Leserforum: Geht es nicht mal eine Nummer kleiner?

Zum Artikel „Corona: Bayern verschärft die Regeln“ vom 24. November ging folgende Lesermeinung ein:

Der Bayerische Ministerpräsident Dr. Markus Söder und andere „CSU-Häuptlinge“ kennen, wenn es um Bayern und seine Einrichtungen geht, keine andere Beurteilung als „Weltmeister“ oder „Das beste der Welt“.

Vor drei Jahren konnte ich bei einer Versammlung von Wirtschaftsmanagern von einem „CSU-Oberen“ in seiner Rede hören, Bayern sei Weltmeister im Bereich der EDV und der Digitalisierung. In der Coronakrise stellte sich heraus, dass Deutschland und besonders auch Bayern in diesem Bereich Schlusslicht bei den Industrieländern ist und eigentlich in diesem Bereich auf dem Stand eines Entwicklungslandes stehe!

Söder hat in den letzten zwei Jahren die Maßnahmen Bayerns zu Corona immer wieder positiv hervorgehoben und andere Bundesländer eifrig kritisiert. Seit Oktober steht nun fest, dass Bayern mit Sachsen die niedrigsten Impfquoten in Deutschland haben und bei weitem mit Sachsen zusammen die höchste Quote bei Infektionen. Der Landkreis Lichtenfels ist mit 75 Prozent vollständig Geimpfter eine Ausnahme; leider nicht bei den Infizierten.

In dem oben genannten Artikel wird Markus Söder (CSU) hinsichtlich der Dramatik der Situation mit den Worten zitiert: „Obwohl Bayern mit das beste Gesundheitssystem Deutschlands und der Welt hat, droht die komplette Überlastung.“

Geht es nicht etwas kleiner? Obwohl es um eine sehr schwierige Situation geht, kann Söder auf keinen Fall auf diese Übertreibungen verzichten. Ich weiß nicht, wie gut unser Gesundheitssystem im Weltmaßstab ist, ich bin mir aber sicher, dass es Söder auch nicht weiß! Ich persönlich vertraue den Ärzten und Ärtztinnen und Pflegern und Pflegerinnen in unseren heimischen Krankenhäusern und hoffe, dass sie, wenn sie einmal nicht weiter wissen, mich dann in ein Krankenhaus überweisen, wo es Spezialisten gibt, die vielleicht eine Lösung wissen. Herrn Söder und seinen weiteren „CSU-Häuptlingen“ empfehle ich etwas weniger zu übertreiben, damit das Vertrauen in die Politik wieder steigt.

Otto Schuhmann,

Altenkunstadt

Schlagworte