WEISMAIN

Weismain: Ohne Baupflicht kein neuer Wohnraum

Blick über Weismain auf die Heinrichshöhe mit dem geplanten Baugebiet Kalkberg. Dort wollte, so hieß es 2020, ein privater Investor mehrere Einfamilien- Mehrfamilien- und Reihenhäuser bauen. Foto: Roland Dietz

In den eigenen vier Wänden wohnen: Das ist der Traum vieler. In unseren ländlichen Graden ist dies eher möglich, als in Ballungsräumen, wo Grundstücke und Immobilien deutlich teurer sind.

Berufsanfänger, Einkommensschwächere oder junge Familien sind zunächst auf Mietwohnungen angewiesen. In Weismain sind die Preise dafür erschwinglich. Die Kosten für die Kaltmieten zeigen dies. Verschiedene Online-Portale zur Ermittlung von Mietpreisen weisen maximal sieben Euro für den Quadratmeter Kaltmiete in der Jurastadt aus. Die Preise sind natürlich stark abhängig von Kriterien wie Ausstattung, Baujahr und Zustand der Wohnung.

Die Masse der verfügbaren Mietwohnungen werde auf privaten Online-Plattformen angeboten und dort auch in erster Linie von Interessierten nachgesucht, so Bürgermeister Michael Zapf auf eine Anfrage dieser Redaktion. Nur wenige Mietsuchende würden den Weg zur Stadtverwaltung finden.

Nichtsdestotrotz ist der Rathauschef davon überzeugt, dass der Bedarf an Mietwohnungen in der Stadt kontinuierlich steigt. Dies hänge vor allem mit der Nähe einiger großer Unternehmen im Einzugsbereich von Weismain zusammen.

Festmachen könne er diesen steigenden Bedarf auch an der Zahl der Wohnsitzanmeldungen für Weismain im Bürgerbüro des Rathauses. Ein Hinweis auf mehr Nachfrage sei für ihn auch die angespannte Situation mit Parkplätzen vor Gebäuden der großen Unternehmen, die langfristig an Mitarbeiter vermietet würden.

Bei neuen Möglichkeiten, um zusätzlichen Wohnraum in zu schaffen, stoßen die Verantwortlichen in der Stadtverwaltung auf einige Probleme. „Es gibt die Herausforderung, dass bei vergangenen Bebauungsplänen keine Baupflicht besteht und somit einige Baugrundstücke derzeit brach liegen,“ sagt der Rathauschef.

Weiterhin sei gerade Weismain im Rahmen seiner Entwicklung wegen der dort oftmals angrenzenden ausgewiesenen Schutzgebiete in alle vier Himmelsrichtungen eingeschränkt.

„Wir stehen in Weismain derzeit gar nicht so schlecht da.“
Michael Zapf, Erster Bürgermeister

Natürlich strebe die Stadt auch eine Verdichtung von bereits bestehenden Bauarealen im Ortskern an. „Allerdings muss ich sagen, dass es dort aufgrund des Denkmalschutzes und anderer Auflagen oftmals teuer sind und die Gebäude, die leer stehen, deutlich in die Jahre gekommen sind. Das schreckt verständlicherweise sehr viele Leute ab,“ so der Erste Bürgermeister. Hinzu komme gerade aktuell die Preisexplosion im Baugewerbe.

„Kein zusätzlicher Bedarf für Sozialwohnungen“

Die Stadt selbst tue ihr Möglichstes, um trotz dieser Widrigkeiten neues Bauland auszuweisen. „Wir stehen in Weismain derzeit gar nicht so schlecht da,“ sagt Jürgen Zapf weiter. Der Bebauungsplan für das Gebiet „An der Heinrichshöhe“ sei momentan noch in der Phase der Grundstücksverhandlungen. Er werde demnächst im Stadtrat behandelt. Ebenso zeichne sich die Ausweisung eines neuen allgemeinen Wohngebietes in der Stadt ab.

Michael Zapf weiß zudem von Plänen privater Investoren, in Weismain Immobilien mit Mietwohnungen bauen zu lassen. Mehr könne er dazu noch nicht sagen.

Das Thema Sozialwohnungen hingegen stellt sich für die Stadtverwaltung momentan nicht, so der Rathauschef weiter. „Den Bedarf solcher Wohnungen haben wir in keiner Weise vermittelt bekommen.“

 

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