ALTENKUNSTADT

Radwallfahrt des RVC Altenkunstadt: „Jeder Mensch ist ein Pilger“

Angeführt von den Fahnenträgern zogen 130 Radwallfahrer aus zehn Radsportvereinen des BRV-Bezirks Oberfranken in die Basilika inVierzehnheiligen ein. Die Weihe des nach Plänen des berühmten Baumeisters Balthasar Neumann errichteten spätbarocken Gotteshauses jährt sich heuer zum 2... Foto: Bernd Kleinert

„Es ist schön, dass wir endlich wieder gemeinsam unterwegs sein können“, stellte Hans-Werner Schuster fest. Aber nicht nur der Vorsitzende des Radfahrvereins Concordia (RVC) Altenkunstadt freute sich, dass die traditionelle Radwallfahrt nach einer zweijährigen Corona-Pause wieder in gewohnter Weise stattfinden konnte. Rund 60 Erwachsene und Jugendliche schwangen sich am frühen Morgen am Schul- und Sportzentrum in den Sattel und pilgerten per „Drahtesel“ nach Vierzehnheiligen.

Unter den Teilnehmenden waren auch Bürgermeister Robert Hümmer sowie Abordnungen der Radfahrvereine aus Maineck und Mainroth. Mitglieder sieben weiterer Radsportvereine aus dem BRV-Bezirk Oberfranken schlossen sich ihnen auf dem Weg zum Wallfahrtsort an.

Hans-Werner Schuster, der mit seinen Vorstands- und Ausschusskollegen die 28. Pilgerfahrt perfekt organisiert hatte, informierte über den Ablauf. Er wünschte der „Wallfahrt durch den Gottesgarten“ ein gutes Gelingen und allen Teilnehmenden unfallfreies Radeln.

„Und doch gehen wir diesen Weg nicht allein“

„Ein langer Tag und eine lange Wegstrecke, die bewältigt werden wollen, liegen vor uns. Und doch gehen wir diesen Weg nicht allein. Mit uns pilgern Menschen, die gemeinsam beten und singen und gemeinsam dem Ziel unserer Wallfahrt zustreben“, sagte Thomas Geldner bei einer kurzen Andacht. Dem Lektor und Pfarrgemeinderatsvorsitzenden der katholischen Kirchengemeinde oblag die seelsorgliche Begleitung.

Nach einer österlichen Lesung aus dem Lukas-Evangelium, die von den beiden Jüngern erzählte, die auf dem Weg nach Emmaus dem auferstandenen Jesus begegnen, machten sich die Radwallfahrer auf den Weg. Mitarbeiter des RV Concordia begleiteten die Wallfahrt mit Versorgungsfahrzeugen. „Es kann ja sein, dass jemandem das Radeln zu anstrengend wird oder sein Fahrrad einen Platten hat“, gab Hans-Werner Schuster zu bedenken.

Friedenslied und Text aus dem Matthäus-Evangelium

Die Route führte über Pfaffendorf, Burkheim, Isling und Roth nach Klosterlangheim. Bei einer Gebetspause stimmten die Wallfahrer ein Friedenslied an und lauschten einem Text aus dem Matthäus-Evangelium. Manuela Deuber von den Concorden servierte zur Stärkung Kaffee und Kuchen. Über Mistelfeld und Lichtenfels ging es zum Seubelsdorfer Kreuz.

„Eine ganze Menschheit pilgert durch die Zeit. Sie ist auf dem Weg und sucht nach ihrem Ziel. Jeder Mensch ist ein Pilger. Er kann nicht stehen bleiben, sondern muss immerzu weitergehen, weiterwandern“, erklärte Thomas Geldner bei einer Meditation zum Thema „Dein Leben ist ein Weg“.

In Vierzehnheiligen angekommen, gesellten sich zu den Pilgern Mitglieder der Radfahrvereine aus Schwürbitz, Oberhaid, Stetten, Hallstadt, Reundorf, Merkendorf und Schorkendorf. Die „Altenkunstadter Musikanten“ unter Leitung von Bastian Zapf holten die Wallfahrer vom „großen Parkplatz“ in Vierzehnheiligen ab und geleiteten sie mit festlicher Musik zum Klosterhof.

130 Teilnehmer zogen zum Festgottesdienst

Mit einer Andacht eröffnete Lektor Thomas Geldner (li.) von der katholischen Kirchengemeinde Altenkunstadt die 28. Radwa... Foto: Bernd Kleinert

Es bot ein imposantes Bild, als die auf 130 Teilnehmer angewachsene Gruppe mit ihren Vereinsfahnen zum Festgottesdienst in das Gotteshaus zog. Der Bamberger Erzbischof Ludwig Schick zelebrierte die Messe.

Ehrungen standen im Mittelpunkt der feierlichen Verabschiedung im Anschluss an den Gottesdienst. Mit der goldenen Ehrennadel ausgezeichnet wurde Richard Woock, der 14 Mal nach Vierzehnheiligen gepilgert war. Silber gab es für Florian Kraus, der sieben Mal mit von der Partie war.

In der Braustube „Trunk“ stärkten sich die Radler mit Erfrischungsgetränken und einer Brotzeit. Die Altenkunstadter Concorden hatten Wiener Würstchen mitgebracht.

Reibungslos verlief die Rückfahrt, für die die Organisatoren die landschaftlich schöne Strecke über Oberlangheim, Lahm, Altendorf, Siedamsdorf, Kaspauer und Weismain gewählt hatten.

Zum Abschluss eine Marienandacht

An der Erlacher Kapelle feierten die Radler zum Abschluss eine Marienandacht zum Thema „Siehe, deine Mutter“. Im Fürbitten-Gebet baten sie um Gottes Beistand für alle Alleinstehenden, damit auch sie Begegnungen erfahren, die ihnen gut tun, sowie für all die Menschen, die leiden, trauern und deren Leben dunkel geworden ist. RVC-Vorsitzender Hans-Werner Schuster dankte am Ende Lektor Thomas Geldner für die spirituelle Bereicherung der Wallfahrt, den „Altenkunstadter Musikanten“ sowie allen Helfern, die mit ihrem Einsatz zum Gelingen der Pilgertour beigetragen haben.

 

Schlagworte