WEISMAIN

Lehrschwimmbecken: „Die Luft ist irgendwie raus“

Lehrschwimmbecken: „Die Luft ist irgendwie raus“
Das Vorstandsteam des Vereins für kommunale Zusammenarbeit Obermain: (v. li.) die Beisitzer Horst Günter Vates und Alois Dechant, 1. Vorsitzender Volker Thormälen, Schatzmeister Hans Steuer, das ausgeschiedene Vorstandsmitglied Philips Callens, Wahlleiter Joris Callens und Altenk... Foto: Roland Dietz

Eine gewisse Enttäuschung ist immer noch spürbar beim Verein für kommunale Zusammenarbeit Obermain. So scheint der Bau eines Lehrschwimmbeckens in Altenkunstadt in weite Ferne gerückt. „Die Luft ist irgendwie raus“, meinte Vorsitzender Volker Thormälen immer noch verärgert.

Das Thema war bei der Jahresversammlung im Dechantbürogebäude Hauptthema gewesen. Kein Wunder, dass der Vorsitzende noch einmal ausführlich auf die Entwicklung einging. „Das angestoßene Bürgerbegehren in Altenkunstadt war ein voller Erfolg. Die Mehrheit der Altenkunstadter Bürger hatte sich für den Bau eines Lehrschwimmbeckens entschieden“, stellte Thormälen fest.

„Leider hat der Altenkunstadter Gemeinderat in seinen Haushaltsberatungen die dafür benötigten Gelder nicht bereitgestellt, sondern auf 2024 verschoben“, fuhr er fort. Darauf habe die Stadt Burgkunstadt mitgeteilt, dass sie ihre geplante Beteiligung für weitere zwei Jahre nicht so stehen lassen könne. Ebenfalls habe sich ein finanzieller Privatunterstützer aus Weismain im Hinblick auf die nächsten zwei Jahre sehr skeptisch gezeigt, was eine Fortführung betreffe.

In Hinblick, dass es in Bayern die meisten Ertrinkungstoten in Deutschland gebe, und dass selbst Achtjährige bei Kursen in Michelau erstmals mit der Tätigkeit des Schwimmens in Berührung kämen, könne man diese Rückstellung nicht verstehen. „Es sei schon schlimm genug, dass in diesem Alter von 120 Kindern zehn bis 20 nicht schwimmen können“, sagte Thormälen.

Landratsamt hätte mit Lehrschwimmbecken genehmigt

Der Altenkunstadter Bürgermeister Robert Hümmer erklärte dazu, dass der Haushalt mit den Ausgaben für ein Lehrschwimmbecken vom Landratsamt genehmigt worden wäre. Die Eigenbeteiligung der Gemeinde Altenkunstadt wäre unter einer Million Euro geblieben. „Es wird wohl kaum möglich sein, in zwei Jahren die gleichen Zuschüsse wie jetzt zu bekommen.“ Nach 17 Jahren Engagement vieler Bürger sei die aktuelle Entwicklung schade. Er dankte aber dennoch allen, die sich für den Bau eines Bades engagiert haben, allen voran der DLRG und der Wasserwacht.

Amüsiert blickten die Mitglieder des Vereins auf einen alten Zeitungsartikel aus dem Jahre 1935. Hierin wird beschrieben, wie auf Initiative des damaligen Weismainer Stadtrats und Vorsitzenden des Turnvereins, Christian Ackermann, 1932 ein Schwimmbad der Stadt Weismain mit einem Schwimmfest eigeweiht worden war. Allerdings hatten damals Kritiker Angst um die Sitte und Moral im Jurastädtchen, schließlich zeigten sich Frauen halbnackt im Bad.

Bereits vor 90 Jahren gab es Ärger wegen eines Schwimmbades

Wegen des Zweiten Weltkrieges wurde das an der Krassach auf Höhe des heutigen Uhubrunnens gelegene Schwimmbecken dann geschlossen und verfiel mit den Jahren. „Es ist also ersichtlich: Bereits vor 90 Jahren gab es Ärger mit einem Schwimmbad in der Region“, so Thormälen schmunzelnd.

Ein weiteres Thema war die Überlegung, die Kommunen im oberen Landkreis zusammenzulegen. Die Stadt Lichtenfels habe bei der gleichen Einwohnerzahl, wie sie die drei östlichen Kommunen haben, nur einen Bürgermeister, eine Verwaltung und einen Bauhof. „Hier müsste man sich die möglichen finanziellen Vorteile doch mal genauer ansehen“, meinte dazu Alois Dechant.

Kommende Probleme von Politik nicht alleine zu lösen

Philips Callens ergänzte dazu, dass vieles nur noch über Gemeinsamkeiten in Zukunft möglich sein werde. Transparenz werde für die Bevölkerung in Zukunft enorm wichtig. Er forderte die Gründung von Gemeinschaften, die Hilfsorganisationen ähnlich seien. „Es gibt in naher Zukunft neben wirtschaftlichen und klimatische Herausforderungen jetzt nun auch noch Krieg in Europa. Diese Probleme wird die Politik alleine nicht lösen können“, sagte er.

Die anschließenden Wahlen brachten einige Änderungen mit sich (siehe Infobox). Dennoch zeigte sich Hans Steuer zufrieden, als er sagte: „Schön, dass es möglich war, wieder einen Vorstand zu stellen, um weiter arbeiten zu können“.

Der Vorstand

Der neue Vorstand:

Vorsitzender: Volker Thormälen.

2. Vorsitzender: Bernd Detsch (neu).

Geschäftsführer: Mike Algermissen (neu).

Schatzmeister: Hans Steuer.

Beisitzer: Hans-Günter Vates (neu) und Alois Dechant.

Kassenprüfer: Stefan Krause und Horst Günter Vates.

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