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Medientutoren am Burgkunstadter Gymnasium

Medientutoren am Burgkunstadter Gymnasium
Die Teilnehmer des Medien?kunde-?Kurses am Burgkunstadter Gymnasium. Foto: Christian Voll

Am Gymnasium Burgkunstadt ist es bereits seit einigen Jahren ein großes Anliegen, die Schülerinnen und Schüler darin zu unterstützen, Gefahren der digitalen Welt zu erkennen, zu vermeiden und einen maßvollen Umgang mit dem Internet zu entwickeln. Die Jugendlichen sollen lernen, ihr eigenes Verhalten kritisch zu reflektieren und sich sicher durch die digitale Welt bewegen. Deshalb wurde kürzlich an zwei Projekttagen für die 6. Klassen das sogenannte Netzgänger-Projekt angeboten.

Neue, angesagte Sneaker gekauft – und jetzt schnell eine Story dazu auf Instagram gepostet. Bei WhatsApp mit den besten Freundinnen im BFF-Chat darüber im Austausch, worüber sich „Best Friends Forever“ eben so austauschen. Und die coolen Moves von Rapperin Cardi B im Video zu Hause vor dem Spiegel nachgestellt und auf TikTok hochgeladen.

Unsere Medienwelt hat durch das Internet und die sozialen Netzwerke einen enormen Wandel erlebt: Jeder kann zu jeder beliebigen Tageszeit Informationen und Nachrichten über verschiedenste Kanäle in Schrift, Bild und Ton verbreiten. Mittlerweile hat jeder zehnte Dreijährige regelmäßig Kontakt mit Medien wie Smartphone und Tablet und ist damit online. Bereits zehn Jahre später, mit 13, haben mehr als 90 Prozent aller Jugendlichen ein eigenes Smartphone. Aus dem Leben der Kinder und Jugendlichen sind diese Medien nicht mehr wegzudenken.

Sowohl Produzent als auch Nutzer

Jugendliche springen, sowohl als Produzenten eigener Inhalte als auch als Nutzer, ganz selbstverständlich zwischen dieser digitalen und der analogen Welt hin und her und nutzen Bildschirme intuitiv und selbstverständlich. Und immer sind sie nur einen Klick entfernt! Smartphone und Internet eröffnen ein direktes Tor in die weite Welt. Hier stehen die Kinder jedoch – so wie wir alle – vor einer in dieser Form noch nie dagewesenen Herausforderung.

Medientutoren am Burgkunstadter Gymnasium
Impression von der Arbeit des Medien?kunde-?Kurses der Oberstufe mit den Schülern der 6. Klassen am Gymnasium Burgkunsta... Foto: Christian Voll

Bei jeder Nachricht, die man liest, und jedem Post, den man schnell mal nebenbei teilt, sollten, ja muss man sich fragen: Woher stammt diese Information eigentlich? Ist die Meldung wahr? Kann ich dieser Quelle wirklich trauen? Mit den scheinbar unendlichen Möglichkeiten des Internets und der sozialen Netzwerke ist leider auch die Zahl der Stolpersteine und Risiken drastisch angestiegen. Gewaltverherrlichende Videos, „Ballerspiele“ und pornographische Inhalte sind bereits für Kinder und Jugendliche zum Greifen nah. Gleichzeitig sind sie nur einen Klick von Cybermobbing und Abofallen entfernt.

Zum Glück wieder in Präsenz

Erfreulicherweise konnte für die Sechstklässler nach einem Schuljahr mit Corona bedingtem Entfall das Peer-Präventionsprojekt „Netzgänger“ wieder in Präsenz stattfinden. An zwei kompletten Schultagen nahmen die Schülerinnen und Schüler an vier Workshops zu den Themen „Mein digitales Ich!“, „Verzockt?“, „Resp@kt!“ und „Bist du sicher?“ teil, die von den Peers des Medienkunde-Kurses der Oberstufe abgehalten wurden. In mehreren Wochen der Vorbereitung hatten die Oberstufenschülerinnen und -schüler die Inhalte methodisch aufbereitet, Materialien ausgewählt, Präsentationen erstellt und sich rhetorisch vorbereitet.

Medientutoren am Burgkunstadter Gymnasium
Impressionen von der Arbeit des Medien?kunde-?Kurses der Oberstufe mit den Schülern der 6. Klassen am Gymnasium Burgkuns... Foto: Christian Voll

Ziel war es, die jüngeren Mitschülerinnen und Mitschüler für den Umgang mit dem Internet und die medialen Gefahren zu sensibilisieren und Medienkompetenz zu fördern. Durch das entspannte Verhältnis zu den Jüngeren wurden viele Gespräche möglich, in denen auch über eigene Erfahrungen gesprochen und die ein oder andere persönliche Frage geklärt wurde. Die Besonderheit des Projekts Netzgänger liegt im Vergleich zu vielen anderen medienpädagogischen Ansätzen darin, dass nicht Lehrer die Vermittlung der Themen übernehmen, sondern ältere Schülerinnen und Schüler, die dadurch gleichzeitig eine besondere Vorbildfunktion einnehmen und somit mehr Lebensnähe und Authentizität schaffen.

Auf Augenhöhe kommunizieren

Sie können mit den Sechstklässlern auf Augenhöhe kommunizieren und vermittelte Inhalte werden nicht als Belehrung empfunden. Zudem sind junge Erwachsene über aktuelle Medientrends in der Regel besser und schneller informiert als ihre Lehrer und haben so auch einen leichteren Zugang zu den neuen medialen Inhalten, Techniken und Tools. „Besser als jeder Schultag“, ist nur eine der vielen positiven Rückmeldungen, die das Netzgänger-Team von den 6. Klassen bekommen hat. „Durch diese Workshops konnten wir den Unterstufenschülern viel beibringen und sie etwas zum Nachdenken anregen“, erklärte eine begeisterte Oberstufenschülerin. Bereits vor einigen Wochen war für die Dritt- bzw. Viertklässler umliegender Grundschulen ein Medientag am Gymnasium Burgkunstadt angeboten worden, der auch vom Medienkunde-Kurs gestaltet wurde und die Inhalte des Netzgänger-Projektes in angepasster Form umfasste.

Medientutoren am Burgkunstadter Gymnasium
Impressionen von der Arbeit des Medien?kunde-?Kurses der Oberstufe mit den Schülern der 6. Klassen am Gymnasium Burgkuns... Foto: Christian Voll

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