Projekt „Zukunftswald“ auf 1,2 Hektar in Burgkunstadt

BURGKUNSTADT

Projekt „Zukunftswald“ auf 1,2 Hektar in Burgkunstadt

Wenn man in manche Gebiete des heimischen Waldes kommt und etwas genauer hinsieht, erkennt man ziemlich schnell, dass es dem Wald nicht besonders gut geht. Wie kann man dem Waldsterben entgegen treten? Im Burgkunstadter Stadtwald wurde man nun tätig und hat mit dem interessanten Projekt „Zukunftswald“ begonnen.

Die Idee dazu stammt von Stadtkämmerin Heike Eber, die eine besondere Zuneigung zu Wald und Natur besitzt. Sie machte darauf aufmerksam, dass der Wald nicht nur für wirtschaftliche Interessen stehen sollte. Er sei eigentlich lebenswichtig als Grundwasser- und Sauerstoffspeicher. Ebenso seien die Wälder Filter für Staub und Abgase.

„Ob das Ganze gelingt, wird man erst in 50 bis 60 Jahren erkennen können.“
Wolfgang Weiß, Förster und Waldpädagoge

Förster und Waldpädagoge Wolfgang Weiß vom zuständigen Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten sowie Maßnahmen im Stadtwald stellte dieses Projekt nun direkt vor Ort vor. Vor dem Hintergrund gegenwärtiger Klimaprognosen gewinne die Umwandlung von Fichten- und Kiefernwäldern in Mischwälder immer mehr an Bedeutung. Nicht nur der Borkenkäfer stelle ein Problem dar. Auch längere Trockenheitsphasen seien für viele Baumarten eine echte Herausforderung geworden.

Der Burgkunstadter Stadtwald sei aber durch die Hege und Pflege des ehemaligen Waldbeauftragten der Stadt Hans Bornschlegel und seines Nachfolgers in einem insgesamt guten Zustand. Weiß, der seit zehn Jahren für den Wald zuständig ist, erklärte, dass jedoch besonders in den vergangenen drei Jahren Probleme aufgetreten seien. Neue Fichtenbäume hätten im Moment kaum Chancen, auf der ausgesuchten Fläche 80 Jahre alt zu werden. Auch bei Bäumen aus südlichen Ländern gäbe es von den Temperaturunterschieden im Jahr keine beständigen Baumarten, erklärte der Fachmann.

Vor zwei Jahren wurde der Blick in die Zukunft gerichtet. Auf Initiative von Kämmerin Heike Eber hin kam man überein, mit dem Anpflanzen von neuen Baumsorten neue Wege zu gehen. So wurden auf einer offenen Waldfläche von 1,2 Hektar Größe neue Baumarten gepflanzt. Dazu gehören Edelkastanie, Baumhasel, Zerreiche, Flaumeiche, Wildbirne, Bornmüller-Tanne, Japanischer Schnurbaum, Schwarzkiefer Schuppen-Hickory, Hopfenbuche und Hainbuche.

Es bestehe durchaus Hoffnung, dass diese sich auf dem tonartigen Boden wohlfühlen. „Ob das Ganze gelingt, wird man erst in 50 bis 60 Jahren erkennen können“, meinte Wolfgang Weiß schmunzelnd. So wurden 2500 Setzlinge gepflanzt. Dennoch sei eine gute Pflege nötig, die fast schon nach einer Art Infrastruktur verlange. So bräuchten die Pflanzen Wasser, das durch aufgestellte Tanks vor Ort vorhanden sein sollte. Auch wäre es wichtig, private Forstwirte für die Pflege zu gewinnen.

„Junge Pflanzen brauchen einen Welpenschutz“, erklärte Weiß. So müsse darauf geachtet werden, dass die eingezäunte Fläche nicht von Waldtieren durchforstet werden könne. Eine junge Rehmutter mit ihrem Kitz könnte durch Abfressen der Pflanzen immense Schäden anrichten. Alles in allem sei das Unterfangen ein Experiment, aber auch ein spannendes Projekt, meinte der Förster und Waldpädagoge. Vom Umfang her sei es das größte in seinem Forstbereich, der von Coburg bis Kulmbach reicht.

Aber für das Projekt „Zukunftswald“ ist man in Burgkunstadt offen. „Ich war sofort begeistert, als ich die Möglichkeiten aufgezeigt bekam“, betonte Erste Bürgermeisterin Christine Frieß. Zumal es bereits erste Unterstützer gibt. So wird die Bürgerstiftung mit Dr. Otto Fugmann an der Spitze das Projekt fördern.

Aber auch Dr. Ulrike Dinglreiter und der Bürgerverein Burgkunstadt brachten sich sofort ein, als sie davon erfuhren. Bei der vergangenen Kommunalwahl hatte der Bürgerverein beschlossen, mit keinen Wahlplakaten zu werben, um natürliche Recourcen einzusparen und so Klimaschutz zu betreiben. Jetzt beteiligte sich der Verein sofort mit einer Spende von 500 Euro am Projekt „Zukunftswald“.