Kritik an Bauarbeiten der Bahnübergänge in Burgkunstadt

Zur Sperrung der Bahnübergänge von Theisau bis Mainroth wegen Bauarbeiten erhielt die Redaktion folgende Zuschrift:

Aus einer Zeitungsnotiz erfuhren die Einwohner Mainkleins Anfang April 2020, dass die Bahnübergänge von Theisau bis Mainroth vom 4. Mai 2020 an für mehrere Wochen gesperrt sind und auch der Bahnübergang an der Kreisstraße Lif 18 für „zirka drei Wochen“ voll gesperrt wird. Das Vorgehen der Deutschen Bahn AG, diese große Baumaßnahme nur mittels einer lapidaren Pressenotiz zu veröffentlichen, ist für die Einwohner Mainkleins vollkommen unverständlich. Wir sind durch diese Maßnahme schließlich massiv betroffen.

Dass es bei dem allseits bekannten starken Verkehrsaufkommen auf der B 289 an der Querung Richtung Maineck zu unhaltbaren Zuständen beim Abbiegeverkehr kommen wird, war für alle vorhersehbar – nur für die Deutsche Bahn offenbar nicht. Andererseits stellt sich die Frage, ob es von den Sachbearbeitern der Bahn vielleicht sogar gewollt war, dass im Nachgang das Straßenbauamt reagieren musste und nunmehr per verkehrsrechtlicher Anordnung des Landratsamtes Lichtenfels vom 11. Mai 2020 auch noch dieser Bahnübergang gesperrt wurde. Denn das ist ja die Folge des Abbiegeverbots aus beiden Richtungen.

Die Einwohner im Kerndorf Mainklein, die morgens zur Arbeit in Richtung Kulmbach oder nach Burgkunstadt fahren, müssen entweder große Umwege in Kauf nehmen oder sie stehen bis zu 15 Minuten in der Warteschlange. Noch schlimmer trifft es die Landwirte, die tagsüber mehrmals über die Bahnschienen und die Bundesstraße vom Kerndorf in die so genannte Weidenburg kommen müssen.

Ganz zu schweigen vom Brandschutz, der von der Bahn offenbar überhaupt nicht in die Überlegung einbezogen wurde. Das Feuerwehrhaus steht im nördlichen Ortsteil Weidenburg, das Gros der Mannschaft wohnt im Kerndorf. Sollte eine Alarmierung mit dem Schließen der Bahnschranke zusammenfallen, vergehen wertvolle 15 Minuten, bis die Mannschaft das Feuerwehrhaus überhaupt erreichen kann. Das war schon bei der Alarmierung zu einem Brand auf dem Radweg am 12. Mai zu beobachten, als ein Feuerwehrauto der Freiwilligen Feuerwehr Burgkunstadt zehn Minuten am geschlossenen Bahnübergang warten musste.

Ein weiteres Problem ist die Schulbushaltestelle. Diese wurde zwar inzwischen auf Initiative der Stadt Burgkunstadt in die Weidenburg verlegt, aber das löst nicht die Gefährdung für die Kinder durch die Baustelle der Bahn. Natürlich müssen im täglichen Leben immer die Bundesstraße und die Bahn überquert werden, wenn man vom Dorf in die Weidenburg oder umgekehrt will. Aber jetzt muss man auch die Gefahr durch die irritierten Autofahrer ins Kalkül ziehen, die eigentlich abbiegen wollen, aber nicht dürfen und da hält sich bei weitem nicht jeder dran. Da wird mit Schwung eingefahren, damit man schnell von der Bundesstraße 289 weg ist.

Überhaupt nicht kommuniziert wurde, dass an den Bahnübergängen auch nachts gearbeitet wird. Kann man sich als Sachbearbeiter nicht vorstellen, was es bedeutet, wenn mit allen Geräten und Flutlicht neben den Häusern gearbeitet wird?

Für die Einwohner Mainkleins ist es vollkommen unverständlich, warum an allen Bahnübergängen gleichzeitig gearbeitet werden muss. Denn durch die Vollsperrung des westlichen Bahnübergangs wurde die Dorfstraße plötzlich zu einer Sackgasse – die nebenbei bemerkt, erst auf Hinweis der Einwohner auch als solche kenntlich gemacht wurde. Im Ortskern besteht für größere Gespanne, wie es beispielsweise ein Lastzug mit Anhänger ist, keine Wendemöglichkeit. Da wird es problematisch, wenn größere Lieferungen für den Landwirt in der Ortsmitte ankommen. Über dieses Thema wurde zwar bei einer Ortsbegehung mit MdB Emmi Zeulner im Februar 2019 ebenfalls diskutiert, dies wurde jetzt aber geflissentlich ignoriert. Wir hätten von der Deutschen Bahn erwartet, dass sie uns als unmittelbar Betroffene und Leidtragende vorab informiert hätte.

Wir stellen fest, dass die Menschen der Deutschen Bahn völlig egal sind. Ohne Rücksicht auf Leib und Leben werden die Vorhaben durchgezogen, alles, was irgendwie störend ist, wird zur Seite geschoben. Augen zu und durch scheint die Devise, der Mensch zählt nicht.

Karlheinz und Ingrid Kohles, Kristina und Daniel Dorsch, Angelika und Rudolf Dorsch,

Dominik Dorsch, Ingrid und Wilfried Kölbel-Grothues, Anja und Achim Hoch, Andrea und Markus Lang, Savbrina und Alexander Marr, Georg Marr, Helene und Georg Müller, Jürgen Müller, Julia Pühlhorn, Michaela Reier, Stefan Schäfferlein, Gregor Spindler, Elke und Thomas Marr, Daniela und Patrick Marr, Bettina und Albin Zapf.

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