Standpunkt: Weniger ist oft mehr

Ohne die 70-prozentige Förderung könnte sich die Stadt Burgkunstadt die dringend erforderliche Sanierung der Wasserleitungen und Kanäle in der Innenstadt nicht leisten. Noch jahrzehntelang würden überalterte Leitungen brechen oder Abwasser ins Erdreich sickern. Um den Zuschuss für die Millionenprojekte zu sichern, zählt jede Woche, denn bis 2024 muss abgerechnet werden.

Das weiß auch Dr. Ulrike Dinglreiter (Bürgerverein). Obwohl sie die Sanierung grundsätzlich befürwortet, riskiert sie jedoch wegen rechtlicher Bedenken einen möglichen Zeitverlust. Unverständlich erscheint es, dass sie dieses Risiko in Kauf nimmt, obwohl das Landratsamt bereits die Unbedenklichkeit dieses Vorgehens bescheinigt hat. Schließlich handelt es sich um Investitionen zur Daseinsvorsorge, die die Stadt leisten muss. Tut sie dies jetzt nicht, so läuft sie Gefahr, die Kosten später allein tragen zu müssen. Das kann Millionen kosten.

Grundsätzlich hat der Bürgerverein mit seiner gebetsmühlenartig wiederholten Forderung, den Haushaltsplan vor Beginn des Haushaltsjahrs zu verabschieden, zwar Recht. Doch keine kleine Kommune, geschweige denn das Landratsamt Lichtenfels, kann dies leisten, da so früh meist noch keine belastbaren Daten vorliegen. Ein Nachtragshaushalt wäre die Folge.

Das ist genauso überflüssig wie eine Grundsatzdebatte über solche Themen in Zeiten der Corona-Pandemie. Angesichts des allgegenwärtigen Infektionsrisikos ist es noch wichtiger als sonst, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren und die Sitzungen so kurz wie nötig zu halten. Weniger ist mehr.

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