BURGKUNSTADT

Spachprojekt in der Burgkunstadter Kita

Spachprojekt in der Burgkunstadter Kita
Nach der Übergabe der Urkunde: (v. li.) Sprachfachkraft Katrin Zalesky-Gick, Kita-Leiterin Ute Seelmann, Sprachfachberaterin Angela Birkner sowie von der evangelischen Kirchengemeinde Heinz Bassing und Pfarrer Heinz Geyer. Foto: Roland Dietz

Wie können wir das Sprachverhalten unserer Kinder verbessern? Diese Frage stellte sich das Team der evangelischen Kindergarteneinrichtung in Burgkunstadt einmal mehr. „30 Prozent der Kinder mit Migrationshintergrund wachsen inzwischen zweisprachig in Deutschland auf“, erklärt die Sprachfachkraft der Einrichtung Katrin Zalesky-Gick. Kinder von ausländischen Abreitskräften, Geflüchteten oder Übersiedlern zählen dazu. Wichtig sei, dass Kinder sprachlich fit gemacht werden für eine bessere Kommunikation.

Aktiv in diesem wichtigen Bereich ist man im Kindergarten der evangelischen Christuskirche schon länger. „Vor über zehn Jahren nehmen wir bereits am Bundesprogramm Sprachberatung teil“, berichtet Kindergartenleiterin Ute Seelmann. Es handelte sich dabei um ein Projekt, welches vom Sozialministerium gefördert wurde. Mit Christa Stelter hatten wir damals eine Sprachfachkraft, die uns coachte, erinnert sie sich.

Engagement mit Tradition

Unter dem Thema „Offensive frühe Chancen“ führte Angelika Geyer das Ganze weiter. „Darauffolgend haben wir uns zum Weitermachen entschieden“, so Kita-Leiterin Ute Seelmann. Es folgte die Bewerbung als „Sprachkita“. Die Auseinandersetzung mit den Inhalten zu Mehrsprachigkeit und Inklusion erleichtert den Umgang mit den Eltern, die nicht deutsch als Muttersprache sprechen und dabei immer wieder fehlende Sprachkenntnisse haben.

Alle Mitarbeitenden und Eltern schätzen es, die Fachkraft „Sprach-Kita“ als Ansprechpartner zu den Schwerpunkten des Projekts vor Ort zu haben. Unter dem Motto ,Sprache – der Schlüssel zur Welt' konnte die Enrichtung seit Januar 2016 die Sprachfachkraft Katrin Zalesky-Gick gewinnen. Dieses Projekt wird bis Ende 2022 gefördert.

Dies wurde nun mit der Teilnahmeurkunde des Bundesprogramms „Sprach – Kitas“ zertifiziert. Mit diesem Bundesprogramm „Sprach-Kitas: Weil Sprache der Schlüssel zu Welt ist“, stärkt das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend alltagsintegrierte sprachlich Bildung, inklusive Pädagogik sowie die Zusammenarbeit mit Familien in Kindertageseinrichtungen.

Seit 2016 fördert der Bund

Seit Januar 2016 stellt der Bund Fördermittel zu Verfügung, mit denen zusätzliche Stellen für Fachkräfte in den Kindertageseinrichtungen und für die Fachberatung geschaffen werden. Die zusätzlichen Fachkräfte „Sprach-Kitas“ und die Leitungskräfte der Kindertageseinrichtungen wurden durch die Fachberatung „Sprach-Kitas“ des Trägers Evangelischer Kita-Verband Bayern während der Programmlaufzeit fachlich begleitet.

Ute Seelmann berichtet, dass sie als Leitung der evangelischen Kindertagesstätte „Christuskirche“, an acht von neun angebotenen Arbeitstreffen sowie an verschiedenen Verständigungstagen zu verschiedenen Themenbereichen teilgenommen habe.

Spachprojekt in der Burgkunstadter Kita
Auf das Thema Singen und weitere sprachbildende Maßnahmen wird im evangelischen Kindergarten Burgkunstadt groß hingewies... Foto: Roland Dietz

Alltagsintegrierte sprachliche Bildung, inklusive Pädagogik und nicht zuletzt die Zusammenarbeit mit Familien sind die Schwerpunkte im Bereich Sprachförderung. Und hier scheint auch der Schlüssel zur Verbesserung der Kommunikation über richtige Sprache von Kindesbeinen an zu liegen. „Ohne Eltern geht gar nichts“, weiß Sprachfachkraft Katrin Zalesky-Gick: „Wir begleiten Kinder bei der Ausübung ihrer Interessen und regen so die natürliche Sprachentwicklung an. Wir thematisieren einen wertschätzenden Umgang mit Sprache und Vielfalt. Wir arbeiten Vertrauens- und respektvoll mit den Familien zusammen.“

Den Dialog mit Eltern suchen

Hier sei das Cafe Dialog in der evangelischen Einrichtung sehr wichtig, um die Eltern zu erreichen. Von Bedeutung sei auch, dass das Thema digitale Medien mit seinen weiten Umgangsformen einfließt. Sprache sei der Schlüssel zur Welt, den jedes Kind verdient habe. Dabei müssten Stärken und Schwächen erkannt werden, wissen die beiden Pädagoginnen.

„Du bist aber traurig“, als Anrede an ein weinendes Kind, sei ein guter Einstieg in eine Kommunikation. Verneinungen sollten vermieden werden. Offene Fragen wecken sprachlich die natürliche Neugier von Kindern. So könne man das Thema Sprache nicht nur vom Reden selbst sondern vom Ausdruck besser reflektieren

Kleine Bibliothek für Eltern und Kinder

Wer mit den beiden Pädagoginnen spricht, spürt schnell wie intensiv sie mit dem Thema umgehen. Entstanden ist auch eine kleine Fachbibliothek, die von Eltern und ihrem Nachwuchs genutzt werden kann. Bei einem kleinen Rundgang durch Haus stellt der Besucher fest, dass Singen ein Schwerpunkt bei sprachlicher Förderung sein kann. „Gesungen wird bei uns jeden Tag und alle sind mit großer Freude dabei“, sagt Ute Seelmann. Sie weist schon auf das Singen im Atrium am 19. Juli mit verschiedenen Gruppen hin. Religiöse Lieder, Jahreszeitenweisen und moderne Songs kommen bei den Kinder sehr gut an.

Sprachspezialistin Katrin Zalesky-Gick ist sich sicher, mit guten Kommunikationsmöglichkeiten hebt sich auch das Selbstbewusstsein von Kindern deutlich. Sie hofft darauf, dass das Projekt des Bundesministeriums über 2022 hinaus verlängert wird. „Wir sind Mitglied des Bundesprogramms Sprach-Kitas. Als solches liegt uns die Ausbildung von Sprache weiterhin besonders am Herzen“, sagen beide Pädagoginnen abschließend. Dass die Kita der evangelischen Kirchengemeinde als „Sprach-Kita“ im Bundesprogramm zertifiziert wurde, freut natürlich alle ungemein.

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