ALTENKUNSTADT

Sanierungsarbeiten in der ehemaligen Synagoge

Denkmalgerecht restauriert wurde die Tür zum Seiteneingang der ehemaligen Synagoge in Altenkunstadt. Davon überzeugten sich Bürgermeister Robert Hümmer und die Vorsitzender der Interessengemeinschaft Synagoge, Inge Goebel. Foto: Dieter Radziej

An die einst blühende jüdische Gemeinde erinnert der Kulturraum der ehemaligen Synagoge in Altenkunstadt. Sehenswert ist auch die Sammlung zur jüdischen Geschichte und Kultur, die hier aufbewahrt wird. Um das Baudenkmal zu erhalten, sind ständige Renovierungsarbeiten erforderlich. So hat jetzt eine defekte Leitung einen Wasserschaden an der Decke verursacht. Aufgrund der Sanierungsarbeiten sind die Dauerausstellung und der virtuelle Rundgang noch einige Zeit nicht zugänglich.

Die Gemeindeverwaltung handelte rasch, sperrte die Wasserleitungen ab und ließ Trockengeräte installieren, um die Feuchtigkeit aus dem Gebäude zu bringen. Demnächst soll die Decke wieder verputzt und neu gestrichen werden. Denkmalgerecht restauriert wurde die Tür des Seiteneingangs. Um die historischen Substanz zu erhalten war ein erheblichen Zeit- und Materialaufwand erforderlich, wie Bürgermeister Robert Hümmer erklärte. So belaufen sich die Kosten auf 4189 Euro.

Kriegsgefangene und Flüchtlinge fanden in der Synagoge Unterkunft

Wasserschäden an der Decke der ehemaligen Synagoge wurden durch eine schadhafte Leitung verursacht. Foto: Dieter Radziej

Dank der Arbeiten sind beide Eingangsbereiche jetzt wieder ansprechend und einheitlich gestaltet. Ein historisches Foto aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs, das zwei französische Kriegsgefangene vor dem Hauptportal zeigt die Form der alten Tür, der jetzt der Seiteneingang wieder angepasst wurde.

Seit dem 13. Jahrhundert wurden jüdische Bürger am Obermain erwähnt. Vor allem in Burgkunstadt und Altenkunstadt bestanden große jüdische Gemeinden. Im Laufe der Jahre zogen viele jüdische Mitbürger jedoch in größere Städte, da sie dort bessere wirtschaftliche Möglichkeiten fanden. Andere emigrierten – vor allem in die Vereinigten Staaten. Die letzten jüdischen Bürger, die der Nazi-Terror nicht vertrieben hatte, wurden von den Handlangern der Diktatur in Konzentrationslager verschleppt und ermordet.

Vor der Sanierung als Lagerhalle und Turnhalle zweckentfremdet

Ein historisches Bild des Portals der ehmaligen Synagoge in Altenkunstadt zeigt wie die Türe ursprünglich ausgesetzt hat... Foto: Dieter Radziej

Während viele Synagogen in der Pogromnacht im November 1938 verwüstet oder niedergebrannt wurden, blieb das Gebäude in Altenkunstadt wegen der dicht angrenzenden Bebauung erhalten. So blieb das Baudenkmal, das seit 1726 der religiöse Mittelpunkt der jüdischen Gemeinde war, nach der Schändung erhalten. Es wurde als Unterkunft für Kriegsgefangene, Flüchtlinge und Heimatvertriebene, als Turnhalle und als Lagerhalle zweckentfremdet. Auf Initiative der Interessengemeinschaft Synagoge wurde es restauriert und dient seitdem als Begegnung-, Kultur- und Gedenkstätte.

 

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