Standkonzert der Blasmusik Weismain vermittelt Lebensfreude

WEISMAIN

Standkonzert der Blasmusik Weismain vermittelt Lebensfreude

Beim Standkonzert der Blasmusik in Weismain wurde deutlich, dass es 19 Monate nach Beginn der Corona-Pandemie immer noch nicht einfach ist, öffentlich aufzutreten. Die Proben im Kolpinghaus, wo die Musiker in weitem Abstand spielen, sind nur ein kleiner Ersatz. Mangels Auftritten haben die Musiker auch kaum finanzielle Einnahmen. Diese werden jedoch für die Jugendausbildung dringend benötigt.

Einnahmen dafür erzielten die Musiker bisher mit der Bewirtung des Ratskellers beim Martinimarkt, der traditionellen Gansverlosung und dem Weihnachtskonzert in der Pfarrkirche St. Martin, das alljährlich eine Vielzahl von Blasmusikfreunden anlockt. Doch nun machten die Musiker um ihre Dirigentin Marion Müller Eitzenberger aus der Not eine Tugend und entschlossen sich, wieder ein kleines Standkonzert am Tag der deutschen Einheit im Kastenhof zu geben. Dabei wurden bereits Lose für die Gansverlosung am ersten Advent verkauft.

Bei dem Auftritt zeigte sich, dass sich die Proben, zu denen sogar Berufsmusiker Reiner Streit von den Hofer Symphonikern gekommen war, gelohnt haben. Sicherlich hätten es noch einige Besucher mehr an dem schönen Spätherbsttag sein dürfen, aber die musikalischen Beiträge waren ein Ohrenschmaus. Die Musiker hatten im Kastenhof genügend Möglichkeit, Abstand zu halten. Die Herbstsonne und die ersten fallenden Blätter der Linden boten ein malerisches Ambiente.

Dass sich einiges an Spielfreude angestaut hatte, bewiesen die Musiker mit dem ersten Marsch „Wir grüßen mit Musik“, den sie in gefällig-lockerer Spielart darboten. „Es ist einfach schön nach den vielen Absagen von Festen im Sommer wieder einmal so etwas zu erleben“, sagte die Malerin Elfriede Dauer, die sich ein Plätzchen unter den Linden gesichert hatte, um den Klängen zu lauschen.

Die herrliche Polka „Ein Sonntag in Böhmen“ bot feine Klangfarben der Flügelhörner und Tenorhörner sowie viel Finesse der Tuba. Dabei zeigte sich, dass sich die Musiker unter ihrer Dirigentin Marion Müller-Eitzenberger in glänzender Form sind. So blieben die Zuhörer gerne länger und so mancher Spaziergänger blieben stehen, um zu lauschen.

Lose gibt's bei den Musikern und der Schatzmeisterin

Geschäftsführer Norbert Müller begrüßte die Zuhörer. „Das Ziel unseres Auftritts war es, wieder einmal an die Öffentlichkeit zu treten und auch mit dem Verkauf der Lose für die Martinigans Verlosung anzukurbeln“, sagte er. Davon wurde reger Gebrauch gemacht. Lose können außerdem noch bei den Musikern oder bei Schatzmeisterin Elke Bähr unter Tel. (09575) 1515 erworben werden.

Ruhige Klänge bot die Polka „Wir sind Wir“ der Fegerländer Musikanten. Ein Stück, das für einen Sonntag nicht passender sein kann und das zum festen Repertoire der Weismainer Musiker gehört ist die Polka von Ernst Mosch „Kannst du Knödel kochen.“ Südländische Rhythmen boten die Musiker mit „Samba Brazil“ und im Bigband-Sound spielten sie das Medley „Boney M.“ Mit sicherem Rhythmus begleitete Schlagzeuger Klaus Beßlein die Bläser bei Welthits wie „Rivers of Babylon“ oder „Belfast.“

Die jungen Musiker glänzen mit der „Ode an die Freude“

Als die Hauptkapelle eine Pause einlegte, zeigte die kleine Nachwuchstruppe der Weismainer Blasmusik ihr Können. Einige waren etwas aufgeregt, war es doch ihr erster Auftritt. Dennoch klappten die kindergerechten Musikstücke „Galant-Marsch“, „High Adventure“ und Beethovens „Ode an die Freude“ sehr gut und ernteten viel Beifall. Als beide Klangkörper zusammenspielten zeigte sich der erst achtjährige Schlagzeuger Leon Eitzenberger überhaupt nicht aufgeregt. Seinen fast schon solistischen Part beim „Beetle Boogie“ absolvierte er locker und gekonnt.

Danach spielten die erwachsenen Musiker in südtiroler Marschtradition den herrlichen „Kaiserin Sissi-Marsch“ klangvoll. Beim „Böhmischer Traum“, „Wir Musikanten“ und dem Frankenliedmarsch klatschte das Publikum begeistert mit. Es war ein Standkonzert, das von den Zuhörern sehr gut aufgenommen wurde und etwas Normalität in die Zeit der Corona-Pandemie brachte.