BURGKUNSTADT

VdK-Vorsitzende Sylvia Heib über ihre Corona-Strategie

VdK-Vorsitzende Sylvia Heib über ihre Corona-Strategie
Am wohlsten fühlt sich Sylvia Heib, wenn sie in ihrem Garten werkeln kann. „Es ist sehr entspannend und schön, wenn man etwas beim Wachsen täglich beobachten kann“, schwärmt sie. Foto: Roland Dietz

„Bisher war um mich herum immer etwas los“, sagt Sylvia Heib. Die Burgkunstadterin liebt die Gesellschaft mit anderen Menschen und nutzt ihr geselliges Talent dazu, etwas zu bewegen. Mit viel Herzblut hilft sie als Vorsitzende des VdK-Ortsvereins Burgkunstadt in sozialen Fragen, arbeitet im Vorstand des Kreisverbands für Garten und Landschaftspflege und im Vorstand der Burgkunstadter Frauenunion mit. Sogar als Berichterstatterin fürs Obermain-Tagblatt springt sie gerne ein, wenn sie gebraucht wird. Umso mehr hat sie die anhaltende Corona-Pandemie aus dem Rhythmus gebracht.

„Zuerst war ich wie gelähmt und ungläubig über die Situation“, berichtet sie. sie. Die Isolation und der Teil-Lockdown machten ihr zu schaffen, seien im Sommer aber erträglich gewesen. „Viele bei uns in der ländlichen Gegend haben noch Gärten, die man auf Vordermann bringen kann, und vor allem kann man sich dort aufhalten“, meint sie. „Uns ging es ja nicht schlecht: Der Einkauf von Lebensmitteln war ja möglich und das Schwimmbad war geöffnet.“ Dort zog sie im Sommer frühmorgens gerne ihre Bahnen. Doch ab November sei dies wie vieles andere auch weggebrochen. „Gott sei Dank konnte man mit Telefongesprächen, über das Internet oder E-mails den Kontakt zur Familie und Freunden aufrecht halten“, sagt Sylvia Heib.

Seit 2006 ist sie 1. Vorsitzende des VdK Burgkunstadt. Zusammen mit ihren Mitstreitern organisierte sie jeden Monat ein Angebot – von Betriebsbesichtigungen über Kaffeenachmittage und Spielabende bis zu Tagestouren und Urlaubsreisen nach Sardinien oder Griechenland. Wegen der Pandemie sind diese Unternehmungen seit März 2020 nicht mehr möglich. Eine kleine Abwechslung waren Online-Seminare der Hanns-Seidel-Stiftung und des VdK-Landesverbands.

VdK-Vorsitzende Sylvia Heib über ihre Corona-Strategie
Für andere Menschen engagiert sich Sylvia Heib als VdK-Vorsitzende. Mit Rat und Tat steht sie bei sozialen Fragen zur V... Foto: Roland Dietz

„Wir vom VdK nehmen die Pandemie sehr ernst, sind doch auch viele kranke und ältere Menschen bei uns“, betont Sylvia Heib. Also hieß es umdenken und kreativ sein. Geburtstagsgratulationen werden per Telefon vorgenommen, um den Mitgliedern Zuspruch zu spenden. Statt Kranken- oder der Mitgliederbesuche im Altenheim wird der Kontakt per Telefon oder Brief aufrecht erhalten. „Die Menschen freuen sich, mal mit jemanden außerhalb der normalen Zeit sprechen zu können, hier ist der Kontakt umso wichtiger“ weiß Sylvia Heib. Im Amtsblatt „Burgkunstadt Aktuell“ veröffentlicht sie monatlich Informationen rund um den Ortsverband und den Kreisverband. So auch die Öffnungszeiten der Kreisgeschäftsstelle für Mitgliederberatungen und ihre Telefonnummer und E-mail-Adresse. Das nutzen inzwischen einige Mitglieder, um ihre Anliegen zu äußern.

Da keine Kontakte möglich sind, ruht die Vorstandsarbeit. Auch wenn wieder mehr Kontakte möglich sind, erwartet Sylvia keine vollständige Rückkehr zum Alltag vor der Pandemie. „Es werden neue, andere Ideen eingebracht werden müssen“, betont sie. Die jüngeren Mitglieder seien durch Familie und die Arbeitsstelle gefordert, ältere litten unter gesundheitlichen Einschränkungen.

„Was für mich vorrangig ist und bleiben soll, das ist der Kontakt zueinander sowie ein gewisses Maß an Geselligkeit anzubieten“, erklärt Silvia Heib. Auch das soziale Engagement ist ihr wichtig. so spende der VdK Orstverband regelmäßig Geld für die Tafel. Besonders sozial Schwächere litten unter den Folgen der Pandemie. Ihnen gelte es zu helfen.

Überzeugungsarbeit für naturnahe Gärten statt Steinwüsten

VdK-Vorsitzende Sylvia Heib über ihre Corona-Strategie
Sylvia Heib liebt die Gartenarbeit. Foto: Roland Dietz

Ausgebremst wird Sylvia Heib auch bei ihrer Arbeit im Kreisverband für Gartenbau und Landespflege. Viele sei zurzeit nicht möglich. Ein Erfolg war im vorigen Jahr die Zertifizierung von Naturgärten. Als leidenschaftliche Hobbygärtnerin hat Sylvia Heib eine Schulung zur Zertifizierung in der Landesakademie in Veitshöchheim besucht. Und demnächst werden wieder naturnahe Gärten zertifiziert. Anmeldungen sind noch möglich.

„Es ist so wichtig, die Natur zu erhalten“, betont Heib. „Gärten mit viel Grün und wenig Steinen sind für das eigene Wohlbefinden aber auch für die Umwelt wichtig. Mein Garten ist mein Hobby. Hier kann ich mich durch die Blumenvielfalt zusammen mit den Insekten gärtnerisch austoben.“

„Politisch gesehen bedauere ich alle Verantwortlichen in der Pandemie, denn es wimmelt von Besserwissern, Querdenkern, Verschwörungstheoretikern und schlimmer noch gewaltbereiten Menschen“, sagt die VdK-Vorsitzende. Dabei sei die Pandemie ein weltweites Problem. „Wir alle haben im Augenblick Probleme: Die Familien mit Jugendlichen und Kindern, die in kleinen Wohnungen leben, wenn die Schulen und die Kitas nicht auf haben.“ Außerdem litten viele Menschen unter geringeren Einnahmen, ältere Menschen vereinsamen und Krankenhäuser seien überlastet.

„Es ist für niemanden einfach, aber da müssen wir bestmöglich durch, und das geht nur gemeinsam.“
Sylvia Heib zu den Folgen der Pandemie
VdK-Vorsitzende Sylvia Heib über ihre Corona-Strategie
Eine starke Persönlichkeit: Sylvia Heib opfert viel Freizeit für ihr soziales Engagement. Foto: Roland Dietz

„Es ist für niemanden einfach, aber da müssen wir bestmöglich durch, und das geht nur gemeinsam“, appelliert Sylvia Heib. Kritik sei sinnvoll, sollte aber auch konstruktiv sein, denn eine Pandemie sei nicht im voraus zu berechnen. Sylvia Heib freut sich, dass sie und ihr Mann ihre erste Impfung mit Astrazeneka erhalten haben: „Die zweite Impfung folgt hoffentlich bald und damit auch ein gewisses Maß an Normalität. Ich kann das nur jedem empfehlen.“

Schlagworte