ALTENKUNSTADT

Lehrschwimmbecken Thema bei Bürgerversammlung Altenkunstadt

Bürgerversammlung in Altenkunstadt
Schwimmen lernen rettet Leben, war man sich in der Bürgerversammlung einig. Mehrere Redner forderten, den Worten endlich Taten folgen zu lassen und ein Lehrschwimmbecken zu bauen. Foto: Dlrg

Die Covid-19-Pandemie drückte der diesjährigen Bürgerversammlung ihren Stempel auf. Aufgrund des Abstandsgebots waren nur 30 Personen zu der Veranstaltung im katholischen Jugendheim zugelassen. Etliche Gemeinderäte und Gemeindemitarbeiter hatten auf einen Besuch verzichtet, damit möglichst viele Bürger sagen konnten, wo ihnen der Schuh drückt.

Ehrenbürger Otto Schuhmann und Volker Thormählen vom Ortsverband Burgkunstadt der Deutschen Lebensrettungsgesellschaft (Dlrg) brachen eine Lanze für den geplanten Bau eines Lehrschwimmbeckens auf dem Schul- und Sportgelände im Altenkunstadter Ortsteil Röhrig, für das Gesamtkosten von 5,9 Millionen Euro veranschlagt sind. „Wenn wir in den nächsten zwei Jahren keine positive Entscheidung hinbekommen, dann wird das wichtige Projekt für den östlichen Landkreis für immer gestorben sein“, sagte Schuhmann unter dem Beifall der Teilnehmer.

Finanziell für die Bürger nicht zu spüren

Er, aber auch Thormählen betonten wie wichtig Schwimmen für die Sicherheit und Gesundheit der Menschen seien. Das jahrelange Hick-Hack, um den Bau eines Schwimmbades müsse endlich ein Ende haben. Die beiden Redner sprachen Bürgermeister Robert Hümmer (CSU) aus der Seele. Er räumte ein, dass er sich eine höhere Förderung als die zugesagten 68,9 Prozent gewünscht hätte. Zugleich meinte er aber auch, dass den auf 30 Jahre finanzierten 1,6 Millionen Euro teuren Eigenanteil der Gemeinde Altenkunstadt die Bürger nicht zu spüren bekämen.

Als Pluspunkte führte Hümmer den ehrenamtlichen Betrieb des Bades durch die Dlrg an, die Heizung, die auch von der Mittelschule mit genutzt werden könne und die Tatsache, dass die Einrichtung für alle Bürger geöffnet sein werde.

„Wenn es nicht anders geht, dann muss ein Halteverbot

erlassen werden.“

Robert Hümmer, Bürgermeister

Willi Hussendörfer sprach die Dauerparker in der Theodor-Heuß-Straße und der Langheimer Straße an. Dadurch werde Rettungsfahrzeugen eine Durchfahrt erschwert. Während der Sperrung der B 289 von Ende Oktober bis Mitte Dezember werde sich das Problem aufgrund des dann erhöhten Verkehrsaufkommens noch verschärfen. Hümmer sicherte zu, die Situation zu verfolgen. „Wenn es nicht anders geht, dann muss ein Halteverbot erlassen werden“, sagte der Redner.

Tempo 30 zwischen Eisdiele und Grundschule

Thomas Siebenaller wies darauf hin, dass das Fundament des Altenkunstadter Pfarrhauses, das erst vor ein paar Jahren saniert worden war, Risse aufweise. Das verstärkte Verkehrsaufkommen aufgrund der Schließung der Mainkleiner Bahnübergänge hat seiner Ansicht nach dazu geführt. Siebenaller und Hümmer waren sich einig, dass eine Temporeduzierung auf 30 Stundenkilometer zwischen der Eisdiele und der Grundschule dringender denn je sei – auch mit Blick auf die Sicherheit der Kinder und Senioren. Hümmer machte deutlich, dass das kein leichtes Unterfangen sein werde. „Es handelt sich um eine Kreisstraße“, sagte er.

Gabi Vonbrunn wünscht sich eine Sanierung der Leichenhalle. „Das Thema wird 2021 angegangen“, versprach Hümmer. Auch über die Errichtung einer zusätzlichen Wasserentnahmestelle auf dem Friedhof, die der Bauausschuss abgelehnt hatte, werde man sich noch einmal Gedanken machen.

Bürgerstiftung „Unser Altenkunstadt“ bekannter machen

Um die Bürgerstiftung „Unser Altenkunstadt“ bekannter zu machen, schlug Otto Schuhmann vor, in der Vorweihnachtszeit Vereine für ihre Jugendarbeit und hilfsbedürftige Mitbürger mit Stiftungsgeldern zu unterstützen. Vorsitzender Dieter Radziej vom FC Altenkunstadt bat die Gemeinde, den Fußballverein und die Wasserwacht bei der Sanierung des Altenkunstadter Bootshauses zu unterstützen.

Neujahrsempfang und Faschingsball entfallen

Der Bürgemeister teilte mit, dass es im Dezember wieder eine Festsitzung geben werde, bei der acht ehemalige Gemeinderäte geehrte werden. Um das Abstandsgebot einhalten zu können, werde diese nicht in der ehemaligen Synagoge, sondern in der Grundschulturnhalle stattfinden. Ob auch auch verdiente Mitbürger geehrt würden, stehe noch in den Sternen, so Hümmer. Vereine könnten aber trotzdem Vorschläge bei der Gemeinde einreichen. Der Neujahrsempfang und der Faschingsball hingegen müssten coronabedingt ausfallen.

Im Rahmen einer einfachen Dorferneuerung soll die ehemalige Mainecker Malzfabrik, die für viele ein Schandfleck ist, abgerissen werden. „Nach einer Schadstoffuntersuchung wird die Gemeinde das Areal erwerben und eine Machbarkeitsstudie mit zwei Konzepten entwickeln“, informierte Hümmer die Öffentlichkeit. Denkbar wäre für den Bürgermeister ein „Klein-Venedig“ mit Wohnen am Main oder eine Unterkunft für Fahrradfahrer.

„Viel Spaß beim Bauplätze verteilen!“

Hümmer bedauerte, dass man sich beim Baugebiet in Pfaffendorf für die kleinere Variante mit sechs statt zehn Parzellen entschieden habe. Drei der Grundstücke befänden sich in Privatbesitz, die anderen gehörten der Gemeinde. Für letztere würden sich sechs Personen interessieren, so Hümmer. Der Redner kommentierte das Ergebnis der Gemeinderatsentscheidung zunächst mit einem ironischen: „Viel Spaß beim Bauplätze verteilen!“, um anschließend lakonisch festzustellen: „Damit muss ich leben.“

Erfreuliches hatte er ebenfalls mitzuteilen: Die Ausschreibung für das Gewerbegebietes Woffendorf erfolge in der Dezember-Sitzung des Gemeinderates. Drei sichere Investoren habe man bereits, zwei weitere Interessenten hätten sich noch Bedenkzeit erbeten. Der Spatenstich für Altenkunstadts neue Mitte, den Bereich rund um die Raiffeisenbank, findet laut Hümmer am 11. November statt. Auf dem neugestalteten Platz vor dem Kreditinstitut mit Springbrunnen, Sitzgelegenheiten, Lichtspielen und Bäumen sei die Übertragung von Fußballspielen denkbar. Das Rad der Neumühle werde sich noch in diesem Jahr drehen, so der Bürgermeister.

Der Altenkunstadter Bürgerbus, der am Donnerstagvormittag Mitbürger zum Einkaufen fährt, wird an die Nachbarkommune Burgkunstadt verliehen, die ihn am Dienstag nutzt. Als erfreulich wertete es der Bürgermeister in seinem Rechenschaftsbericht, dass man sechs neue Schulweghelfer gefunden und mehrere Blühwiesen in der Strößendorfer Straße angelegt habe.

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