MAINKLEIN

Mainklein demonstriert gegen Schließung des Bahnübergangs

Mainklein demonstriert gegen Schließung des Bahnübergangs
Protest: Eine Unterschriftenliste gegen die Schließung des Bahnübergangs Mainklein West übergab Stadträtin Ingrid Kohles (re.) an Bürgermeisterin Christine Frieß (vorne, li.). Foto: Roland Dietz

„Wer nicht kämpft hat schon verloren“, sagte die Burgkunstadter Bürgermeisterin Christine Frieß bei der Übergabe von Protestunterschriften der Einwohner Mainkleins gegen die geplante Schließung des Bahnübergangs Mainklein-West an der Bahnstrecke Lichtenfels-Kulmbach. Mehr als 40 Bürger hatten sich an der Gemeinschaftshalle eingefunden, um ihren Unmut über die Planungen der Deutschen Bahn (DB) kundzutun. Mit Parolen wie „ Die Bahn verspricht baldiges Verkehrschaos“, „Erst renovieren, dann kastrieren“ oder „Kein Mödlareuth in Mainklein“ auf Plakaten und Bannern demonstrierten sie.

Die DB Netze AG plant, den Bahnübergang Mainklein-West zu schließen und hat dazu ein Planfeststellungsverfahren in die Wege geleitet. Wie problematisch die Situation ist, hatte sich bei der wochenlangen Schließung während der Sanierung im vergangenen Jahr gezeigt, als beide Mainkleiner Bahnübergänge gesperrt waren, gezeigt. „Es wurde über unsere Köpfe hinweg entschieden, und wir bekamen erst drei Tage vorher darüber Bescheid“, kritisierte Friseurmeisterin Ulrike Marr. „Manche Kunden konnten uns nur über Feld- oder Radwege erreichen, andere kamen überhaupt nicht mehr.“

Höhere Verkehrsgefährdung und Einschnitte beim Brandschutz

Mainklein demonstriert gegen Schließung des Bahnübergangs
Demonstration der Mainkleiner Bürger vor ihrer Gemeinschaftshalle am Bahnübergang. Foto: Roland Dietz

Den Vorschlag der Bahn, nach einer Schließung des Bahnübergangs West den „Wirtschaftsweg“ von Mainklein nach Theisau zu benutzen. lehnt die Mainkleiner Stadträtin Ingrid Kohles (FW) ab. Da dies ein Radweg ist, sei das schon aus Sicherheitsgründen nicht möglich. Der Weg liege außerdem im Hochwassergebiet und sei für größere Fahrzeuge mit Anhänger sowie Schulbusse oder Milchauto zu schmal.

Daher hat Ingrid Kohles zusammen mit den Einwohnern ein Widerspruchsschreiben mit Unterschriftenliste verfasst. Über diesen Einspruch wird der Burgkunstadter Stadtrat am Dienstag, 9. Februar, im Zusammenhang mit dem Antrag zum Planfeststellungsverfahren beraten.

Mainklein demonstriert gegen Schließung des Bahnübergangs
Den Bahnübergang Mainklein West will die Bahn AG schließen. Foto: Roland Dietz

Viele Argumente der Einwohner für die Erhaltung des Bahnübergang habe die Bahn nicht berücksichtigt, betont Ingrid Kohles. So sei die Zufahrt für Betriebsfahrten der Stadt bei der regelmäßigen Pflege der Anlagen um den Spielplatz nicht bedacht worden. Auch der neuangesiedelte Baggerbetrieb bekomme Schwierigkeiten bei der Zufahrt. „Wenn der Schulbus wegen der Schließung im beengten Ort wenden muss, erhöht das die Gefahr für die Radfahrer deutlich, die vom Radweg kommend durch den Ort Mainklein fahren“, warnte die Stadträtin. Gefährdet würden auch Kinder und Fußgänger auf dem Weg zum Spielplatz. Außerdem wäre beim Wenden und Rückwärtsfahren ein Einweiser erforderlich – auch für den Milchlaster, der täglich zu den Landwirten fährt.

Mainklein demonstriert gegen Schließung des Bahnübergangs
Die Mainkleiner schilderten Bürgermeisterin Christine Frieß ihre Sorgen wegen der Schließung des Bahnübergangs. Foto: Roland Dietz

Probleme beim Einfahren in die Höfe könnten vermieden werden, wenn die Zufahrt zur Milchabholung weiter von Burgkunstadt aus erfolge. Auch die Landwirte bräuchten den Bahnübergang für die Anlieferung von Futtermitteln, zumal der Großteil ihrer Ackerflächen in Richtung Burgkunstadt liegt. Vor allem beim Füllen der Silos mit Gras oder Mais müssten unzählige Fahrten quer durch Mainklein erfolgen, wenn der Bahnübergang geschlossen wird. Bei einer Umfahrung des Ortes müssten Landwirte die Bundesstraße B 289 benutzen und die Verkehrsgefährdung im Ort nehme zu.

Problematisch werde auch der Brand- und Sicherheitsschutz. Wegen der Enge im Orts wäre es unmöglich, mit großen Löschfahrzeugen sonstigen Rettungsfahrzeugen den Brandherd aus einer Richtung zu erreichen, wie Übungen gezeigt hätten, warnte Ingrid Kohles. Beim großen Hochwasser im Jahr 2006 war das in der Weidenburg gelegene Feuerwehrhaus nur über den Bahnübergang West zu erreichen, weil die innerörtliche Straße um die Kapelle überschwemmt war. Bei einer Schließung des Bahnübergangs West wäre der Kernort bei Hochwasser abgeschnitten. Auch die Gastwirtschaft wäre für Fußgänger und Radler nur entlang der B 289 oder über einen unbefestigten, unbeleuchteten Naturpfad zu erreichen.

Mainklein demonstriert gegen Schließung des Bahnübergangs
Ein Verkehrschaos fürchten die Mainkleiner, wenn nur noch ein Bahnübergang bleibt - vor allem während der Bauarbeiten fü... Foto: Roland Dietz

„Mainklein würde nochmals zusätzlich geteilt“, warnte die Stadträtin. Bei Störungen an der Signalanlage wäre künftig ein Ausweichen auf den Bahnübergang West nicht mehr möglich und aus dem Dorf würde eine Sackgasse.

Frieß: Die Stadt steht hinter den Mainkleinern

Die Mainkleiner sind besonders darüber verärgert, dass die Bahn keine Gespräche über die Schließungspläne angeboten hat. Sie hoffen nun auf politische Unterstützung. „Die Gremien der Stadt und der Stadtrat stehen hinter den Mainkleinern“, versicherte Bürgermeisterin Christine Frieß. Niemand unterstütze die Pläne der Bahn. Auch Bundestagsabgeordnete Emmi Zeulner wolle sich für einen Erhalt des Bahnübergangs einsetzen.

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