BURGKUNSTADT

Saftmobil ist wieder im Landkreis Lichtenfels unterwegs

Saftmobil ist wieder im Landkreis Lichtenfels unterwegs
Hochbetrieb herrscht zurzeit an der Burgkunstater Obstpresse (v. li.): Wolfgang Hanna, Heinz Petterich und Bruno Böhme. Foto: Roland Dietz

Wer vor Kurzem in Burgkunstadt an der Baustelle Hainweiherer Straße Richtung städtischer Bauhof unterwegs war, konnte schnell erkennen, dass etwas Besonderes im Gange war. Dort war in diesem Jahr erstmals das Saftmobil des Kreisverbandes der Vereine für Gartenbau und Landespflege Lichtenfels im Einsatz.

Die Möglichkeit, aus seinen eigenen Äpfeln Saft zu bekommen, wird anscheinend immer beliebter. Denn es stand immer wieder Kundschaft mit sehr vielen neu geernteten Äpfeln an.

Saftmobil ist wieder im Landkreis Lichtenfels unterwegs
Der frischgepresste Saft wird im Saftmobil abgefüllt (v. li.): Bettina Koch, Michael Mager und die zufriedene Kundin Ve... Foto: Roland Dietz

Mit der seit elf Jahren im Einsatz befindlichen mobilen Abfüllanlage ist es möglich, frisch gepressten Saft haltbar und komfortabel im sogenannten „Bag-in-Box“-System abfüllen zu lassen. Dafür sind Michael Mager und Bettina Koch zuständig. Doch bis es zum Abfüllen kommt, sind weitere Arbeitsabläufe zuständig, die Altbürgermeister und 1. Vorsitzender des Obst und Gartenbauvereins Burgkunstadt, Heinz Petterich, und sein Team erledigen.

Erst zur Obstmühle, dann zur Kelter, dann durch den Erhitzer

Zunächst werden die Äpfel jedes einzelnen zur Obstmühle gebracht. In diesem Jahr scheint es viele zu geben, denn Robert Groh etwa hat in großen Körben fast sieben Zentner des schmackhaften Obstes zu Weiterverarbeitung mitgebracht. Die Obstmühle zerkleinert die Früchte. Das daraus gewonnene, grobe Apfelschnitzelmus wird in mehreren Lagen, durch Tücher getrennt, in der Obstpresse (Kelter) gestapelt.

Saftmobil ist wieder im Landkreis Lichtenfels unterwegs
Wolfgang Hanna freut sich über den munter aus der Kelter sprudelnden Saft. Foto: Roland Dietz

Als die Kelter herunterfährt, kommt der erste Saft heraus, der schnell einen Eimer füllt. Wolfgang Hanna stellt einen neuen darunter und kippt den Saft über ein Sieb in eine Tonne, die beim Saftmobil steht. Er wird über Schläuche in die Bottiche im Saftmobil gesaugt, wo er bei 80 Grad durch den Erhitzer läuft und so länger haltbar gemacht wird. Dann wird der Saft in Beutel abgefüllt und luftdicht verschlossen, um eine möglichst lange Haltbarkeit zu garantieren.

Marke „Eigenbau“ ist in vielerlei Hinsicht ein Gewinn

Wenn man sich umhört, sind alle mit ihrer Ernte sehr zufrieden. Veronika Löffler schleppt gerade ihre gefüllten Beutel auf ihren Anhänger. Ein Zentner Äpfel ergibt etwa 25 bis 35 Liter Saft. Sie nimmt 25 Beutel mit je fünf Litern nach Hause.

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Eine neue Ladung Äpfel zum Keltern: Bruno Böhme (li.) und Wolfgang Hanna vor der Presse. Foto: Roland Dietz

In einem sind sich alle einig: Dieser ungefilterte und naturbelassene Saft von eigenen Früchten ist ein richtiger Trinkgenuss. „So ist das halt mit natürlichen Lebensmitteln verschiedenster Art, die unbehandelt und ohne chemischen Zusatz sind“, erklärt Michael Mager. Marke „Eigenbau“ sei in vielerlei Hinsicht ein Gewinn. Man wisse, was drin ist und was man dazugegeben hat. Fremdstoffe seien überhaupt nicht nötig. Kühl und dunkel gelagert, halte der Saft so ein gutes Jahr. Sicher haben sich die vielen Regenfälle auf die Menge der Äpfel an den Bäumen ausgewirkt, was sich auch auf ihre Saftigkeit auswirken kann.

Das ausgepresste Apfelmus frisst im Winter das Wild

Ein Arbeitseinsatz fehlt noch. Was passiert mit dem ausgepressten Apfelmus? Diese Masse wird in Plastikfässer gefüllt, wo sie gären kann, und wird aufgehoben. Im Winter wird sie dann an das heimische Wild im Wald verfüttert.

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Robert Groh (li.) mit Bruno Böhme bei der Anlieferung seiner Äpfel in der Burgkunstadter Kelterei. Foto: Roland Dietz

Mit drei Teams fährt das Saftmobil in den nächsten Wochen durch den Landkreis. Bis zu 2500 Liter können dabei abgefüllt werden. Kleine Keltereien in den Ortschaften zu unterstützen, das war das Ziel des Landkreises, als das Saftmobil zum ersten Mal eingesetzt wurde. Nicht jede Kelterei sollte sich eine Saftanlage anschaffen müssen. Und der Nutzen des Saftmobils steht bei einem Andrang wie in Burgkunstadt außer Frage.

Termine bis in den Oktober hinein im ganzen Landkreis

Bis in den Oktober hinein wird es flächendeckend im Landkreis noch 26 Termine geben, die unter www.landespflege-lichtenfels.de aufgelistet sind. Dort finden sich auch die Telefonnummern, unter denen die genauen Press-Zeiten mit der örtlichen Kelterei vereinbart werden können. So können Wartezeiten vermieden werden. Viele Keltereien pressen auch bereits einen Tag vor dem Abfülltermin. Bei Bedarf werden nach Vereinbarung zusätzliche Termine eingeschoben.

 

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