ALTENKUNSTADT

Musikgenuss auf Balkon, Terrasse und Wiese in Altenkunstadt

Musikgenuss auf Balkon, Terrasse und Wiese in Altenkunstadt
Mit Werken bekannter Komponisten begeisterten (v. re.) Tenor Martin Fösel, Pianistin Gudrun Treutlein und Rebekka Wagner (Violine) beim Balkon-, Terrassen- und Wiesenkonzert der Projektgruppe „In der Heimat wohnen.“ Foto: Bernd Kleinert

Ein Hauch von Verona mit seiner Arena schwebte über dem „Balkon-, Terrassen- und Wiesenkonzert“, zu dem die Projektgruppe „In der Heimat wohnen“ eingeladen hatte. Die Caritas-Initiative, die seit zwölf Jahren in Altenkunstadt aktiv ist, machte mit der Freiluftveranstaltung deutlich, dass auch in Corona-Krisenzeiten auf musikalischen Kunstgenuss nicht verzichtet werden muss. Die Resonanz war überraschend groß.

„Man muss durch das Leben tanzen“, zitierte Angela Lohmüller den Philosophen Friedrich Nietzsche. Und die Musik könne dabei helfen. Die Quartiersmanagerin dankte der in München beheimateten Internationalen Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation, die das Konzert ermöglicht habe. Von Erich Fischer gegründet, möchte sie vor allem älteren Menschen mit musikalischen Darbietungen auf hohem künstlerischem Niveau schöne Stunden bereiten. „In den 26 Jahren ihres Bestehens hat die Stiftung weit mehr als 11 000 Musikevents organisiert und damit über eine Million Senioren begeistert“, ergänzte Tenor Martin Fösel.

Ein willkommenes Kulturerlebnis nach der langen Corona-Pause

Das Konzert fand auf der Wiese neben dem „In der Heimat wohnen“-Gebäude in der Theodor-Heuss-Straße statt. Die Stühle waren so gestellt, dass zwischen den Besuchern und zu den Mitwirkenden genügend Abstand gehalten wurde. Denn Sicherheit ist in Corona-Krisenzeiten oberstes Gebot. Auch auf Balkonen und Terrassen lauschten interessierte Zuhörer den Darbietungen.

Unter dem Motto „Durch Länder und Jahrhunderte“ präsentierten drei Künstler eine Stunde lang Werke bekannter Komponisten. Rebekka Wagner, die an der Hochschule für Musik in Nürnberg studiert hat, begeisterte auf der Violine. Bei Gerhard Oppitz in München, einem der bekanntesten deutschen Pianisten, studierte Gudrun Treutlein. Beim Konzert in Altenkunstadt saß sie am Klavier.

„Mit unserem Können und unserer Erfahrung wollen wir sowohl ältere Menschen unterhalten, als auch der Jugend die Schönheit eines wichtigen Stücks Kulturgut näherbringen. Deshalb sind wir auch viel in Schulen unterwegs“, erzählte Martin Fösel. Der Oberfranke, der in Salzburg studierte, glänzte nicht nur mit seiner ausdrucksstarken Tenorstimme, sondern führte auch humorvoll und charmant durch das Programm. Die mit amüsanten Anekdoten gewürzte „Reise durch Länder und Jahrhunderte“ gestaltete sich für die Zuhörer zu einem kurzweiligen Klangerlebnis.

Aufmerksam lauschten sie Domenico Sarros Werk „Sen corre l?agnelletta“ und Enrico Tosellis „Serenata opus 6“. Giuseppe Tartini (1692 bis 1770) gilt Fösel zufolge als der größte Geiger und Geigenkomponist seiner Zeit. „Eigentlich war er ja für eine geistliche Laufbahn vorgesehen. Daraus wurde aber nichts, da er zuvor heiratete und das auch noch ohne die Einwilligung seiner Eltern“, wusste der Moderator. „Und das war auch gut so“, mochten sich die Zuhörer gedacht haben, denn die „Violinsonate in g-Moll“ aus der Feder des italienischen Meisters erwies sich als wahrer Ohrenschmaus.

Ludwig van Beethoven, dem großen Vertreter der Wiener Klassik, widmeten die Interpreten das Stück „Der Kuss“. „Heinzelmännchens Wachtparade“ heißt das bekannteste Werk des in Stettin geborenen Komponisten Kurt Noack, das die drei Künstler meisterhaft zu Gehör brachten. Franz Liszts „Angiolin dal biondo crin“ (Englein hold im Lockengold) und eine Komposition von Martha von Sabinin, die am russischen Zarenhof als Lehrerin tätig war, rundeten die musikalische Reise ab.

Senioren singen gemeinsam mit den Musikern bekannte Volkslieder

Anschließend sangen Mitwirkende und Zuhörer beliebte Volkslieder wie „Das Wandern ist des Müllers Lust“ und „Der Mond ist aufgegangen“. Der Applaus des Publikums war derart herzlich, dass die Interpreten um eine Zugabe nicht herumkamen. Bravourös präsentierten sie zum Abschluss das Stück „Da geh ich zu Maxim“ aus Franz Lehars berühmter Operette „Die lustige Witwe“. „Das war einfach wunderschön“, schwärmte Quartiersmanagerin Angela Lohmüller und sprach damit auch den Zuhörern aus dem Herzen.

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