BURGKUNSTADT

Stadtrat will Burgkunstadt durch mehr Grün aufwerten

Durch mehr Grün soll der Burgkunstadter Marktplatz belebt werden. Mit der Pflanzung eines Baums und der Aufstellung einer Sitzgruppe vor dem Caritas-Gebäude neben der Kirche und der Aufstellung eines Sitzpodests vor dem Schustermuseum soll im Herbst begonnen werden. Foto: Gerhard Herrmann

Die Aufwertung der Burgkunstadter Innenstadt ist mit der Neugestaltung des Weihersbachs und dem geplanten Umbau der Bahnhofstraße auf einem guten Weg. Ein neues Konzept für die Stadtbegrünung, ein Stadtleitsystem und eine einheitliche Beschilderung sollen dies ergänzen. Die Planungen stellten Edith Obrusnik und Franz Ullrich vom Stadtumbaumanagement am Dienstagabend im Stadtrat vor.

Die Grundlagen für die Verbesserungsvorschläge haben die Architekten zusammen mit einer Projektgruppe von Stadträten bei Ortsbegehungen erarbeitet. Und es ist ihnen gelungen, bei der Regierung von Oberfranken eine Förderung von rund 140 000 Euro für die Vorhaben zu erreichen. Das sind 85 Prozent der geschätzten Kosten von 165 000 Euro.

Start im Herbst mit Baumpflanzung am Marktplatz

Begonnen werden soll mit zwei Vorhaben im Herbst, wie der Stadtrat beschlossen hat. So soll vor dem Caritas-Haus neben der Stadtpfarrkirche ein Baum gepflanzt, Bänke und ein Tisch aufgestellt werden, wie Ullrich erläuterte. Außerdem sollen vor dem Schustermuseum ein Podest als Sitzfläche und Fahrradbügel installiert werden. Als weitere Schritte sind eine Aufwertung der Terrasse vor der Stadtpfarrkirche durch einfache Spielgeräte (Wippe, Fernrohr) und eine neue Bepflanzung sowie des Bereichs um die Nepomuk-Statue durch ein Podest mit Sitzmöglichkeiten vorgesehen.

Als Grünfläche soll der Notarsgarten in der Burgkunstadter Bahnhofstraße erhalten bleiben. Erst bei Bedarf will der Stad... Foto: Gerhard Herrmann

Um mehr Grün in die Stadt zu bringen, könnten Bürger Pflanzpatenschaften übernehmen, schlug Edith Obrusnik vor. Denkbar wäre das für den Platz der ehemaligen Synagoge in der Kulmbacher Straße, den Prallhang und den Parkplatz am Gartenbach (Entsiegelung und Pflanzbeete). Vier Bäume könnten den westlichen Ortseingang in Richtung Weidnitz aufwerten, Stromkästen, etwa am Färbersbrunnen, mit historischen Fotos beklebt werden.

Pflanzpatenschaften und langlebige, robuste Stauden

Generell soll die Bepflanzung durch mehrjährige, robuste und trockenheitsresistente Stauden pflegeleichter werden. Es solle ebenso auf insektenfreundliche Pflanzen, die für die Region charakteristisch sind, geachtet werden, wie auf eine moderne Gestaltung und optische Akzente durch abgestimmte Größen. Durch eine attraktive Bepflanzung von Baumscheiben, einheitliche Blumenkübel und deren Kombination mit Sitzmöbeln könnten weitere Akzente gesetzt werden. Kreisfachberater Michael Stromer sei bereit, in Abstimmung mit dem Bauhof geeignete Pflanzen auszuwählen.

Dass die vom Stadtrat beschlossene Erhaltung des Notarsgartens und seine Öffnung für die Bürger mit den Zielen des Städtebaulichen Entwicklungskonzepts übereinstimme, hat Ullrich der Regierung von Oberfranken in einem Schreiben erläutert. Denkbar wäre eine Förderung von rund 10 000 Euro für die Öffnung, einen Ausgleich des Höhenunterschieds zur Bahnhofstraße sowie Pflanz- und Pflegearbeiten.

Drei große Schilder mit Übersichtskarten sollen am Bahnhof, am Café Willascheck und am südöstlichen Stadteingang von Mainroth aufgestellt werden, wie Edith Obrusnik ankündigte. Lediglich ein Angebot dafür ging bei der Stadt ein: Die Firma Fuhrmann aus Lichtenfels würde die Schilder für 14 548 Euro (Kostenschätzung: 30 000 Euro) anfertigen. Aufgestellt werden könnten sie im Frühjahr 2022. Außerdem ist eine einheitliche Beschilderung mit Hinweisen auf öffentliche Einrichtungen oder Sehenswürdigkeiten vorgesehen.

Der Bahnhof und sein Umfeld bleiben die größte Herausforderung

Stadtrat Burgkunstat beschließt Aufwertung der Bahnhofstraße
Sogar Skistiefel wurden in Burgkunstadt gefertigt: Einblick in die Geschichte der heimischen Schuhindustrie geben die Sc... Foto: Roland Dietz

Die größte Herausforderung für die Aufwertung wird wohl der Bahnhof und sein Umfeld bleiben, die ankommenden Besuchern keinen positiven Eindruck vermitteln. Der Eigentümer wäre bereit, das Stationsgebäude zu sanieren, wenn die Stadt einen geeigneten Mieter fände, berichtete Obrusnik. Auch einen Verkauf könnte er sich vorstellen. Voraussetzung wäre ein nachhaltiges Nutzungskonzept.

Auch das Schustermuseum soll attraktiver werden. Im Gespräch mit dem Förderverein und den Werkstätten St. Josef wurde allerdings deutlich, das der Werkstattladen vorerst nur nachmittags betrieben werden könne, auch eine Lösung fürs Wochenende sei noch offen, so Edith Obrusnik. Interesse könnten kleine Videos, in denen ehemalige Schuhmacher als Zeitzeugen berichten oder andere Geschichten aus der Hochzeit der Schuhindustrie wecken. Auch eine Nachnutzung der Schaufenster in der Innenstadt nach Ablauf der Schuhausstellung sei vorgesehen – etwa im Advent mit Krippen.

Stadtrat Burgkunstat beschließt Aufwertung der Bahnhofstraße
Die Silhouette Burgkunstadts und der Main könnten das künftige Logo der Stadt prägen. Foto: Plan & Werk Bamberg

Erste Angebote gibt es auch für ein einheitliches Stadtlogo. Vier Firmen haben Angebote vorgelegt, der Kostenrahmen von 1475 bis 14 660 Euro reicht. Hier soll nachgefragt werden, was die Angebote im Einzelnen umfassen. Angedacht ist ein einheitliches Logo mit der Silhouette der Stadt und eventuell der Schleife des Mains, mit dem Burgkunstadt für sich werben will.

Aus dem Stadtrat

Um die zahlreichen Investitionen vor allem zur Sanierung von Kanälen und Wasserleitungen zu finanzieren, nimmt die Stadt Burgkunstadt ein Kommunaldarlehen über 2,01 Millionen Euro (Zinssatz: 0,739 Prozent auf 30 Jahre) bei der NRW.Bank auf.

Ob eine Überquerungshilfe in der Ortsdurchfahrt von Weidnitz (Bild), Neuses und Mainroth erforderlich ist, will die Stad... Foto: Gerhard Herrmann

Für Weidnitz, Neuses und Mainroth wäre die Einrichtung von Fußgängerüberwegen über die B 289 möglich, wie eine Verkehrsschau ergeben hat. Um den erforderlichen Bedarf zu ermitteln, sind Verkehrszählungen (voraussichtlich 2022 nach Aufhebung der Corona-Beschränkungen) vorgesehen, wie Bürgermeisterin Christine Frieß mitteilte.

Für den geplanten Bau eines Kinderhauses und die Sanierung der Friedrich-Baur-Grundschule hat der Stadtrat die Fachplanung Elektrotechnik im europaweiten Vergabeverfahren an das Ingenieurbüro TechnoPlan GmbH aus Marktrodach vergeben.

Die Ingenieurleistungen für die Erneuerung der Wasserleitungen im brauhausweg, der Breslauer Straße und der Weidenburg hat der Stadtrat an das Ingenieurbüro Miller aus Nürnberg für 84 583 Euro beschlossen; ebenso die Vergabe der Ingenieurleistungen für die unterirdische Sanierung der Kanäle in der Dammsiedlung, Hasenstein und Redwitzer Straße für 39 385 Euro.

Ein Konzessionsvertrag für Strom von 2023 bis 2043 wurde mit der Firma Bayernwerk abgeschlossen.

Die Friedhofssatzung wurde nach EU-Richtlinien aktualisiert. Aufgehoben wurde die Sargpflicht.

Beschlossen wurde, 50 Prozent der Kosten für den Bau eines Zählerschachts auf dem Friedhof Gärtenroth zu übernehmen.

Auf Hinweis von Dieter Schmiedel (SPD) soll überprüft werden, ob die WLAN-Sender am Schustermuseum zumindest nachts ausgeschaltet werden können. Ein Anwohner hatte gesundheitliche Beeinträchtigungen darauf zurückgeführt. Laut Verwaltung seien die Sender nachts nicht in Betrieb.

Die Bürgermeisterin teilte in einer Stellungnahme mit, dass sich die Eheleute Scheid-Nam nicht nur, wie von ihr dargestellt, aus privaten Gründen gegen den geplanten Kauf der Bauruine Bauershof 2 entschieden hatten, sondern dass auch Auflagen und Verpflichtungen der Stadt als Grund genannt worden seien.

Bisher hatte die Stadtverwaltung die Behandlung von Vorkaufsrechten übernommen. Da der Gemeindetag vorschlägt, der Bürgermeister solle Negativzeugnisse ausstellen, wenn kein Vorkaufsrecht vorliegt, werde die Geschäftsordnung entsprechend geändert, so dass dies künftig die Bürgermeisterin übernehme und der Stadtrat bei einem bestehenden Vorkaufsrecht entscheide. Das hatte der Bürgerverein gefordert.

 

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