BURGKUNSTADT

Kultureller Genuss für alle Sinne

Kultursonntage: Kultureller Genuss für alle Sinne
Unter dem Motto „Summer in Spain – das Essener Gitarrenduo“ gastieren Bernd Steinmann und Stefan Loos am Sonntag, 14. November, bei den Kultursonntagen. Foto: LuxuriousPhotography

Ob Kammerkonzert, Gitarrenduo oder musikalische Lesung von hochkarätigen Künstlerinnen und Künstlern: Die Darbietungen im neuen Programm der beliebten Kultursonntage der Friedrich-Baur-Stiftung in der Alten Vogtei Burgkunstadt versprechen nicht nur Abwechslung und Qualität, sondern vor allem auch eine stimmungsvolle „Auszeit“ vom pandemie-geprägten Alltag. Am 10. Oktober gastiert das bekannte Geschwisterquartett TenHagen zum Auftakt der 16. Saison.

Die Räume fassen unter den derzeitigen Bedingungen 45 Personen mit Abstand, circa 80 Personen ohne Abstand aber mit Maske. Mit hervorragendem Hygienekonzept, das derzeit etwa die 3G-Regelung, das Mindestabstandsgebot und gegebenenfalls das Tragen einer medizinischen Maske am Platz beinhaltet, hofft die Kulturgemeinde Burgkunstadt nach knapp einjähriger Unterbrechung der Veranstaltungsreihe auf bereichernde Abende für Kunstschaffende und Gäste. Eine Pause während der Veranstaltung wird es vorerst nicht geben.

Geschwisterquartett TenHagen spielt Mozart und Beethoven

Den musikalischen Auftakt bereitet am Sonntag, 10. Oktober, um 17 Uhr ein Konzert mit dem Geschwisterquartett TenHagen. Die beiden Frauen und Männer haben inzwischen einen festen Platz in der deutschen und internationalen Kammermusikszene. Sie bestechen durch enorme Ausdruckskraft und leidenschaftliche Musikalität und versprechen ein außergewöhnliches Musikerlebnis. „Mit sprühender Vitalität, mit tiefgründigem Ausdruck ... mit aufwühlender Leidenschaft“, so beschrieb die Süddeutsche Zeitung die Spielweise des Geschwisterquartetts, das Mozarts konzertant-virtuoses D-Dur-Quartett KV 575 und Beethovens Streichquartett op.130 aufführen wird.

„Tradition“ hat dagegen schon die Verleihung des Chamisso-Publikationsstipendiums der Friedrich-Baur-Stiftung, das heuer an Ali Abdollahi geht. Die Gedichte des iranischen Schriftstellers sind bereits in mehreren Sprachen übersetzt worden: Er überträgt klassische Autoren von Schleiermacher bis Heine sowie gegenwärtige deutschsprachige Dichtung ins Persische. Begleitet wird er an diesem Abend von Roman Bunka, einem der bekanntesten europäischen Virtuosen auf der arabischen Laute, und dem Schriftsteller Michael Krüger, der die Lesung und das Gespräch mit dem Preisträger am Sonntag, 24. Oktober, um 17 Uhr, moderiert. Der Eintritt ist an diesem Abend frei.

Spanischer Sommer und besinnlicher Winter

International bleibt der kulturelle Herbst, doch in ganz anderer Stilrichtung: „Summer in Spain – das Essener Gitarrenduo“ mit Bernd Steinmann und Stefan Loos wird am Sonntag, 14. November, um 17 Uhr neben berühmten spanischen Melodien, unter anderem aus „Carmen“ von Berlioz, und traditionellem Flamenco auch eigene Kompositionen präsentieren. Nach über 30 gemeinsamen Bühnenjahren der beiden Künstler ist ihr Zusammenspiel immer noch oder gerade deshalb professionell und virtuos, in jedem Fall jedoch auch temperamentvoll, mit Humor und viel Spielfreude vorgetragen.

Kultursonntage: Kultureller Genuss für alle Sinne
Das Chamisso-Publikationsstipendium der Friedrich-Baur-Stiftung wird an Ali Abdollahi verliehen. Foto: red

Bereits im Advent angekommen, erlangt die vorweihnachtliche Sinnlichkeit eine rührende, aber auch unterdessen witzige Note: Am Sonntag, 12. Dezember, um 17 Uhr, werden Monika Manz und Susanne Weinhöppel an der Harfe ihre musikalische Lesung „Weihnachten mit Oskar“ zum Besten geben. Als Basis dienen die Geschichten, die der große bayerische Schriftsteller Oskar Maria Graf zur Weihnachtszeit erzählt: vom Schlittschuh- und vom Schlittenfahren, vom harten Alltag der Bäcker vor Weihnachten und nicht zu vergessen der bratfertigen Weihnachtsgans, die den Kirchgängern gerupft und bratfertig aus heiterem Himmel vor die Füße fällt … Die Schauspielerin Monika Manz lässt Grafs Texte in vielen Variationen lebendig werden. Ob anrührend sentimental oder wild bayerisch, schluchzend, säuselnd oder lachend. Die Musikerin Susanne Weinhöppel spielt mit ihrer Harfe und ihrer Stimme den Weihnachtsengel, der untermalt und forterzählt.

Kultursonntage als Geheimtipp auch für weltbekannte Künstler

Möglicherweise haben an einen solchen „Engel“ einige der Künstlerinnen und Künstler in den vergangenen Monaten der Pandemie gedacht. „Viele Künstler sind in ihrer Arbeit durch die Pandemie stark beeinträchtigt“, weiß auch die Organisatorin der Kultursonntage Andrea Buder von der Bayerischen Akademie der Schönen Künste. „Sie haben weniger Auftrittsmöglichkeiten und Einladungen ins Ausland und sind natürlich auch an entsprechende Verordnungen beziehungsweise Quarantäne-Regelungen gebunden.“ Dabei seien Musiker es gewohnt, langfristig vorauszuplanen und Tourneen zu organisieren. „Das war und ist in der jetzigen Zeit sehr schwierig.“ Zudem arbeiten viele Künstler auf Honorarbasis, das heißt sie sind abhängig von regelmäßigen Aufträgen. Die beliebten Kultursonntage in Burgkunstadt, die etwa schon weltberühmte Stars, wie die Pianistin Claire Huangcie oder die Schauspielerin Michaela May anzogen, bieten hier eine hervorragende und sichere Auftrittsmöglichkeit. Gleichzeitig schaffen die besonderen Räume der Alten Vogtei eine außergewöhnliche Intimität für Publikum und Künstler. „Mancherorts gelten die Kultursonntage als Geheimtipp.“

Doch auch bei den Besucherinnen und Besuchern sei eine Art „kulturelle Sehnsucht“ zu spüren: Auch, wenn es für die Friedrich-Baur-Stiftung durch die Hygiene- und Abstandsregeln schwierig sei, diese Veranstaltungen zu organisieren und auszurichten, möchte sie gerade auch in diesen problematischen Zeiten der Bevölkerung ein paar schöne Stunden bieten, so Geschäftsführer Dr. Otmar Fugmann.

Ob es ein Highlight gebe? Andrea Buder kommt ins Grübeln: „Nein, es ist wirklich schwer ein Highlight zu bestimmen.“ Alle Künstlerinnen und Künstler vereinen Professionalität, Leidenschaft und eine ganz eigene, persönliche Note in ihrem Schaffen. Ein gemeinsames Ziel verbindet jedoch alle: Es soll keine Veranstaltung abgesagt werden, es sei denn, es wird von der Regierung angeordnet. Sollten sich die gesetzlichen Regelungen im Kampf gegen Covid-19 ändern, beispielsweise hin zur 2G-Regel wie schon in manchen Bundesländern praktiziert, müsse man neue Planungen gestalten.

Kultursonntage: Kultureller Genuss für alle Sinne
Vorweihnachtliche Sinnlichkeit: Am 12. Dezember sind Monika Manz und Susanne Weinhöppel an der Harfe zu Gast in Burgkuns... Foto: Hilda Lobinger

Das Programm ab Januar wird der Öffentlichkeit rechtzeitig bekannt gegeben werden.

Die Kultursonntage

Veranstaltungsort: Alte Vogtei, Regens-Wagner-Platz 5, 96224 Burgkunstadt

Eintrittskarten können in der Alten Vogtei, zweites Obergeschoss, erworben werden, Reservierungen sind unter Tel. (09572) 750011 oder Tel. (09572) 3246 möglich. Am Veranstaltungsabend wird um Vorlage der entsprechenden G-Nachweise gebeten.

Informationen gibt es auch unter www.baur-stiftung.de.

 

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