BURGKUNSTADT

Standpunkt: Eine Frage der Kommunikation

Bereits seit 2016 sind im Rahmenplan für die Umgestaltung der Bahnhofsstraße Parkplätze im Notarsgarten vorgesehen. Mit neuen politischen Mehrheiten im Stadtrat hat sich die Bewertung verschoben. Das ist legitim und muss sowohl von der Verwaltung als auch von Verhandlungspartnern der Stadt einkalkuliert werden.

Schließlich sind trotz der Umgestaltung genug Stellplätze in der Nähe vorhanden, da die Bebauung des Raiffeisen-Parkplatzes in absehbarer Zeit nicht zu erwarten ist. Gerade in Zeiten des Klimawandels sollten Grünflächen in einer Stadt nicht ohne Not geopfert werden. Zumal es sich um den ehemaligen Garten der Familie Baur handelt. Da die Parkplätze zumindest in der Planung bleiben, muss über die Förderung des Kaufpreises nachverhandelt oder das Geld anderweitig beschafft werden.

Ob neue Prioritäten zum Zankapfel oder zum Vorteil für alle Beteiligten werden, ist eine Frage der Kommunikation. Verständlich ist die Verärgerung der Geschäftsführung der Friedrich-Baur-GmbH, doch die Kritik an einem demokratisch gewählten Gremium führt nicht weiter. Die geharnischte Mail des Geschäftsführers mag so manchen Stadtrat erst dazu bewogen haben, an seinem Beschluss festzuhalten.

Ob die Bürgermeisterin hier mehr für die Position der Stadträte hätte werben müssen, auch wenn sie anderer Meinung ist, bleibt offen. Überzogen in ihrer Härte war dagegen die Generalabrechnung von Dr. Ulrike Dinglreiter sowohl mit der Verwaltungschefin als auch mit der Stellungnahme von Dr. Otmar Fugmann.

Ohne die Friedrich-Baur-GmbH als operativer Arm der Friedrich-Baur-Stiftung wäre in Burgkunstadt vieles nicht möglich – von der Sanierung der Alten Vogtei und den Kultursonntagen bis hin zum geplanten Betreuten Wohnen. Andererseits verpflichtet das Vermächtnis des Versandhaus-Pioniers die Nachlassverwalter zum gemeinnützigen Engagement. Letztlich auch die GmbH als Wirtschaftsunternehmen. Daher müssen beide Seiten im Gespräch bleiben.