ALTENKUNSTADT

Pfaffendorfer Kastanie bleibt stehen

Die Tage, an denen Herbert Sachs, in der Garage des Altenkunstadter Rathauses das Rettungsboot der Wasserwacht startklar macht, sind vorüber. Der Bauausschuss erteilte grünes Licht für den Bau einer Doppelgarage unweit des Boothauses. Foto: Stephan Stöckel

Im Spätsommer und Herbst muss man als Autofahrer, Fußgänger und Radfahrer damit rechnen, dass Laub und Früchte auf Straßen, Geh- und Radwegen fallen. So sah es am Dienstagabend die überwältigende Mehrheit im Altenkunstadter Bauausschuss. Gleich einen ganzen Baum zu fällen, wie es ein Anwohner aus dem Ortsteil Pfaffendorf gefordert hatte, das kam für die Ausschussmitglieder mit Ausnahme von Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) nicht in Frage.

Für Stephanie Dittrich von den Bündnisgrünen und Georg Deuerling von den Freien Bürgern der Orsteile (FBO) käme die Fällung der 31 Jahre alten gesunden Kastanie, die das Ortsbild Pfaffendorfs prägt, einem Präzedenzfall gleich: „Wenn wir da anfangen, dann müssen wir auch andere Laub- und Obstbäume entlang von Straßen und Wegen fällen“, meinten beide unisono. Der Rathauschef hätte sich vorstellen können, den Baum zu fällen und durch kleinere Exemplare zu ersetzen, so wie es der Anlieger gefordert hatte.

Herabfallendes Laub und Kastanien

Deren Mutter hatte sich bislang um das herabfallende Laub und die Kastanien des Baumes gekümmert, der auf öffentlichen Grund steht. Aus gesundheitlichen Gründen ist ihr das nicht mehr möglich. Ihr Sohn hatte daher eine Fällung des Baumes bei der Gemeinde beantragt. Von dem Baum gehe, so der Bürger in seinem Schreiben, eine Gefahr für die Verkehrsteilnehmer auf der Staatstraße 2203 sowie dem die Straße begleitenden Geh- und Radweg aus. Der Bauhof sollte sich um den Baum kümmern, dessen Äste ausgeputzt gehörten, meinte Maximilian Deuber von der Freien Wähler Gemeinschaft (FWG). „Die Schäden, die die Wurzeln des Baumes an der geteerten Fläche verursacht haben, müssen behoben werden“, betonte der Pfaffendorfer Ortssprecher Georg Baier.

Wasserretter freuen sich

Das Boot einer Wasserwacht sollte in der Nähe eines Gewässers stehen, möchte man meinen. Schließlich zählt im Ernstfall jede Sekunde. In Altenkunstadt war das bislang nicht der Fall. Nach über 20 Jahren im Feuerwehrgerätehaus und einigen in der Garage des Altenkunstadter Rathauses, geht nun ein langgehegter Wunsch der Wasserwachtmitglieder in Erfüllung. Der Antrag des BRK-Kreisverbandes, zu dem die Wasserwacht gehört, unweit des Bootshauses am Main eine Doppelgarage zu errichten, wurde gebilligt. Die Garage ist nach Auskunft von Bauamtsleiterin Astrid Redinger sieben Meter lang und 6,60 Meter breit. „In dem Gebäude mit Satteldach, das jede Menge Stauraum bietet, können wir viele Dinge vom Anhänger bis zur Schwimmnudel, die derzeit provisorisch in der ehemaligen Brauerei Gick in Burgkunstadt lagern, unterbringen“, freute sich Vorsitzender Gerhard Schnappauf, der von einem optimalen Standort sprach.

Die Kastanie, die das Ortsbild des Altenkunstadter Ortsteiles Pfaffendorf prägt, wird nicht gefällt. Verkehrsteilnehmer ... Foto: Stephan Stöckel

In der Zeublitzer Straße in Strößendorf wohnen und spielen Kinder. Zu ihrem Schutz parkt der Anhänger eines Anwohners an der Straße. Er soll die Autofahrer, die von der Trebitzmühle kommend in den Altenkunstadter Ortsteil einfahren, abbremsen. Am liebsten hätte er sich eine Fahrbahnverschwenkung gewünscht oder eine Reduzierung der Geschwindigkeit auf 30 Stundenkilometer. Daraus wird nichts. „Bei einem Ortstermin mit der Polizei wurde festgestellt, dass eine Verschwenkung baulich nicht möglich ist“, teilte der Bürgermeister mit.

Temporeduzierung kommt nicht in Frage

Man habe sieben Wochen lang mit Hilfe der gemeindlichen Geschwindigkeitsmessanlage das durchschnittliche Tempo der ortseinwärts fahrenden Fahrzeuge überprüft, das 38 Stundenkilometer betrage. Eine Temporeduzierung, so Hümmer, komme nicht in Frage. Nach Ansicht Deuerlings sollte der geparkte Anhänger, der für Nachbarskinder eine Gefahr darstelle, entfernt und durch ein inoffizielles Hinweisschild „Achtung! Spielende Kinder“ ersetzt werden.

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