ALTENKUNSTADT

Standpunkt: Entscheidung für mehr Lebensqualität

Ein Paukenschlag war das eindeutige Votum der Bürger für den Bau eines Lehrschwimmbeckens für den östlichen Landkreis. Sie haben damit die ergebnislose politische Diskussion, die seit der Schließung des Burgkunstadter Hallenbads 2004 geführt wird, beendet. Das ist gut so, schließlich macht ein Bad als Beitrag zur Lebensqualität die Region attraktiver. Ein Wermutstropfen ist allerdings die niedrige Wahlbeteiligung, da zwei Drittel der Wahlberechtigten das Thema offenbar nicht wichtig genug war, abzustimmen.

Der Bürgerentscheid ist ein Erfolg der Altenkunstadter CSU, die nach 17 Jahren fruchtloser Debatten neben der DLRG und dem Verein für kommunale Zusammenarbeit als einzige Fraktion von dem breiten Unterstützerkreis übriggeblieben ist. Und für Bürgermeister Robert Hümmer, der jetzt sein Wahlversprechen einlösen kann. Die Bürger wird's freuen. Offenbar sind ihnen eine gute Infrastruktur und Lebensqualität auch eine weitere Verschuldung wert. In Zeiten niedriger Zinsen ist das verständlich.

Vorausgesetzt, die Rechnung des Bürgermeisters geht auf, dass Altenkunstadt jährlich mit maximal 70 000 Euro für Zins und Tilgung belastet wird. Das gilt es jetzt durch kluge Planung und wasserdichte Verträge auch mit der DLRG als Betreiber sowie den Aufwandsträgern der Schulen festzuschreiben. Und durch eine rasche Umsetzung des Bürgerwillens, bevor die Baukosten weiter steigen. Sonst könnte die Bürger ihr Votum teuer zu stehen bekommen. Schließlich stehen letztlich die Steuerzahler für die Schulden der öffentlichen Hand gerade.

Da der Bau eines Lehrschwimmbeckens nicht zu den Pflichtaufgaben einer Kommune zählt, war die Haltung dazu immer eine politische Entscheidung. Insofern war das Abrücken der Mehrheit im Gemeinderat von dem Vorzeigeprojekt verständlich – droht doch die Verschuldung bis 2024 auf 16 Millionen Euro zu steigen – weit höher als die 12,4 Millionen mit denen Altenkunstadt 1995 einen Negativrekord aufgestellt hatte. Bleibt zu hoffen, dass die Gemeinde dennoch die Pflichtaufgaben wie die Sanierung von Schulen und Kitas stemmen kann.