KULMBACH

Mit dem 9-Euro-Ticket zur Plassenburg

Die einstige Hohenzollernfestung Plassenburg beherbergt heute vier interessante Museen. Foto: Corinna Tübel

Winzig und voller Details: Krieger, Händler, Familien. In ihrem Arrangement werden ganze Szenen aus der Antike, dem Mittelalter und Absolutismus über Napoleon bis hin ins 20. Jahrhundert anschaulich. Wo? Im Deutschen Zinnfigurenmuseum auf der Plassenburg in Kulmbach. Die Figuren üben seit jeher eine besondere Faszination aus: Als „Lernspielzeug“ sollten sie einst Kindern die „große weite Welt“ näherbringen. Heute finden sich Sammler auf der ganzen Welt. Eine Szene aus dem Museum hat es sogar ins Guinness-Buch der Rekorde geschafft.

In rund 150 Einzeldioramen mit 300.000 Figuren können Besucherinnen und Besucher in Kulmbach alles rund um das Thema Zinn und Zinnfiguren erfahren sowie in die Burg-, Stadt- und Regionalgeschichte eintauchen. Besonders für ältere Kinder bieten die Szenerien Gesprächsanlässe und Einblicke, das Leben der Menschen in früheren Zeiten kennen zu lernen. In der Museumspädagogischen Werkstatt können Kinder selbst Hand anlegen.

Jüngeren Kindern und Familien seien dagegen die regelmäßige Führungen auf der Plassenburg empfohlen. In Turmwächter- oder Sprichwort-Führungen erleben sie die Geschichte und Bedeutung der Plassenburg kindgerecht und abenteuerlich.

Das fürstliche Leben zur Zeit des Barock

Doch die einstige Hohenzollernfestung hoch über Kulmbach bietet noch mehr: Das Landschaftsmuseum Obermain stellt mit kunst- und kulturgeschichtlichen Exponaten aus dem Obermaingebiet und der Stadt Kulmbach Wissenswertes über die Burg, die Stadt Kulmbach und die Region vor. Das Museum Hohenzollern in Franken führt durch die Geschichte der Hohenzollern und die ehemaligen Markgräflichlen Gemächer aus dem 16. Jahrhundert und vermittelt eine Vorstellung von fürstlichem Leben zur Zeit des Barock. Das Armeemuseum Friedrich der Große – Sammlung Bernd Windsheimer birgt die größte Sammlung altpreußischer Militaria zwischen 1700 und 1806.

Eine anschauliche Zeitreise zurück in vergangene Jahrhunderte, die durch die anmutige Kargheit des Außengeländes noch erlebbarer wird. „Trutzig“, wird die Burg in Beschreibungen oft genannt. So, als wolle sie zugleich Gegenwehr leisten. Anders als etwa die schmucke Veste Coburg besticht das Areal durch herrliche Nischen und wenige, aber imposante Verzierungen.

Es lohnt sich nach dem Kulturgenuss, noch „hoch oben“ in der herrlich begrünten Anlage zu verweilen – ob mit Blick auf den Obermain oder im Arkadenhof. Letzterer gilt als eine der bedeutendsten Schöpfungen der deutschen Renaissance. 1559 beauftragte Georg Friedrich von Ansbach Caspar Vischer mit dem Bau einer Vierflügelanlage. Zuvor gehörte die Plassenburg von 1338 bis 1791 den Burggrafen von Nürnberg und späteren Markgrafen von Brandenburg aus dem Hause Hohenzollern. Ein Museumscafé sowie das Ristorante Al Castello laden zur anschließenden Einkehr auf der Plassenburg ein.

Auf dem Weg nach unten Richtung Stadtkern, der zu Fuß durch enge Pflastergässchen der Altstadt führt, können Familien noch einen Abstecher zum Spielplatz am Pörbitscher Weg einlegen.

Von der Kleinkindschaukel bis zur Wackelbrücke

Herrlich im Grünen gelegen und ausgestattet mit Kleinkindschaukel, Rutsche, Federwippgerät, Wippe, Balancier-Element, Wackelbrücke, Kletterelement und vielen Häuschen und Türmchen, lädt er zum Spielen und Toben ein. Auf diesem Mehrgenerationenspielplatz kommen jüngere und ältere Kinder voll auf ihre Kosten.

Auf dem Weg zurück zum Bahnhof kann zudem durch die klein, aber feine Fußgängerzone hinter dem EKU-Platz bummeln.

Öffnungszeiten des Landschaftsmuseums Obermain und des Deutschen Zinnfigurenmuseums: April bis Oktober täglich von 9 bis 18 Uhr. Informationen: www.plassenburg.de

Erreichbarkeit

Agilis und Regionalexpress fahren regelmäßig von Lichtenfels nach Kulmbach, die kürzeste Fahrzeit beträgt 18 Minuten. Die Stadtbuslinie 5 fährt ab Zentralem Omnisbusbahnhof direkt hinter dem Bahnhof ZOB bis in den unteren Burghof (Kasernenhof).
Einst Spielzeug, heute Sammlerstücke: Zinnfiguren, die Geschichten erzählen. Foto: Corinna Tübel
Der Spielplatz am Pörbitscher Weg bietet Spiel und Spaß für die Kinder. Foto: Corinna Tübel

Rückblick

  1. Corona-Tagebuch: Manche haben den Dreh raus
  2. Wo kommt der Name Geßlein her?
  3. Corona-Tagebuch: Eine Begegnung im Nebel
  4. Fotoausstellung im Naturkunde-Museum Coburg
  5. Der ganz normale Wahnsinn in der Kita in Seubelsdorf
  6. Drei Michelauer als Volunteers in München
  7. Corona-Tagebuch: Von Mozart bis Rock im Park
  8. „Kochen ohne Grenzen“ im MUPÄZ in Kulmbach
  9. Stadtbau Bamberg will klimaneutral werden
  10. Corona-Tagebuch: Was der alten Frau bleibt
  11. Corona-Tagebuch: Denkwürdige Worte
  12. Till Mayer: Menschen der Ukraine eine Stimme geben
  13. Corona-Tagebuch: Aussichtsreiches Türmer-Leben
  14. R.I.O.!-Clubtour: Die Sieger kommen aus Hof
  15. Corona-Tagebuch: Die Sache mit Rinderrouladen
  16. Corona-Tagebuch: Fremdschämen mit Gegenlicht
  17. „Gemeinsam für Kinderrechte“ in den Kitas
  18. Corona-Tagebuch: Alles eine Frage der Sauberkeit
  19. Studium im Wintersemester in Bamberg
  20. Teilhabe für alle Menschen an der Bamberger Musikschule
  21. Corona-Tagebuch: Vorsätze, Lust und Laune
  22. Mit Theater und Nappydancers
  23. Corona-Tagebuch: Verwahrlosung rund um die Mohrrübe
  24. Kinderbuchstabensuppe: Noah, Schulzwerge und Uli
  25. Online-Treffpunkt für Feuerwehrleute auf Facebook
  26. Corona-Tagebuch: Kaffee, Stolpern und Nachtschicht
  27. Corona-Tagebuch: Fahne auf Halbmast
  28. SoLaWi läuft gut in Wolfsloch
  29. Corona-Tagebuch: Das Glück bei den Frauen
  30. Lichtenfels: Ausstellung über Deportation
  31. Andreas Motschmann über autofreien Sonntag in Bolivien
  32. Corona-Tagebuch: Die hohe Kunst der Diplomatie
  33. Corona-Tagebuch: Erinnerung an den Opa
  34. Dank App sorgenfrei als Diabetiker Sport treiben
  35. Lichtenfelser Tierheim am Rand seiner Kapazität
  36. Corona-Tagebuch: Eine Jacke als Nachricht
  37. Corona-Tagebuch: Kleiner Test in Sachen Wortschatz
  38. Frauenfussball in Roth: Niemand kann sie stoppen
  39. Corona-Tagebuch: Pünktlichkeit zählt immer
  40. Sprach-Kita-Förderung: Programm droht zu verstummen
  41. 130 Kilometer Oldtimer-Glück in der Fränkischen Schweiz
  42. Corona-Tagebuch: Wenn gute Erziehung auf der Strecke bleibt
  43. Tom Sauer: „Wir konnten viel erreichen“
  44. Vorsicht: Hier geht es ums Urinieren
  45. Corona-Tagebuch: die bemerkenswerte Antwort
  46. Corona-Tagebuch: Reue oder doch Verdrängung?
  47. Corona-Tagebuch: Die Liebe, Mozart und die Blattern
  48. VGN: Abenteuer-Rallyes in fünf Städten zu gewinnen
  49. Corona-Tagebuch: Die Sache mit der Vergesslichkeit
  50. 31.000 strömen zur Naturbühne in Trebgast

Schlagworte