseite des Unternehmens – ihren CO2-Ausstoß von 21 119 auf 9689 Tonnen reduziert. Zudem plant das Unternehmen bis 2030 klimaneutral zu werden. „Der Baur Versand nimmt in Burgkunstadt eine Vorreiterrolle ein“, lobte Callens. Das Versandhandelsunternehmen sei ein sehr starker Partner der Stadt Burgkunstadt. „Es gibt Synergieeffekte, die sich für die Öffentlichkeitsarbeit extrem gut nützen lassen“, meinte sie.

Prüfung von günstigeren Alternativen wie Nahwärmeversorgung

Einig war man sich in der Runde auch, dass der Weg zur Klimaneutralität nicht einfach wird. Callens erinnerte daran, dass es gegen die Aufstellung von Windrädern große Widerstände gebe. Auch zum Nulltarif werde sie nicht zu haben sein. Darauf verwies Dr. Marcus Dinglreiter. „In den nächsten zehn Jahren werden beim Thema Heizen erhebliche Investitionen auf die Haushalte in Burgkunstadt zukommen“, sagte er. Dinglreiter sprach sich dafür aus, Alternativen, wie beispielsweise eine Nahwärmeversorgung, zu prüfen.

Schlagworte