ALTENKUNSTADT

Leser-Forum: Eine würdige Erinnerung schaffen

Zum „Notarsgarten Burgkunstadt“:
Ein Abonnent schreibt einen Leserbrief an das Obermain-Tagblatt.
Ein Abonnent schreibt einen Leserbrief an das Obermain-Tagblatt. Foto: Daniel Naupold (dpa)

„Lange ist es her, dass ich als kleiner Junge auf dem Weg von der Dammsiedlung zur Obermain-Schuhfabrik lief. Meine Mutter, die als Stepperin in der Obermain-Schuhfabrik arbeitete, holte ich hin und wieder am schmiedeeisernen Tor mit der Inschrift ,Kaufet die Zeit aus!‘ von der Arbeit ab. Auf dem Weg kam ich natürlich auch am Baur-Haus in der Bahnhofstraße vorbei.

Damals hat mich der Garten dieses Hauses immer irgendwie gefesselt. Im Sommer hörte man den Springbrunnen plätschern. Durch die Zaunlatten und das anschließende Grün hindurch versuchte ich so manchen Blick zu erhaschen. Trotz der Geschäftigkeit und des vielen Verkehrs in der Bahnhofstraße verströmte dieser Garten irgendwie Ruhe und Beschaulichkeit. Ich hatte immer den Eindruck, dass hinter dem Zaun eine andere Welt sein muss …

Ich kann mich noch erinnern, wie mir meine Mutter sagte, dass ,da die Frau Baur wohnt‘. Wenn mich meine Erinnerung nicht täuscht, habe ich sie auch ein- oder zweimal durch die Zaunlatten und das Grün hindurch in ihrem Rollstuhl in diesem Garten sitzen sehen …

Das ist sehr, sehr lange her. Gute 50 Jahre.

Heute soll dieser Garten ,platt‘ gemacht werden, Parkplätze für Autos entstehen. Mir gefällt dieser Gedanke gar nicht. Ich wünsche mir, die Stadt Burgkunstadt wäre sich ihres Erbes bewusst! Die Stadt verdankt der Familie Baur sehr, sehr viel! Dank des erfolgreichen, unternehmerischen Denkens von Dr. Friedrich Baur und seiner Frau Kathi Baur, geborene Schuh, ging es der Stadt bis in die neunziger Jahre finanziell blendend!

Oder hat man schon vergessen, dass sich die Stadt Burgkunstadt dank der Finanzkraft der Firma Baur eine eigene Realschule und ein eigenes Gymnasium leisten konnte? Erinnern will ich auch an die Kathi-Baur-Sporthalle mit Hallenbad und Sauna. Nicht zu vergessen die Finanzierung der Schluckimpfung zum Schutz vor Kinderlähmung bayernweit.

Ich meine, in diesem Garten einen Ort des Andenkens an die Familie Baur zu schaffen, stünde der Stadt gut zu Gesicht und ist obendrein überfällig! Dabei denke ich an eine gepflegte Grünfläche mit einem Wasserspiel und Sitzbänken, das Ganze mit blühenden Büschen umrahmt, von Bäumen eingegrünt. Eine Gedenktafel, ähnlich die am Riexinger-Denkmal auf der Jakobs Ruh, würde den Ort stilvoll widmen. Das wäre eine würdige Erinnerung an eine Unternehmerfamilie, die den Namen der Stadt Burgkunstadt ,bekannt im ganzen Land‘ gemacht hat. Schließlich steht im Mittelpunkt des Denkens und Handelns noch immer der Mensch, nicht Autos! Die Erinnerung an die Firmengründer sollte auch im Sinne der heutigen Geschäftsführung der Firma Baur sein!

Manfred Hofmann, Burgkunstadt

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