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Weismain: Musizieren zugunsten der Flutopfer

Weismain: Musizieren zugunsten der Flutopfer
Sie helfen den Flutopfern in Bad Neuenahr–Ahrweileier (v. li.): die Musiker von „Sakralton“ Anton Besslein, Evi Klar, Heidi Stehl, Helmut Dauer vom Kapellenerhaltungsverein Krassach, Pfarrer Gerhard Möckel, Organist Udo Dauer und Otto Bähr. Foto: Roland Dietz

Es ist schön, wenn Menschen anderen helfen dabei erfolgreich sind. Das ist Musikern, Sängerinnen und Organisten in der Stadtpfarrkirche St. Martin mit ihrer Spendenaktion für in durch die Flutkatastrophe in Not geratene Schulen in Bad Neuenahr-Ahrweiler gelungen. Fünf Generationen musizierten für einen guten Zweck.

Die Idee für die Aktion„Alt und Jung“ entstand beim gemeinsamen Singen anlässlich einer goldenen Hochzeit. Nach einer langen Zeit der musikalischen Stille dachten sich die Sängerinnen Heidi Stehl und Evi Kral, dass sie das Schöne auch mit dem Nützlichen verbinden könnten und suchten nach weiteren Mitstreitern, um ein solches Projekt zu verwirklichen.

Pfarrer Dominik Stehl kennt das verwüstete Gebiet vom Studium

„Wir helfen mit“ lautete das Motto des spontan ins Leben gerufenen Ensembles „Sakralton“, zu dem sich neben Evi Kral und Heidi Stehl auch Anton Beßlein, Otto Bähr und Udo Dauer zusammengeschlossen haben. Die Jugendbläsergruppe der Weismainer Blasmusik, die junge Sopranistin Theresa Dauer und die beiden jungen Pianisten Julian und Madeleine Fischer waren ebenfalls zu hören.

Den Spendenaufruf und den Kontakt begleitete Pfarrer Dominik Stehl, der Sohn von Heidi Stehl. Er hatte sein Studium zum Priester in Lantershofen-St. Lampert im Landkreis Ahrweiler abgelegt. In dem beschaulichen Örtchen in der Nähe von Bonn kommen zu den Seminaren alle Spätberufenen zusammen, um Priester zu werden. Diese Zeit hat Dominik Stehl nicht vergessen, als die Bilder der Flutkatastrophe die Medien füllten. So brachte er in Erfahrung, dass die schweren Unwetter den Kreis Bad Neuenahr-Ahrweiler verwüstet haben, berichtet seine Mutter Heidi Stehl.

Besonders heftig wurden die Nachbarorte des Seminarortes getroffen. Mit Schaufel und Besen haben die Seminaristen versucht, den Menschen in der Umgebung zu helfen. Ein großer Teil kümmerte sich um die Menschen, die im Seminar Obdach gesucht haben. Viele sind immer wieder in den betroffenen Dörfern gegangen, um Unrat und Schlamm zu beseitigen. Aber es wurde auch schnell deutlich, dass finanzielle Unterstützung für einen Neustart der Betroffenen nötig ist.

Die Mitglieder des Ensembles „Sakralton“ beschlossen daher, etwas zu tun. Die Idee, Gottesdienste etwas anders musikalisch zu begleiten, wurde von den Besuchern sehr positiv aufgenommen. So unterschiedlich die Beiträge wie Beethovens „Die Himmel rühmen“, Teile aus der „Haydn-Messe“ oder dem „Halleluja“ aus den „Taizé-Gesängen“ auch waren – sie kamen sehr gut an. Auch die Abendmusik nach den Gottesdiensten, die die jungen Pianisten Julian und Madeleine Fischer und die Jungbläsergruppe der Weismainer Blasmusik gestalteten, waren wunderschöne Beiträge. Das moderne „Bleibe bei uns Herr“ und das Abendlied Von Matthias Claudius „Der Mond ist aufgegangen“ wurde mit viel Beifall bedacht.

Freude über die vielen großherzigen Spenden

Gerne spendeten die dankbaren Kirchenbesucher daher auch für den guten Zweck. So kamen in den Gottesdiensten Spenden von 2070 Euro zusammen. Der Kapellenerhaltungsverein Krassach steuerte weitere 430 Euro bei und im Pfarrbüro wurden 300 Euro an Spenden einbezahlt. Über diese großzügigen Spenden freuen sich alle Teilnehmer der großherzigen Aktion. Evi Kral überreichte nun Pfarrer Gerhard Möckel einen symbolischen Scheck über 2800 Euro, die an die Kirchengemeinden in Bad Neuenahr-Ahrweiler weitergeleitet werden. „Wir beten auch weiter um Gottes Segen für alle Betroffenen und um Beistand und Stärkung, mit dieser Katastrophe umzugehen“, erklärte der Weismainer Pfarrer.

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